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Brandenburg Kommen Briefe künftig nur noch alle paar Tage?
Brandenburg Kommen Briefe künftig nur noch alle paar Tage?
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19:35 18.12.2017
Die Post hat ihr Pilotprojekt beendet. Quelle: dpa
Potsdam

Der umstrittene und jetzt beendete Testlauf der Deutschen Post über eine veränderte Briefzustellung hat in Brandenburg Kritik und Beunruhigung ausgelöst. Parteien, Fraktionen und Gewerkschaften äußerten die Sorge, dass die Post die Briefzustellung gerade auf dem Land erheblich einschränken könnte, um Personalkosten zu sparen. Der SPD-Parlamentarier Helmut Barthel forderte das Unternehmen auf, aus dem Pilotprojekt die richtigen Schlüsse zu ziehen und die tägliche Briefzustellung auch künftig zu sichern. Es gebe dazu gesetzliche Vorgaben, die die Post einzuhalten habe, so Barthel. Der CDU-Abgeordnete Henryk Wichmann meinte: „So wichtig die Digitalisierung unserer Gesellschaft auch ist, dürfen wir nicht zulassen, dass sie analoge Verlierer schafft.“

Jetzt beginnt die Auswertung des Post-Pilotprojekts

Die Post will ihr Pilotprojekt jetzt „in Ruhe und ergebnisoffen auswerten“, wie eine Sprecherin gegenüber der MAZ sagte. Ein halbes Jahr war mit ausgewählten Kundengruppen erprobt worden, Briefe nicht mehr an Werktagen, sondern nur noch an einem oder drei Wochentagen auszutragen. Hintergrund ist das seit Jahren schrumpfende Privatbriefgeschäft mit der zunehmenden Digitalisierung. E-Mails, WhatsApp und Facebook werden in der privaten Kommunikation immer wichtiger. Nun sucht der „gelbe Riese“ nach Alternativen. Betont wurde aber auch immer wieder, dass sich die Post an die Rechtslage halten werde und mit dem Pilotprojekt vor allem die Bedürfnisse der Kunden erfahren wollte. Der Testlauf hatte schon zu Beginn eine Welle von Kritik ausgelöst. Die Gewerkschaft Verdi befürchtet den Abbau von Arbeitsplätzen, sollte sich die Post aus der werktäglichen Zustellung zurückziehen.

> Werder/Havel: Die Post kommt nur noch einmal pro Woche

Steht ein massiver Personalabbau bevor?

Der Fraktionschef der Grünen im Potsdamer Landtag, Axel Vogel, sagte, offenkundig betreibe die Post Gedankenspiele, in einem weniger renditeträchtigen Geschäftsfeld massiven Personalabbau zu betreiben und die Kosten zu senken. Angesichts eines Jahresüberschusses von 3,49 Milliarden Euro im vorigen Jahr bezweifle er aber, ob dies angemessen sei. Die Post sei als ehemaliges Staatsunternehmen per Gesetz verpflichtet, die Briefzustellung flächendeckend in einer bestimmten Qualität und zu einem erschwinglichen Preis sicherzustellen. „Dabei sollte es bleiben“, meinte Vogel. Der Fraktionschef der Linken, Ralf Christoffers, sagte, er stehe dem Feldversuch generell skeptisch gegenüber. Gerade in einem Flächenland wie Brandenburg werde auch in Zukunft der Umfang an Briefzustellungen in die kleinen Orte und Dörfer nicht geringer. Chris­toffers äußerte die Sorge, dass am Ende die Beschäftigten der Post, vor allem die Zusteller, die Leidtragenden seien. Sollte sich die Deutsche Post aus der werktäglichen Zustellung zurückziehen, würde das auch dem Unternehmen schaden. Die brandenburgische SPD hatte sich jüngst auf ihrem Landesparteitag mit dem Thema befasst und eine Einschränkung der Postzustellung als inakzeptabel bezeichnet.

Ein Zustell-Roboter "PostBOT" folgt der Postzustellerin Cindy Rexrodt am 04.10.2017 in Bad Hersfeld (Hessen). Die Deutsche Post hat die Testphase mit den Prototypen jetzt beendet. Quelle: dpa

Roboter statt Menschen als Postboten

Hilfe könnten die Postboten künftig von Robotern bekommen. Einen entsprechenden Test im osthessischen Bad Hersfeld mit einem Begleitroboter im Zustelldienst beendete die Post und wie es hieß erfolgreich. Das vierrädrige, 1,50 Meter hohe Gefährt folgt Zustellern auf Schritt und Tritt und kann bis zu 150 Kilogramm Postsendungen tragen. Wo und wann Roboter eingesetzt werden, sei aber noch nicht entschieden, hieß es bei der Post

Von Igor Göldner

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