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Brandenburg MAZ-Leser diskutieren 24-Stunden-Kita
Brandenburg MAZ-Leser diskutieren 24-Stunden-Kita
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13:56 28.02.2018
Im Land Brandenburg gibt es bislang acht Übernachtungs-Kitas. Die bekannteste steht in Frankfurt (Oder) in einem Platten-Wohnblock. Quelle: Peter Geisler
Brandenburg/Havel

Die Pläne für die erste 24-Stunden-Kita in Brandenburg/Havel werden konkreter, die Tagesstätte mit Übernachtungsmöglichkeiten soll bereits im August 2019 eröffnet werden. Seit Bekanntwerden der Pläne
diskutieren MAZ-Leser heftig über das Modell, über die Vereinbarkeit von ausgedehnten Arbeitszeiten mit dem Familienleben und gesellschaftliche Veränderungen. So argumentieren unsere Leser:

Thomas Kampmeier wird deutlich: „Ich finde solch eine Entwicklung sehr traurig, aber viele haben es ja so gewollt. Ich frage mich immer, warum muss ein Supermarkt bis 20 Uhr oder sogar bis 22 Uhr geöffnet sein. Es arbeiten dort viele mit Familie und Kindern zu Haus und müssen jetzt extern jemand organisieren der dann die Kinder betreut..... Eine völlig bescheuerte Entwicklung, aber viele schreien danach am liebsten noch um 24 Uhr den Wocheneinkauf erledigen zu können.“

Laura Engel antwortet darauf: „Prinzipiell hast du recht, aber es gibt ja auch viele Eltern die im Gesundheitswesen arbeiten. Meist im Dreischichtsystem. Die müssen immer schauen wie sie es machen“

„Nicht jeder hat Oma und Opa in der Nähe“

Markus Keysers sieht klaren Bedarf: „Heute wie damals in der DDR müssen beide arbeiten, also ist der Bedarf ganz einfach da. Ende aus! Wenn der Mann bei der Feuerwehr und die Frau in der Notaufnahme arbeiten, ist das Grund genug, das eine solche Einrichtung Sinn macht. Nicht jeder hat Oma und Opa in der Nähe.“

Annika Deger: „Ich finde es eine gute Sache. Viele Eltern (gerade Alleinerziehende) müssen sich teilweise mit 2 Jobs über Wasser halten, was an sich schon traurig ist.“

Antje Schröter fragt in die Runde: „Wäre es nicht gesünder für die Entwicklung kleiner Menschen, wenn wenigstens ein Elternteil während der ersten 14 Lebensjahre keine Schichten arbeiten müsste?“

„Ein Kind gehört in die Familie“

Enrico Seifert findet: „Im Wandel der Zeit sicherlich eine gute Sache. Aber ein Kind gehört in die Familie! Wenn eine alleinerziehende Mutter mit einem Teilzeitjob genug verdienen würde oder der Mann/Frau so wie früher die Familie ernähren könnte, wäre diese Diskussion überflüssig. Die Zeiten haben sich geändert und jeder sollte seine Prioritäten für sich selbst setzen. Für die einen zählt der Job, für die anderen die Familie und die Freizeit. Nur eines darf man nicht vergessen, unsere Kinder!“

Nicole Loebel ist persönlich betroffen und bewertet die Einrichtung so: „Richtig Klasse! Als alleinerziehende Krankenschwester find ich das toll, sollte es überall geben!“

Auch andernorts, etwa in Potsdam, wünschen sich einige der kommentierenden Leser eine ausgedehnte Betreuungseinrichtung.

„Gab es schon einmal“

Monika Winter: „Ich wollte gerade das Modell der Großfamilie vorschlagen. Alle wohnen zusammen und die Großeltern betreuen die Kinder aber die Großeltern müssen ja auch arbeiten weil die Rente nicht reicht.“

Viele Leser erinnern sich an entsprechende Einrichtungen zu DDR-Zeiten. Susann Preßer etwa weist darauf hin, dass eine entsprechende Einrichtung bereits schon einmal gab: „im heutigen DRK Kinderdorf“. Wilt Kornblum formuliert es süffisanter: „Glückwunsch zu dem Erfolg, nach mehrjährigem Nachdenken auf das 60 Jahre alte DDR-Projekt „Wochenkrippe/ -kindergarten“ zu kommen.“

Was halten Sie von einer 24-Stunden-Betreuung für Kinder? Schreiben Sie an: leserbriefe@MAZ-online.de

Von MAZonline

Philipp Humbsch aus Frankfurt (Oder) hat gleich mehrere Jobs: An der Berliner Charité studiert er Medizin, er arbeitet als Rettungssanitäter und der von ihm gegründete Verein Pépinière kümmert sich um Erste-Hilfe-Kurse an Schulen. Humbschs Einsicht: Kinder sind für das Erlernen rettender Handgriffe noch offen. Für seinen Einsatz gab es schon Auszeichnungen.

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