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Brandenburg Kostenlose Kita: Was ändert sich für Eltern?
Brandenburg Kostenlose Kita: Was ändert sich für Eltern?
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06:40 13.07.2017
Auf ein Gratis-Jahr für die Eltern von Vorschulkindern und weitere Neuerungen hat sich die rot-rote Regierungskoalition in dieser Woche verständigt. Quelle: Foto: dpa
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Potsdam

Kita, Kiez und kostenlos: Die rot-rote Koalition hat sich diese Woche auf ein neues Kita-Paket geeinigt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wann soll die Beitragsfreiheit starten und wer profitiert?

Die rot-rote Koalition hat die Weichen dafür gestellt, dass ab Herbst 2018 alle Vorschulkinder im letzten Jahr den Kindergarten unentgeltlich besuchen. Jetzt muss der Landtag noch zustimmen.

Warum wird ausgerechnet das letzte Kitajahr kostenfrei?

Nach Auskunft des Bildungsministeriums habe man sich darauf geeinigt, die Eltern der Vorschulkinder zu entlasten, um einen „harmonischen“ Übergang in die Grundschule sicherzustellen. Auf diesem Weg wolle man die Kompetenzen der Vorschulkinder auf dem Weg in die Grundschule fördern.

Was kostet das Gratis-Jahr?

Welche Gelder für die Beitragsfreiheit zur Verfügung stehen, müsse noch genau kalkuliert und möglicherweise angepasst werden, heißt es aus dem Brandenburger Bildungsministerium. Die Kalkulation sei deshalb so schwierig, weil im ganzen Land keine einheitlichen Elternbeiträge für Kitas existieren. Die Kosten zur Betreuung eines Kindes in der Krippe, Kita oder Hort legen Kommunen selbst fest.

Wann wird die Kita für alle Kindergartenkinder in Brandenburg gratis?

Dass Eltern für das letzte Kitajahr vor der Schule keine Gebühren mehr zahlen müssen, soll laut SPD-Fraktion ein Einstieg in die Beitragsfreiheit sein. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte in einem Interview angekündigt, auf mittlere Sicht die Kita-Beiträge abzuschaffen. In Berlin ist dies bereits der Fall. Die Brandenburger Linke macht sich schon länger für einen kostenfreien Kita-Besuch stark.

Wie ist das Betreuungsverhältnis in den Brandenburger Kitas aktuell?

Der Personalschlüssel in Brandenburg ist laut einer Bertelsmann-Studie von 2015 einer der schlechtesten Deutschlands, obwohl das Land inzwischen aktiv geworden ist. Experten empfehlen im Kleinkindbereich ein Betreuungsverhältnis von 1:3, bei älteren Kindern von 1:7,5. In der Mark kümmert sich durchschnittlich eine Erzieherin um fünf Kleinkinder unter drei Jahren. Bei den Drei- bis Sechsjährigen ist momentan eine Erzieherin für zwölf Kinder zuständig. Bis 2018 soll es, wie die rot-rote Koalition vereinbart hat, für die Drei- bis Sechsjährigen mehr Personal geben und der Schlüssel dann dort bei 1 zu 11 liegen. Der Betreuungsschlüssel hätte sich damit in beiden Gruppen um eine Stelle verbessert – theoretisch. Denn in der Praxis sind junge, gut ausgebildete Kräfte Mangelware.

Wie will das Land dem Erziehermangel begegnen?

Am jetzigen Modell der Erzieherausbildung will man nach Angaben des Bildungsministeriums nicht rütteln. Wohl aber werde darüber nachgedacht, noch mehr Seiteneinsteiger für den Erzieherjob zu gewinnen. So könnten etwa in naher Zukunft nicht mehr nur ausgebildete Erzieher in den Brandenburger Kitas arbeiten, sondern etwa auch Heilerziehungspfleger. „Wir müssen auf multiprofessionelle Teams in den Kindertagesstätten setzen“, sagte Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher.

Was hat es mit den Kiez-Kitas auf sich?

Mit dem neuen Landesprogramm sollen die Bildungschancen von sozial benachteiligten Kindern verbessert werden. Fünf Millionen Euro pro Jahr fließen 2018 und 2019 in die Förderung von rund 100 „Kiez-Kitas“. Jeweils vier bis acht Kitas sollen dafür von den Jugendämtern in den Kreisen und kreisfreien Städten ausgewählt werden. Mit dem Geld soll jeweils bis zu eine Vollzeitstelle zusätzlich geschaffen werden. Das können zusätzliche Erzieher, aber auch Sozialpädagogen oder Elternbegleiter sein.

Was investiert das Land in der nächsten Zeit?

Eine Menge, zumindest in die Kita-Kasse: Die rot-rote Landesregierung in Brandenburg will mit Millioneninvestitionen die Kinderbetreuung verbessern. Das Land stelle nächstes und übernächstes Jahr zusammen 20 Millionen Euro zur Verfügung, der Bund zahle von 2017 bis 2020 rund 32 Millionen Euro im Rahmen eines bundesweiten Programms, wie Jugendstaatssekretär Thomas Drescher am Mittwoch in Potsdam mitteilte. Mit dem Bundesprogramm sollen neue Kita-Plätze geschaffen und die Ausstattung verbessert werden. Das Landesprogramm konzentriert sich auf die bauliche Modernisierung zum Beispiel von Toiletten oder auf schalldämpfende Maßnahmen in Gruppenräumen.

Von Diana Bade

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