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Konträre Gutachten zum Seelenzustand von Jan G.

Dreifach-Mord von Ostbrandenburg vor Gericht Konträre Gutachten zum Seelenzustand von Jan G.

Die Staatsanwaltschaft spricht in ihrer Anklageschrift von einem „Zustand verminderter Schuldfähigkeit“ bei dem mutmaßlichen Dreifachmörder Jan G., der in Ostbrandenburg seine Großmutter und zwei Polizeibeamte getötet haben soll. Aber was heißt das eigentlich?

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Die zwei Polizisten starben auf diesr Landstraße.

Quelle: Foto: dpa

Frankfurt (Oder). Die reinen Fakten zu den Bluttaten von Müllrose und Oegeln (Oder-Spree) liegen zu Prozessbeginn einigermaßen klar auf dem Tisch: An der Täterschaft Jan G.s zweifelt niemand. Die spannende Frage wird sein, ob das Gericht den 25-Jährigen überhaupt für schuldfähig hält – und welche Art Strafe oder Therapie ihn erwarten.

Die Staatsanwaltschaft spricht in ihrer Anklageschrift von einem „Zustand verminderter Schuldfähigkeit“ bei dem nachweislich zum Tatzeitpunkt mit Drogen vollgepumpten polizeibekannten Intensivtäter. Amphetamin und Cannabis-Wirkstoffe wurden nach der Festnahme von Jan G. in seinem Blut nachgewiesen.

Einen Strafnachlass habe der mutmaßliche Täter aber nicht zu erwarten, gaben die Ankläger gleich mit zu Protokoll. Zu schwer wögen die Taten, die kriminelle Karriere und der „Hang“ zu gemeingefährlichen Straftaten des Angeklagten.

Folgt das Gericht der Staatsanwaltschaft, die sich auf ein Gutachten des renommierten Experten Hans-Ludwig Kröber stützt, ist Jan G. also nicht in einem Maße psychisch krank, dass er nicht bestraft werden könnte.

Das widerspricht einem Gutachten, auf das sich dasselbe Gericht 2016 stützte: Es hielt Jan G. für schizophren und sah für ihn Therapie vor, nicht Strafe. Dass sich Jan G. der Behandlung in Freiheit unterziehen sollte, war eine fatale Fehleinschätzung. Dennoch: Den Widerspruch zwischen den beiden Gutachten muss das Gericht klären – es kann nur einer recht haben.

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In Müllrose, Kreis Oder-Spree, hat sich am Dienstag ein schreckliches Verbrechen abgespielt. Dort soll ein 24-jähriger Mann zunächst seine 79-jährige Großmutter umgebracht haben. Dann floh er und überfuhr auf der Flucht zwei Polizisten. Die Beamten waren sofort tot. Bilder der Unglücksstelle

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Ein bisschen schizophren – diese Diagnose gibt es eigentlich nicht. Das unterstreicht ein ebenfalls gerade in Brandenburg angelaufener Prozess vor dem Landgericht Potsdam: Dort muss sich ein 55-Jähriger Familienvater verantworten, weil er in einem völlig unerwarteten Anfall von schizophrenem Wahn seinen Schwiegervater in Jüterbog (Teltow-Fläming) mit einem Beil getötet hat. Der Mann, der auch seine Schwiegermutter fast umbrachte, ist nicht einmal angeklagt, es geht nur noch um Art und Dauer seiner Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt.

Jan G. sitzt derzeit in einer psychiatrischen Klinik, aber nach den gestrigen Ausführungen der Staatsanwaltschaft wartet mit einiger Wahrscheinlichkeit echte Strafhaft auf ihn.

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Von Ulrich Wangemann

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