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Komet Johnson zieht über den Mai-Himmel

Sternenhimmel über Brandenburg im Mai 2017 Komet Johnson zieht über den Mai-Himmel

Im Mai beherrschen die Frühlingssternbilder Löwe, Jungfrau und Bootes den Nachthimmel. Astronomie-Lehrer Uwe Schierhorn erklärt, wie der Löwe der Mythologie an den Himmel kam und wann, wo und wie der Komet Johnson beobachtet werden kann.

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Das Sternbild Löwe

Quelle: Uwe Schierhorn mit Stellarium

Königs Wusterhausen. Der Frühling bringt nicht nur am Tage hoffentlich bald wärmere Temperaturen, auch die Nächte sollten milder werden und somit die Beobachtung des Sternenhimmels angenehmer. Die Tageslänge nimmt somit im Mai weiter zu. Während am 1. Mai die Sonne 14 Stunden und 57 Minuten über dem Horizont ist (SA 5.35 Uhr; SU 20.32 Uhr), dauert der Tag am 31. Mai bereits ca. 1,5 Stunden länger (SA 4.52 Uhr; SU 21.16 Uhr).

Löwe, Jungfrau und Bootes

Der Abendhimmel wird im Mai durch die Frühlingssternbilder Löwe, Jungfrau und Bootes (Bärenhüter) beherrscht. Die drei hellsten Sterne dieser Sternbilder Regulus, Spika und Arktur nennt man auch das Frühlingsdreieck. Am Abend finden wir den Löwen zentral am Südhimmel. Wegen seiner an ein Bügeleisen erinnernden Form, kann man ihn leicht finden.

Wie der Löwe an den Himmel kam

Die Griechen sahen im Sternbild des Löwen (siehe oben) ein unbesiegbares Ungeheuer, den „Nemeischen Löwen“, der viel Zerstörung anrichtete und erst von Herkules erlegt wurde. Der Löwe ist auch optisch zwischen seinen ziemlich lichtschwachen Nachbarsternbildern am Frühjahrshimmel sehr auffällig, weshalb auch die Perser, Syrer und Babylonier das markante Sternbild der Ekliptik schon beschrieben. Auch Ptolemäus (um 100 n.Chr.) beschrieb den Löwen, zu dessen Darstellung in der Mythologie damals allerdings nur diejenigen Sterne seines heutigen Rumpfes gehörten. Was heute der Löwenkopf am Frühjahrshimmel ist, war für antike Beobachter ein Messer (bzw. eine Sichel), die damalige Quaste wurde später das Sternbild Haar der Berenike.

Die Sterne des Löwen

Der Hauptstern des Löwen ist der Stern Regulus, was so viel wie „kleiner König“ bedeutet. Mit einer Helligkeit von 1m35 Größenklassen gehört er zu den 20 hellsten Sternen des Himmels. Der nächst hellste Löwenstern ist Denebola, dessen Name aus dem Arabischen stammt und eine Abkürzung von ðanab al-asad, was so viel wie „Schwanz des Löwen“ bedeutet, ist. Der Mähnenstern Algieba (arab. Mähne) ist der dritthellste Stern im Löwen mit 2m2 und eigentlich der hellere Teil eines Doppelsternsystems. Es folgen Zosma und Algenubi.

Hipparch erfindet die Helligkeitsskala

Die Helligkeitsskala geht auf die babylonische Astronomie zurück, von der sie der Grieche Hipparcos (auch Hipparch 190 - 120 v.Chr.) für seinen Sternenkatalog übernahm. Die Sterne wurden entsprechend ihrer Helligkeiten in sechs Klassen eingeteilt, wobei die hellsten der 1. Größenklasse (1m) und die gerade noch mit bloßem Auge sichtbaren der 6. Größenklasse (6m) zugeordnet wurden. Durch die Erfindung des Fernrohres und die Objektivierung der Beobachtung durch Helligkeitsmessungen wurden Dezimalstellen eingeführt und die Sterne detaillierter klassifiziert. So entstanden die negativen Helligkeitswerte. Die Schreibweise mit dem hochgestelltem m als „Einheit“ und „Komma“ ist somit historisch gewachsen. Die 6. Größenklasse blieb aber die Grenze für das menschliche Auge.

Für Komet Johnson das Fernglas zücken

Zum Frühlingsdreieck gehört auch der helle Stern Arktur (Platz 2 in der Helligkeitsskala der bei uns sichtbare Sterne mit 0m). Er ist schnell auffindbar durch Verlängerung der Deichsel der „Großen Wagens“ in Krümmungsrichtung und dient uns als Aufsuchhilfe für einen relativ hellen Kometen im Mai : Am 3. November 2015 entdeckte der Astronom Jess A. Johnson am Catalina Sky Survey einen Kometen, der seitdem seinen Namen neben der offiziellen Katalogbezeichnung C/2015 V“ trägt. Dieser Komet Johnson soll Ende Mai sein Helligkeitsmaximum von weniger als 7m erreichen. Zur Beobachtung ist somit ein Fernglas bzw. kleines Teleskop nötig. Die voraussichtliche Bahn von Komet Johnson zeigt die folgende Abbildung.

Die Planeten im Mai

Von den Planeten ist Jupiter immer noch die gesamte Nacht sichtbar. Am Morgen wird er durch die wesentlich hellere Venus abgelöst, welche gegen 4.30 Uhr vor der Sonne aufgeht. Saturn erreicht bei Venusaufgang nur eine maximale Höhe von ca. 15° über dem Horizont im Süden. Man benötigt somit eine gute Sicht zum Horizont, um den „Herrn der Ringe“ zu sehen.

Der Mond im Mai: erstes Viertel am 3. Mai, Vollmond am 10. Mai; letztes Viertel am 19. Mai, Neumond am 25. Mai.

Autor Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen und Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Quellen: Keller, Hans-Ulrich (Hrsg.), Kosmos Himmelsjahr 2016; Kosmos-Verlag; Stuttgart, 2015
Daten: www.calsky.com und www.heavens-above.com
Abbildungen erstellt u.a. mit Stellarium 0.14.1 durch den Autor

Von Uwe Schierhorn

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