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Kostenlose Kita: So kontrovers wird darüber diskutiert

Debatte um Beitrag für Betreuung Kostenlose Kita: So kontrovers wird darüber diskutiert

In einer möglichen Abschaffung der Kitagebühren in Brandenburg sieht der Städte- und Gemeindebund die Prioritäten falsch gesetzt. Eine Elterninitiative hingegen fühlt sich bestärkt von der Nachricht, dass Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) für eine Beitragsfreiheit plädiert. Bei Facebook brach die Meldung Rekorde.

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Seit Jahren kämpfen Elterinitiativen in ganz Brandenburg dafür, dass die Beiträge für die Kinderbetreuung abgeschafft werden.

Quelle: Peter Geisler

Potsdam. Die von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) angekündigte mittelfristige Abschaffung der Kitagebühren stößt im Land auf geteiltes Echo. In Nord-Brandenburg beispielsweise begrüßten Kommunen die Ankündigung – obwohl die Kitagebühren eine wichtige kommunale Einnahmequelle sind. Auch die Landesbürgerinitiative Kitaplätze bewertet Woidkes Aussagen positiv und sieht diese als Erfolg ihrer jahrelangen Arbeit. Der Städte- und Gemeindebund hingegen sieht in einer Beitragsfreiheit die Prioritäten in der Kinderbetreuung falsch gesetzt.

Kitagebühren

Sollen die Kitagebühren in Brandenburg abgeschafft werden?

Auf der MAZ-Facebook-Seite brach die Meldung von Donnerstagmittag binnen 24 Stunden Rekorde. Der Post erreichte seitdem rund 280 000 Facebook-Nutzer über ihre Timeline. Dieser Wert liegt für Meldungen im Durchschnitt wesentlich tiefer, erhöht sich aber, je mehr Reaktionen ein Artikel hervorruft. „Woidke will Kitagebühren abschaffen“ erzielte mehr als 8000 Reaktionen, darunter 6100 „Gefällt mir“-Angaben und 400 Kommentare inklusive Verlinkungen. Der Beitrag wurde bislang rund 900-mal geteilt.

So kommentieren Leser auf der MAZ-Facebook-Seite

Sina Hädicke schreibt: „Wir haben Zwillinge und sie müssen fest ab dem 22.3. in den Kindergarten gehen. Ich bekomme schon nur einmal Elterngeld für beide und jetzt die Kitagebühren für beide zusammen sind 500 € monatlich , trotzdem ich wieder voll einsteige in die Arbeit, haben wir monatlich noch weniger Geld zur Verfügung und ich finde dass es endlich Zeit wird, dass da was passiert!“

Sylke Bornemann hat die Entlohnung des Fachpersonals im Blick: „Das ist wirklich toll, dass alle Eltern eine gute und qualitativ hochwertige Betreuung wollen, jedoch keiner sich für bessere Arbeitsbedingungen, oder eine bessere Entlohnung der Erzieherinnen einsetzen würde.“

René Richter: „Frag mich nur, warum es dafür keinen einheitlichen Beschluss gibt...sind nicht alle Kinder gleichzustellen in unserem Land!?“

Caro Händel hält Woidkes Aussagen für: „ Wahlkampfversprechen . Bei uns hier in Südbrandenburg werden die Beiträge gerade erhöht.... höchst mysteriös“

Constanze Yakar ist dagegen, die Beiträge vollständig abzuschaffen: „abschaffen sollte man sie nicht; der der zahlen kann sollte zahlen und ich bin eher dafür, die Erzieher besser zu bezahlen und den Schlüssel der Erzieher aufzustocken . Abschaffen heißt auch, es fließt weniger Geld in die Kasse und dementsprechend können die Erzieher nicht mehr Lohn erhalten“

Antje Ludwig: „Mir wäre es lieber, es würde mehr in Personal und Ausstattung unserer Kitas investiert werden, als die Kita - Beiträge abzuschaffen. Brandenburg gehört zu den Bundesländern mit dem schlechtesten Personalschlüssel in der Kinderbetreuung bundesweit. Wie kann man da auf Beiträge verzichten? Es muss dringend investiert werden ! Die Diskussion geht meines Erachtens völlig an der Realität vorbei.“

Elternsprecher: „Wir haben zweieinhalb Jahre dafür gekämpft“

„Zweieinhalb Jahre haben wir Eltern dieses Landes dafür gekämpft“, sagte Danilo Fischbach von der Landesbürgerinitiative Kitaplätze der MAZ. Für Erzieher wäre die Beitragsfreiheit eine Aufwertung ihrer Arbeit und ein Beleg dafür, dass sie wie Lehrer und Hochschullehrer Bildungsarbeit am Kind leisten, so Fischbach. Denn auch Schule und Uni sind beitragsfrei. „Ich möchte an den Städte- und Gemeindebund appellieren, dass er diese Nachricht positiv aufnimmt und unterstützt“, sagte er.

Städte- und Gemeindebund sieht Prioritäten verfehlt

Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Brandenburger Städte- und Gemeindebunds, lehnt Woidkes Vorstoß ab: „Ich glaube, da haben wir andere Sorgen.“ Priorität müsse statt der Beitragsfreiheit haben, Personalengpässe zu beseitigen und Betreuungsschlüssel zu verbessern. „Der Elternbeitrag für einen Betreuungsplatz in Brandenburg ist nicht hoch“, so Böttcher. Dass die Kosten teils erheblich schwankten, habe mit ortsspezifischen Bedingungen und variierenden Angeboten der Kitas zu tun.

Von Michaela Grimm

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