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Brandenburg Bums – Punkband oder Waffen?
Brandenburg Bums – Punkband oder Waffen?
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00:35 25.03.2018
Im NSU-Ausschuss wurde eine neue Theorie bekannt. Quelle: dpa
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Potsdam

Brandenburgs SPD stellt eine zentrale Theorie im Zusammenhang mit dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) und dessen Verbindungen nach Brandenburg infrage. Eine abgefangene SMS könnte falsch als Nachfrage nach einer Waffenlieferung interpretiert worden sein. Der SMS-Text: „Was ist mit den Bums“ beziehe sich möglicherweise auf eine Lieferung von CDs der Punk-Band „Bums“ und nicht auf Waffen, teilte die SPD-Obfrau im NSU-Ausschuss, Inka Gossmann-Reetz am Donnerstag mit.

Nachdem das Terrortrio um Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe untergetaucht war, wurde das Handy des mutmaßlichen Unterstützers Jan W. angezapft. Dabei fingen die Sicherheitsbehörden die SMS von Jan W. an den Brandenburger V-Mann Carsten S. alias Piatto ab. Bislang galt die „Bums“-SMS als Bitte um eine Waffenlieferung. Die SMS wurde allerdings nie richtig ausgewertet, um, wie es bisher hieß, die Quelle nicht zu verbrennen. Diese Fragen hatten schließlich mit zur Einsetzung des NSU-Untersuchungsausschusses geführt.

„Möglicherweise hat man sich bei der Bezeichnung ,den Bums’ zu schnell auf Waffen festlegt. Eine komplette Auswertung der Telekommunikationsüberwachungs-Protokolle ist scheinbar bisher nicht erfolgt“, sagte SPD-Obfrau Gossmann-Reetz. „Liest man die TKÜ-Protokolle, dann spielen Waffen keine Rolle.“ Vielmehr sei es in der Konverstation zwischen Jan W. und V-Mann Piatto häufiger um Musik-CDs gegangen.

Punkband taucht im Verfassungsschutzbericht auf

Gossmann-Reetz verweist auf einen Wikipedia-Eintrag über die Punk-Band „Bums“, die 1998, im Jahr der fraglichen SMS, ein Album mit dem Titel „Räumt auf“ herausgebracht hat. Einige Titel der CD würden Passagen enthalten, die sich klar gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung richteten.

Ob eine CD der Punkband allerdings 1998 wirklich in Neonazi-Kreisen gehandelt wurde, ist fraglich. Die „Bums“ dürften eher dem linksextremen Spektrum zuzurechnen sein. Sie tauchten 2011 sogar im Brandenburger Verfassungsschutzbericht in dem Kapitel „Hassmusik mit linksextremistischen Bezügen“ auf. Die Band hatte 2011 unter anderem bei dem Konzert „Dahme zeigt Gesicht“ gegen Rechtsextremisten gespielt.

Von Torsten Gellner

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