Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Regen

Navigation:
Krach in der Brandenburger Regierungszentrale

Staatskanzleichef streitet mit Woidke Krach in der Brandenburger Regierungszentrale

Staatskanzleichef Rudolf Zeeb hatte Ende Juni nach einem Streit mit Ministerpräsident Dietmar Woidke ein Rücktrittsgesuch eingereicht. Bei dem Streit sei es um „interne Verwaltungsstrukturen“ gegangen, hieß es. Nach einem klärenden Gespräch mit Woidke setzte Zeeb seine Arbeit fort. Sein Rücktrittsgesuch hat er aber bisher nicht zurückgenommen.

Voriger Artikel
Mutmaßlicher IS-Sympathisant in U-Haft
Nächster Artikel
„Brandenburgs Hang zum Scheitern“

Wie tief sind die Risse zwischen Staatskanzleichef

Potsdam. Der Chef der Staatskanzlei, Rudolf Zeeb (SPD), hat nach einem heftigen Streit mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) den Regierungschef um Entlassung in den einstweiligen Ruhestand gebeten. Das sei bereits acht Wochen her, bestätigte Regierungssprecher Andreas Beese gestern den ungewöhnlichen Vorgang. Der Streit sei inzwischen beigelegt, beide hätten sich ausgesprochen.

Zeeb hat sein schriftlich vorliegendes Entlassungsgesuch allerdings bis heute nicht zurückgenommen. Der Staatskanzleichef werde am 29. August aus dem Urlaub zurück erwartet, sagte der Regierungssprecher. Die Angelegenheit sei für den Ministerpräsidenten erledigt. Dass der erfahrene Verwaltungsbeamte Zeeb sein Gesuch auf dem Tisch liegen ließ und in den Urlaub gefahren ist, sorgt in Potsdam für reichlich Spekulationen. Möglicherweise lässt sich der 56-Jährige, der zuvor Staatssekretär im Innen- und im Finanzressort war, nach der angeblichen Streitbeilegung doch noch ein Hintertürchen offen. Ausgeschlossen wird auch nicht, dass das Ganze nur eine Kurzschlusshandlung des als aufbrausend bekannten Zeeb war.

Anlass für den Zoff waren unterschiedliche Auffassungen darüber, wie das engere Umfeld der Verwaltung strukturiert werden soll. Zeeb wollte die frei gewordene Büroleiter-Stelle beim Ministerpräsidenten einsparen. Es sollte künftig nur noch einen Büroleiter für beide geben – Zeebs Büroleiter. Das lehnte Woidke ab. Sein bisheriger Büroleiter Carsten Pranz war im Mai zurück ins Innenministerium gewechselt. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen unsachgemäßer Nutzung eines Dienstwagens. Pranz hatte das Auto als ehrenamtlicher Vize-Landesbranddirektor gefahren. Er soll Fahrtenbücher gefälscht haben. Zeeb hatte als damaliger Innenstaatssekretär die Anschaffung des Wagens abgesegnet – ohne Rücksprache mit dem zuständigen Finanzministerium. Die Affäre schwelt bis heute.

Die CDU spricht von „Drunter und Drüber“ in der Staatskanzlei. Der Abgeordnete Jan Redmann: „Woidke scheint die Kontrolle über das Regierungshandeln zunehmend zu entgleiten.“

Der Chef der Staatskanzlei

Rudolf Zeeb (56), geboren in Tübingen, kam 1998 nach Brandenburg in die Staatskanzlei. 2004 wurde er unter Finanzminister Rainer Speer (SPD) Staatssekretär. 2009 wechselte er mit Speer ins Innenministerium in gleicher Funktion. Dort blieb Zeeb auch unter den Ministern Dietmar Woidke und Ralf Holzschuher im Amt.



2014 machte Ministerpräsident Woidke Zeeb zum Chef der Staatskanzlei. Dort ist Flughafen-Staatssekretär Rainer Bretschneider sein Stellvertreter.

Von Igor Göldner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg