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Brandenburg Kriminelle besonders im Speckgürtel aktiv
Brandenburg Kriminelle besonders im Speckgürtel aktiv
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21:01 21.03.2016
Vor allem die Wohnungs- und Hauseinbrüche kommen häufig in Brandenburg vor. Quelle: dpa
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Potsdam

Die Zahl der Straftaten hat in Brandenburg einen neuen Tiefstand erreicht. Im vergangenen Jahr wurden 188 264 Fälle registriert, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von rund 4 Prozent bedeutet, wie Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Montag sagte. Deutlich rückläufig war vor allem die Zahl der Auto- und Fahrrad- und anderen Diebstähle mit einem Minus von 6,3 Prozent auf rund 79 300. Dagegen stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche um gut 11 Prozent auf 4436 Fälle.

Die Aufklärungsquote stagnierte: Wie im Vorjahr konnte nur etwa jede zweite Straftat (52,5 Prozent) aufgeklärt werden. Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen sank um 1,3 Prozent auf knapp 66 500. Die Zahl ausländischer Tatverdächtiger stieg um ein Fünftel auf rund 12 700. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an allen ermittelten Beschuldigten erhöhte sich um 3,4 Prozentpunkte auf 19,1 Prozent.

Hier finden Sie Originalmitteilungen des Innenministeriums

– Die gesamte Mitteilung des Innenministeriums finden Sie hier.

– Das Innenministerium hat die Mitteilung auch als Pdf-Datei bereitgestellt.

– Eine ausführliche Präsentation gibt es hier.

– In diesem Dokument finden Sie die Stellungnahmen des Innenministers zu den einzelnen Punkten.

– In einem Handout sind die wichtigsten Punkte der Statistik zusammengefasst.

– Auf 24 Seiten hat das Innenministerium die neuen Zahlen zur Straftaten-Entwicklung ausgewertet.

Kriminalitätsbelastung „immer noch zu hoch“

„Die gesunkene Zahl der Delikte darf nicht über die weiterhin angespannte Lage im Land hinwegtäuschen“, sagte Schröter. „Im Vergleich der Flächenländer ist die Kriminalitätsbelastung in Brandenburg immer noch zu hoch.“ Die geringen Erfolge bei der Aufklärung der Taten erklärte er auch mit der Belastung infolge der Flüchtlingskrise: „Die Polizisten müssen insbesondere seit dem Sommer 2015 eine Vielzahl von Flüchtlingsunterkünften und Demonstrationen im Zusammenhang mit dem Thema Asyl absichern.“

Bei Gewalttaten wie Mord, Totschlag und Vergewaltigung liegt die Mark mit 168 Taten pro 100 000 Einwohner bundesweit auf einem der hintersten Plätze. In den Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin liegt dieser Wert zwischen 503 und 481 Fällen.

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Mehr Fälle von Rauschgiftkriminalität

Ein Ausreißer nach oben ist die Rauschgiftkriminalität: Hier stieg die Zahl der festgestellten Delikte um 14 Prozent auf rund 8200. Dies liege im Wesentlichen an verstärkten Kontrollen, erklärte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. Sorge bereitet den Ermittlern allerdings, dass zunehmend 11- bis 14-Jährige mit Drogen erwischt werden.

Mehr Delikte im Speckgürtel, weniger an der Grenze

In den Gemeinden des Berliner Speckgürtels ist die Kriminalitätsbelastung höher als in anderen Landesteilen. Dafür sank die Zahl der Delikte in den Gemeinden an der polnischen Grenze um 3,6 Prozent. Dies führen die Verantwortlichen unter anderem auf verstärkte Polizeipräsenz wie die zusätzlichen Streifen in Guben und Forst zurück. „Die rückläufige Zahl bei den Autodiebstählen ist ein Ergebnis der Zusammenarbeit mit den polnischen Kollegen“, sagte Schröter. Angesichts der hohen Belastung durch die Flüchtlingskrise müsse die Polizei Prioritäten setzen, räumte er ein. „Es wäre schön, wenn wir in der Summe mehr Polizei hätten. Dann könnten wir auch noch intensiver an den Stellen ermitteln oder präventiv tätig werden, wo wir neue Schwerpunkte erkennen.“

CDU sieht „verfehlte Innenpolitik“

Der Innenexperte der CDU, Björn Lakenmacher, sprach von einem „traurigen Beleg jahrelang verfehlter Innenpolitik“ von Rot-Rot. Wie Lakenmacher forderte auch die AfD mehr Personal bei der Polizei. „Was hilft, ist Fahndungs- und Ermittlungsdruck“, sagte der Landeschef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Riccardo Nemitz. „Die Strafverfolgung von Staatsanwaltschaften, Gerichten und Kriminalpolizei darf von der rot-roten Landesregierung nicht länger als ungeliebtes fünftes Rad am Wagen angesehen werden.“

Von Klaus Peters

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