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Kritik an Brandenburgs Bildungspolitik

Nur Rang 14 in Wirtschaft-Studie Kritik an Brandenburgs Bildungspolitik

Zu früh gefreut: Nach dem guten Abschneiden der Neuntklässler beim Mathe-Leistungsvergleich vor zehn Tagen bekommt Brandenburgs Bildungspolitik nun eine volle Breitseite von der Wirtschaft. Beim „Bildungsmonitor“ des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) landet Brandenburg nur auf Rang 14 von 16 Bundesländern.

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Starke Kritik trifft diesmal das Ressort von Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos).

Quelle: dpa

Potsdam. Für die Studie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft wird kein Schüler zum Test gerufen. Bereits vorhandene Daten und Studien – darunter auch der jüngste Mathe-Vergleich – fließen in den Monitor ein. Alles unter dem Blickwinkel: Wer schafft die besten Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum? Sachsen, Thüringen und Bayern, meinen die Ökonomen.

Brandenburg patzt nach Auffassung des IW vor allem bei der beruflichen Bildung und im Hochschulbereich. Bei der „Forschungsorientierung“ ist die Mark Schlusslicht. Nirgendwo sonst schaffen so wenige Akademiker den Sprung auf den Professorenstuhl. Pro 100 Professoren wurden 2011 nur 2,2 Habilitationsverfahren abgeschlossen (Bundesschnitt: 3,8). Auch die Zahl der Promotionen ist gering. Zudem werden anderswo mehr Drittmittel eingeworben.

Die Bildungssysteme aus ökonomischer Sicht

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wurde im Jahr 2000 vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründet und versteht sich als branchen- und parteiübergreifende Wirtschaftsplattform. Finanziert wird sie von den Arbeit geberverbänden der Metall- und Elektroindustrie.

Seit 2004 gibt die INSM jährlich den Bildungsmonitor in Auftrag, der aus ökonomischer Sicht die Bildungssysteme der Länder betrachtet.

Indikatoren werden in die Studie einbezogen. Diese reichen von der Beschreibung der Infrastruktur über die Betreuungsrelationen an den Schulen und Abbrecherquoten bis zu Zugangsmöglichkeiten zu höheren Bildungsabschlüssen.

Die zugrunde liegenden Daten stammen aus 2011 und 2012.

Für das Forschungsministerium lässt sich das erklären: In der Mark werde keine Medizin angeboten, sagt Sprecher Hans-Georg Moek. Medizin sei aber ein Fach, in dem sehr oft promoviert und habilitiert wird. „Außerdem haben wir viele Fachhochschulen“, so Moek. An diesen kann man keinen Professorentitel erwerben.

Bei der beruflichen Bildung rügt das IW, dass nur 82,6 Prozent der Brandenburger Auszubildenden ihre Abschlussprüfungen bestehen. Im praktischen Bereich seien die meisten gut, sagt Wolfgang Spieß, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam. Das Problem sei die Theorie. „Betriebe sind aber kein Reparaturbetrieb für das, was in der Schule versäumt wird“, kritisiert er. In Ländern wie Thüringen würde zudem flächendeckend gute Berufsorientierung in der Schule angeboten. Die Schüler lernten dort früh, wo ihre Stärken und Schwächen liegen.

„Auch in Brandenburg kooperieren viele Schulen mit Unternehmen“ , weist der Sprecher des Bildungsministeriums, Stephan Breiding, die Kritik zurück. „Schule ist zudem mehr als die verlängerte Werkbank der Wirtschaft“, sagt er. Insgesamt sei die Studie nur ein wenig aussagekräftiges Potpourri bekannter Zahlen.

Nach Rang 3 im Mathe-Ländervergleich sei die Studie nun „eine Ernüchterung“, sagt hingegen die Grünen-Bildungsexpertin Marie Luise von Halem. Auch FDP-Fraktions chef Andreas Büttner meint: „Das Trauerspiel geht in die nächste Runde.“ Brandenburger hätten weiter schlechtere Bildungschancen als andere.

Von Marion Kaufmann

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