Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Kriminalität: Schröter spricht mit Bankern

Nach Brandbrief der Spreewaldbank Kriminalität: Schröter spricht mit Bankern

Nach der Explosion eines Geldautomaten in Südbrandenburg und einem dadurch entstandenen Millionenschaden sendete die Spreewaldbank einen öffentlichen Hilferuf an die Landesregierung – die MAZ berichtete darüber. Nach anfänglichem Zögern reagiert auch das Land. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) empfing am Montagabend Banker zu einem Sicherheitsdialog.

Voriger Artikel
Spektakuläre Himmelsmalereien
Nächster Artikel
Brandenburger zahlen beim Arzt drauf

Sven Thamm, Vorstand der Spreewaldbank eG

Quelle: Bank

Potsdam. Nun also doch: Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hat am Montagabend Bankenvertreter zu einem Krisengespräch empfangen. Auslöser war der offene Brief des Vorstands der Spreewaldbank eG, über den die MAZ Anfang Juli zuerst bericht hatte. „Wir fühlen uns nicht mehr sicher!“, hatten die Banker in ungewohnter Offenheit geschrieben. Zuvor hatten Kriminelle in Altdöbern (Oberspreewald-Lausitz) einen Geldautomat der genossenschaftlichen Bank gesprengt und dabei ein Einkaufszentrum in Schutt und Asche gelegt. Der geschätzte Schaden ging in die Millionen. Das Innenministerium hatte zunächst äußerst zurückhaltend reagiert und sich verwundert über den Brief geäußert.

Zu dem Sicherheitsgipfel hatte Schröter neben Spreewaldbanker Sven Thamm auch die Chefs des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, des Ostdeutschen Sparkassenverbandes und des Ostdeutschen Bankenverbandes geladen. Der Termin stand nicht im öffentlichen Kalender der Landesregierung. Banker setzen auf Diskretion. Wie die MAZ erfuhr, ging es um die Frage, wie Angriffe wie der in Altdöbern künftig verhindert werden können – etwa mit technischen Präventionsmaßnahmen.

Mit am Tisch saßen der designierte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke und Landeskriminaldirektor Roger Höppner. „Natürlich nehmen wir die Sorgen der Betroffenen von Kriminalität ernst“, sagte Mörke der MAZ vor dem Treffen. „Wir haben für das Aufsprengen von Geldausgabeautomaten ein spezielles Lagebild für das Land erstellt, das neben der Analyse auch eine Strategie zur Bekämpfung dieses Kriminalitätsphänomens enthält.“

Details wollte Mörke nicht preisgeben – den Vorwurf fehlender Ermittlungserfolge wies er aber zurück. Im August 2013 kam die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Berlins und Brandenburgs sieben Tatverdächtigen auf die Spur, denen mindestens 23 solcher Straftaten zur Last gelegt werden. Am Samstag wird am Landgericht Potsdam ein Urteil gegen die Profieinbrecher erwartet.

Im Interview mit den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ hatte Mörke zuvor eingeräumt, dass statt 124 nur 105 Polizeistreifen rund um die Uhr im Einsatz sind. Davon stehe im Raum Lübben (Dahme-Spreewald), dem Sitz der Spreewaldbank eG, nur eine Streife regelmäßig zur Verfügung, kritisierte CDU-Innenexperte Björn Lakenmacher. Die Banker fragten sich zurecht: „Bleiben wir zurück? Werden wir ein rechtsfreier Raum?“ Lakenmacher fordert: „Die Polizei muss wieder mehr Präsenz zeigen.“

Von Bastian Pauly

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg