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Kraftwerk Jänschwalde muss Blöcke abschalten

Aus für die Braunkohle? Kraftwerk Jänschwalde muss Blöcke abschalten

Das Bundeswirtschaftsministerium und die Stromkonzerne Vattenfall, Mibrag und RWE haben sich geeinigt: Schrittweise werden Blöcke in Braunkohlekraftwerken vom Netz genommen. In der Lausitz sind ab 2017 zwei 500-Megawatt-Blöcke im Kraftwerk Jänschwalde betroffen. Für Umweltverbände ist klar: Damit darf es auch keine neuen Tagebau mehr geben.

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Vattenfall-Kraftwerk im sächsischen Boxberg.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid soll in den nächsten vier Jahren erheblich gesenkt werden. Dafür werden deutsche Braunkohlekraftwerke abgeschaltet. Betroffen sind auch zwei Blöcke mit je 500 Megawatt im Kraftwerk Jänschwalde (Spree-Neiße), die ab Herbst 2017 und 2018 vom Netz gehen sollen.

Das geht aus Plänen hervor, die Sonnabend vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlicht worden sind. Das Ministerium und die Energiekonzerne Vattenfall, Mibrag sowie RWE haben sich somit nach langem Streit über die schrittweise Abschaltung von Kohleblöcken in Brandenburg, Sachsen und in Nordrhein-Westfalen geeinigt. Ab nächstem Jahr sollen die Unternehmen demnach die Kraftwerksblöcke auf Null fahren, diese zur Absicherung der Stromversorgung aber weitere vier Jahre in Reserve halten. Erst dann sollen die Blöcke endgültig abgeschaltet werden.

„Abwrackprämie“ für’s Abschalten

Damit sollen insgesamt 2,7 Gigawatt vom Netz gehen und der Kohlendioxid-Ausstoß um jährlich etwa zwölf Millionen Tonnen reduziert werden. Die Konzerne erhalten dafür eine von Umweltverbänden als „Abwrackprämie“ titulierte Vergütung von rund 230 Millionen Euro über einen Zeitraum von sieben Jahren. Die Netzentgelte sollen dadurch um 0,05 Cent pro Kilowattstunde steigen.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) begrüßte die Regelungen. „Sie dienen den Klimazielen und beenden Unsicherheiten für die Beschäftigten“, sagte er Sonntag der MAZ. Von Vattenfall als Betreiber des Kraftwerks Jänschwalde erwarte er, dass die Vereinbarung sozialverträglich umgesetzt werde. Die Beschlüsse hätten auch für den von Vattenfall geplanten Verkauf der Braunkohlesparte Bedeutung, so der Minister.

Ziel: Braunkohlestopp bis 2040

Hoffnungen von Zitterpartie der Menschen in den bedrohten Dörfern muss ein Ende habe“, forderte die Grünen-Energiepolitikerin im Landtag, Heide Schinowskv. Sie kritisierte die hohen staatlichen Beihilfen für die Konzerne, die der Kunde bezahlen müsse.

Von Volkmar Krause

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