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Brandenburg Krähenfuß-Bande jetzt ein Fall für die Soko
Brandenburg Krähenfuß-Bande jetzt ein Fall für die Soko
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17:30 24.02.2017
Diese Metallkrallen werden „Krähenfüße“ genannt. Quelle: Polizei Brandenburg
Röderland/Bad Liebenwerda

Die Fahndung nach einer Bande, die zwei Geldautomaten gesprengt und die Polizei in Bad Liebenwerda mit “Krähenfüßen“ abgehängt haben soll, wird jetzt vom brandenburgischen Landeskriminalamt übernommen. Die für eine Serie von Sprengungen zuständige Sonderkommission “Fläming“ ermittele, teilte das Polizeipräsidium am Freitag in Potsdam mit.

Zuvor hatten die Beamten das mutmaßliche Auto der Täter entdeckt. Es stand brennend in einem Waldstück bei Röderland. Das Auto mit einem polnischen Kennzeichen wurde sichergestellt und soll nun genau untersucht werden. Von den Insassen fehlte jede Spur.

Polizei musste Verfolgungsjagd abbrechen

Die Ermittler gehen davon aus, dass vermutlich drei Täter am Donnerstagmorgen zwei Geldautomaten im nahe gelegenen Falkenberg (Elster) gesprengt hatten. Als sie wenig später von einer Polizeistreife verfolgt wurden, warfen sie in Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) Metallkrallen aus dem Fenster. Die so genannten Krähenfüße zerschnitten die Reifen von mehr als 20 Fahrzeugen, darunter auch bei einem Wagen der Polizei, so dass die Beamten ihre Verfolgungsfahrt abbrechen mussten.

Die Polizei musste die Verfolgung abbrechen. Quelle: Polizei Brandenburg

Das Landeskriminalamt Brandenburg führt die Ermittlungen zentral für Geldautomaten-Sprengungen. Allein im vergangenen Jahr gab es den Angaben zufolge im Land 28 solcher Vorfälle.

Immer wieder werden Geldautomaten gesprengt

In Brandenburg wie auch in Berlin werden immer wieder Geldautomaten gesprengt. Die Detonationen verursachen oft enorme Schäden. Einige Fälle aus der Vergangenheit:

Lübben, Oktober 2016: Durch die Detonation in einer Bankfiliale am Markt entstanden erhebliche Schäden – auch an der benachbarten Stadtverwaltung.

Potsdam, September 2016: Eine Potsdamer Panzerknackerbande muss sich vor Gericht verantworten. Die sieben Männer zwischen 22 und 59 Jahren waren offenbar spezialisiert darauf, Geldautomaten in die Luft zu sprengen und Tresore aus ihren Verankerungen zu reißen.

Berlin, August 2016: Hier musste die U-Bahnlinie 7 unterbrochen werden, Züge hielten nicht mehr am U-Bahnhof Jungfernheide im Stadtteil Charlottenburg-Nord. Bis September wurden 13 Geldautomaten-Sprengungen im Berliner Stadtgebiet registriert.

Trebbin (Teltow-Fläming), Juni 2016: Bei der Sprengung eines Geldautomaten wurde auch der angrenzende Supermarkt beschädigt. Die Explosion war so heftig, dass Teile des Dachs durch die Luft geflogen sind.

Elstal (Havelland), Mai 2016: Es entstand riesiger Schaden, weil der Automat in die Wand eines Einkaufszentrums eingebaut war.

Kremmen (Oberhavel), Januar 2016: Unbekannte versuchten in Kremmen, einen Geldautomaten zu sprengen – doch irgendetwas muss dabei schief gegangen sein.

Vehlefanz (Oberhavel), Juni 2015: Die Explosion war so heftig, dass die Bank zerstört wurde und die Teile des Automaten sich quer über die Straße verteilten, wie unsere Fotostrecke zeigt.

Von MAZonline

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