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Verdächtiger Polizist vorerst aus Haft entlassen

Korruption Verdächtiger Polizist vorerst aus Haft entlassen

Er soll einer Firma Aufträge zugeschanzt und im Gegenzug abkassiert haben: Dem suspendierten Technikchef der Polizeihubschrauberstaffel Brandenburg wird Bestechlichkeit vorgeworfen. Der Beamte ist vorerst wieder auf freiem Fuß – er hat eine Aussage gemacht.

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Die Polizeihubschrauber vom Typ EC 135 sind 2012 mit neuen Wärmebildkameras ausgerüstet worden. Bei dem Millionenauftrag soll der Technikchef der Staffel mitkassiert haben.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Der unter dringendem Korruptionsverdacht stehende Technikchef der Polizeihubschrauberstaffel, Klaus-Jürgen F. (56), ist vorübergehend wieder auf freiem Fuß. „Der Haftbefehl ist außer Kraft gesetzt“, sagte Oberstaatsanwalt Frank Winter, der die Schwerpunktabteilung Korruptionskriminalität der Staatsanwaltschaft in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) leitet, am Mittwoch auf MAZ-Anfrage.

„Es liegt eine Aussage vor. Zu dem Inhalt kann ich keine Angaben machen, weil die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind“, erklärte Winter. Dem mittlerweile vom Polizeidienst suspendierten Hauptkommissar wird Bestechlichkeit im Amt vorgeworfen.

Der Beschuldigte ist bereits am 13. Juni gegen eine Kaution in fünfstelliger Höhe und unter strengen Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Klaus-Jürgen F. ist es untersagt, Kontakt zu Mitbeschuldigten und Zeugen aufzunehmen, er soll sich regelmäßig bei der Polizei melden und musste seinen Reisepass abgeben. Derweil laufen die Ermittlungen gegen ihn und andere Beschuldigte weiter.

Der Technikchef der Polizeihubschrauberstaffel soll sich bei der österreichischen Firma Airborne Technologies als Berater angedient haben, die zuvor die beiden Hubschrauber der Landespolizei mit hochauflösenden Wärmebildkamerasystemen ausgestattete hatte. Klaus-Jürgen F. war an der Vergabe im Jahr 2012 maßgeblich beteiligt. Der Auftrag belief sich auf ein Volumen von 3,4 Millionen Euro. Es folgten weitere Aufträge, für die der Beamte im Gegenzug abkassiert haben soll.

Seine Vorgesetzten hatten ihm die Beratertätigkeit erlaubt, allerdings unter der Auflage, jeden Bezug zur Polizeiarbeit zu vermeiden. Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke wertete die Genehmigung nachträglich als Fehler. Gegen den Leiter der Hubschrauberstaffel läuft mittlerweile ein Disziplinarverfahren.

Von Bastian Pauly

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