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Kriminelle haben es auf Pferdesättel abgesehen

Reiter besorgt Kriminelle haben es auf Pferdesättel abgesehen

Niemand hat sie gehört, keiner hat sie gesehen, Bewegungsmelder, Kameras und Lichtschranken stellen kein Hindernis dar: Professionell agierende Banden haben es in Brandenburg auf Pferdesättel und Reitzubehör abgesehen. Vieles davon landet auf dem Schwarzmarkt oder bei dubiosen Online-Händlern.

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Echte Handwerksarbeit: Gute Sättel kosten zwischen 1500 und 300 Euro. Sie werden für Reiter und Pferd passgenau angefertigt.

Quelle: dpa

Potsdam. In Brandenburg geht der Pferdesattelklau um. 2014 hat sich die Zahl der Diebstähle laut Landeskriminalamt (LKA) im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt (2014: 49 erfasste Fälle, 2013: 24). Wie LKA-Sprecherin Karina Schulter sagte, bewegten sich die Zahlen im Vergleich zu den Diebstählen insgesamt auf niedrigem Niveau, gleichwohl verunsichere der Sattelklau Pferdebesitzer und Reiter. „Natürlich sorgt das auch bei uns für Unruhe“, so Lisa Bolte vom 16 000 Mitglieder zählenden Landesverband Pferdesport. Bei den Landkreisen stach im Vorjahr in der Statistik Oberhavel mit 15 Diebstählen hervor. Aber auch die Uckermark (8), das Havelland (7) und Potsdam-Mittelmark (6) wurden verstärkt heimgesucht.

Besonders übel traf es am letzten Juliwochenende Reiterhöfe in Nudow und Schenkenhorst (beide Potsdam-Mittelmark), wo jeweils rund 20 zum Teil hochwertige Sättel und anderes Reitzubehör verschwanden. In Nudow wurde eine Sattelkammer leergeräumt, Reiterhofbetreiberin Marita Schreiber schätzt den Schaden auf gut 60 000 Euro. In Schenkenhorst knackten die Langfinger Metallschränke, ein ähnlich hoher Schaden auch dort. Die Sättel gehören überwiegend Sport- und Hobbyreitern, die ihre Pferde auf den Höfen in Pension haben. Weniger Beute machten Diebe zur gleichen Zeit in Alttranft (Märkisch-Oderland). Aus einem Bauwagen auf einer Koppel stahlen sie Zubehör im Wert von 1500 Euro. Reiterhofbetreiber wie Marita Schreiber glauben, dass die Diebe auf Pferdezubehör spezialisiert sind. Schreibers Hof ist gut gesichert – auch mit Kameras und Bewegungsmeldern. Die Täter schreckte das nicht ab.

Experten der Pferdesportszene vermuten seit längerem, dass hinter dem Sattelklau – ähnlich dem Autodiebstahl – organisierte, teilweise ausländische Banden stecken und vor allem hochwertiges Reitzubehör in Osteuropa landet. Auch Daniel Beuse ist überzeugt, dass die Sattelkammern zunehmend von professionell agierende Banden geplündert werden. „Manchmal kommen sie nach Wochen ein zweites Mal, weil sie wissen, dass die beim ersten Mal erbeuteten Sättel durch neue ersetzt wurden.“ Im Internet könne man billig Zubehör kaufen, deren Herkunft unklar ist. Beuse betreibt seit 25 Jahren eine Sattlerei in Finsterwalde (Elbe-Elster). Gerade ist er dabei, für eine Kundin, deren Sattel in Nudow verschwand, Ersatz zu beschaffen. Die Preise für einen guten Sattel liegen zwischen 1500 und 3000 Euro oder darüber. Bitter sind die Diebstähle aber nicht nur deshalb. Viele Betroffene beklagen den Verlust eines individuell für Pferd und Reiter gefertigten Sattels. „Das ist wie mit einem guten Paar Schuhe“, sagt Beuse.

Brandenburgs Polizei bestätigt die Tendenz zur Bandenkriminalität bislang nicht. „Ermittelte Tatverdächtige standen zum Teil in direkter Beziehung zum jeweiligen Betrieb oder bestohlenen Personen“, so LKA-Sprecherin Schulter.

Von Volkmar Krause

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