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Kommende Woche große Demo in Potsdam

Öffentlicher Dienst Kommende Woche große Demo in Potsdam

Im öffentlichen Dienst in Brandenburg gärt es seit Jahren. Besonders unzufrieden sind Lehrer und Polizisten. Sie wollen kommende Woche vor den Potsdamer Landtag ziehen. Die GEW rechnet landesweit mit einem vorzeitigen Schulschluss. Eine große Gewerkschaft ist aber nicht mit dabei.

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Quelle: dpa (Genrefoto)

Potsdam. Rund 5000 bis 6000 Beschäftigte des Landes wollen am kommenden Mittwoch (9. November) nach Angaben von Gewerkschaften für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gehen.

Früher Schluss an nahezu allen Schulen

Weil am selben Tag auch Personalversammlungen in den Schulen geplant sind, dürften nach Einschätzung der Gewerkschaft GEW nahezu alle Schulen im Land bereits nach der dritten Stunde Schluss machen. Die GEW erwartet, dass an den Grundschulen eine Betreuung eingerichtet wird. Ältere Schüler dürfen sich voraussichtlich über Extra-Freizeit freuen.

Die Demonstration soll durch die Potsdamer Innenstadt bis zum Landtagsgebäude führen. Nach den Personalversammlungen an den Schulen am Vormittag sollen 60 Busse Teilnehmer in die Landeshauptstadt bringen.

GEW lässt sich nicht „mit Peanuts abspeisen“

Hintergrund sind jahrelange, erfolglose Verhandlungen von GEW, GdP und IG Bau mit der Landesregierung über die Attraktivität der Jobs. „Es ist ein deutliches Warnsignal an die Landesregierung“, sagte GEW-Landeschef Günther Fuchs am Freitag. „Man wird uns nicht mit Peanuts abspeisen können.“ Das Land müsse mehr Geld für den öffentlichen Dienst ausgeben.

Brandenburg für Lehrer nicht attraktiv

Fuchs verwies darauf, dass es 500 bis 800 langzeiterkrankte Lehrer im Land gebe. Angesichts der Einkommensstruktur sei das Land beim Angebot für Lehrer nicht mehr konkurrenzfähig. „Es wird immer schwieriger, Menschen nach Brandenburg zu bekommen.“ Es gebe zu wenige Beschäftigte. „Wir haben zehn Jahre zu wenig eingestellt.“ Die jüngst beschlossenen Einstellungen reichten aber nicht aus, um Ausfälle und das Ausscheiden von älteren Lehrern zu kompensieren. Jüngere Lehrerinnen planten zudem Erziehungszeiten und stünden damit für die Schulen nicht zur Verfügung.

Stimmung bei der Polizei so schlecht wie „noch nie“

Die Gewerkschaft der Polizei berichtete von täglich 700 Kranken im Schnitt. „Die Motivation und Stimmung in der Polizei ist so schlecht, wie sie noch nie war“, sagte GdP-Landeschef Andreas Schuster. Er rechne damit, dass 1500 bis 2000 Polizisten an der Demonstration teilnehmen. Akute Probleme für die Sicherheit werde es dadurch aber nicht geben. „Der Dienst wird voll gewährleistet“, sagte Schuster.

Verdi ist nicht dabei

Die Gewerkschaften fordern von der Landesregierung unter anderem die verstärkte Gewinnung junger Mitarbeiter, attraktivere Bedingungen im Job und schnellere Beförderungen. Ältere Beschäftigte sollen zudem entlastet werden. Die Gewerkschaft Verdi, die nicht zu dem Protest aufruft, hatte im Gegensatz zu GEW, GdP und IG Bau bereits eine Vereinbarung mit der Landesregierung geschlossen. GdP-Chef Schuster bemängelte den getrennten Weg der Gewerkschaften. Dies sei ein Problem der Funktionäre, nicht der Mitglieder. „Wir müssen uns an einen Tisch setzen“, sagte Schuster.

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Von Rochus Görgen

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