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Brandenburg Die Freiwilligen sind die Helden des Sommers
Brandenburg Die Freiwilligen sind die Helden des Sommers
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18:33 27.07.2018
Handgeschriebener Dank an die Einsatzkräfte: Ein Plakat in Fichtenwalde. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

„Danke, Feuerwehr“: Der Zettel mit dem handgemalten Löschfahrzeug sagt alles. Der Gruß hängt an einem Straßenschild im brandenburgischen Fichtenwalde, wo 2800 Einwohner knapp der Evakuierung entkommen sind. Die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr sind an ihre Belastungsgrenze gegangen: in der Hitze des Tages, in der Hitze des Feuers – und in der ständigen Sorge, dass der Brand im Wald doch noch auf die naheliegende Ortschaft übergreift. Reicht ein „Danke“ aus?

Klar ist schon jetzt, wer die Helden dieses Sommers sind: die Freiwilligen Feuerwehren. Sie sind es, die größere Katastrophen verhindern, die ehrenamtlich bis zur Erschöpfung Menschen, Häuser und Natur zu retten versuchen. In diesen Tagen helfen sie in Brandenburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, wo die größte Waldbrandgefahrenstufe herrscht. Sogar in Schweden kämpfen deutsche Ehrenamtliche gegen Flammen in den Wäldern. Sie alle halten damit ein System aufrecht, ohne dass in Deutschland viele Situationen nicht so glimpflich ausgehen würden wie am Autobahndreieck Potsdam: Profis und Freiwillige arbeiten Hand in Hand. Wie lange geht das noch so?

Funktioniert das Rettungssystem nicht, gibt es Tote

Nur etwas mehr als 100 Berufsfeuerwehren gibt es in Deutschland – meist in größeren Städten. Die Last in der Fläche schultern Freiwillige: Sie sind zur Stelle, wenn Häuser oder Wälder brennen. Wenn es auf den Autobahnen kracht. Und sie riskieren ihr Leben – zwei Feuerwehrleute sind im Herbst auf der A2 beim Absichern eines Unfalls gestorben. Das System der Freiwilligkeit gelangt an die Grenzen: Weil weniger Menschen diese harte Arbeit ehrenamtlich tun können, ist die Notfallversorgung auf der Kippe. Das gilt ebenso für Rettungsschwimmer, das Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk.

Welche Folgen ein schlecht funktionierendes Rettungssystem haben kann, ist gerade in Griechenland zu sehen – östlich von Athen starben mehr als 80 Menschen. Freiwillige Feuerwehren gibt es kaum, oft müssen Hilferufende Stunden auf die Feuerwehr aus der nächstgrößeren Stadt warten. Geld für technische Ausrüstung ist nicht da.

Umdenken und neue Ideen nötig

Und in Deutschland? Das System für den Notfall braucht eine langfristige Absicherung – personell, technisch, finanziell. Deutschland ist zu einem Drittel mit Wald bedeckt – doch hat kein einziges Löschflugzeug, hier haben die Länder gespart. Ist das mitten im Klimawandel noch sinnvoll? In ländlichen Gebieten, wo bereits in vielen Ortswehren die Tageseinsatzbereitschaft nicht gesichert ist, braucht es neue Ideen. Die Länder erwägen, mehr Hauptamtliche zu bezahlen, das Verhältnis von Profis zu Freiwilligen wird sich verschieben. Wichtig ist aber, dass das bürgerschaftliche Engagement nicht erlischt. Achselzuckend sagte ein freiwilliger Helfer in Fichtenwalde:„Dit ist Ehrensache – wenn Gefahr ist, helfe ich und dann is jut.“ Es ist ein hohes Gut, dass es in Deutschland noch immer viele gibt, die so denken.

Von Hannah Suppa

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