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Brandenburg Kudamm-Raser: Lebenslange Haft und Führerscheinverbot
Brandenburg Kudamm-Raser: Lebenslange Haft und Führerscheinverbot
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16:55 16.02.2018
Der Angeklagte Marvin N. steht zwischen seinen Anwälten und wartet auf die Urteilsverkündung. Quelle: dpa
Berlin

Mit einem aufsehenerregenden Schuldspruch sind zwei Autoraser nach einem tödlichen Rennen wegen Mordes verurteilt worden. Die beiden Männer im Alter von 28 und 25 Jahren erhielten am Montag im Berliner Landgericht lebenslange Gefängnisstrafen. Den Angeklagten wurde zudem lebenslang der Führerschein entzogen.

Damit folgte das Gericht den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Das Urteil für diese Form der Raserei mit tödlichem Ausgang ist nach jetzigem Kenntnisstand bislang einmalig. Es ist aber noch nicht rechtskräftig.

Fahrzeugteile liegen in der Tauentzienstraße in Berlin nach dem illegalen Autorennen, bei dem ein Unbeteiligter starb. Quelle: dpa

So begründet das Gericht die Urteile

Das Gericht begründete die Urteil für den Todesfahrer und den Fahrer des zweiten Autos mit einem „mittäterlichen Geschehen mit bedingtem Tötungsvorsatz“. Die Männer seien in der Innenstadt mit Vollgas gefahren, um ein Rennen zu gewinnen. Als juristisches Mordmerkmal erkannte das Gericht, dass in diesem Fall die Autos als Tatwaffe ein gemeingefährliches Mittel gewesen seien. Das von der Anklage angeführte Mordmerkmal niedriger Beweggründe sahen die Richter nicht.

So argumentierte die Staatsanwaltschaft

Das Urteil war mit Spannung erwartet worden, weil Raser erstmals wegen Mordes vor Gericht standen. Die Anklage argumentiert, die Männer hätten bei ihrem Rennen zwar niemanden vorsätzlich töten wollen, aber mögliche tödliche Folgen billigend in Kauf genommen. Juristen nennen das einen bedingten Vorsatz.

Der Angeklagte Hamdi H. steht zwischen seinen Anwälten. Quelle: dpa

So argumentierte die Verteidigung

Meist geht es in solchen Fällen nur um fahrlässige Tötung mit deutlich geringeren Strafen. Die Verteidiger hatten auf Schuldsprüche wegen fahrlässiger Tötung für den einen Fahrer und wegen Gefährdung des Straßenverkehrs für den anderen Fahrer plädiert. Sie argumentierten, der Vorsatz, an einem Rennen teilzunehmen, sei nicht mit einem Tötungsvorsatz gleichzusetzen. Den Männern sei das Risiko nicht in den Sinn gekommen, weil sie gedacht hätten, alles unter Kontrolle zu haben.

Gesetzentwurf für härtete Strafen

Illegale Autorennen und Raser waren in den vergangenen Jahren immer wieder ein Thema - in Prozessen und zunehmend auch in der Politik.

Der Bundesrat beschloss im September 2016 einen Gesetzentwurf für härtere Strafen. Der Bundestag müsste allerdings noch zustimmen, damit der Entwurf Gesetz wird. Das Bundesverkehrsministerium hat jedoch Skepsis erkennen lassen und angedeutet, die bestehende Gesetzeslage sei ausreichend.

Laut dem Entwurf soll aus einer Ordnungswidrigkeit ein Straftatbestand werden. Bisher drohen Teilnehmern illegaler Rennen 400 Euro Bußgeld und ein Monat Fahrverbot. Nach dem Entwurf sollen Menschen, die an unerlaubten Autorennen teilnehmen, mit bis zu zwei Jahren Gefängnis und einem Entzug des Führerscheins rechnen müssen. Werden Unbeteiligte in Gefahr gebracht, sollen Teilnehmer bis zu fünf Jahre in Haft kommen können. Wird bei einem Rennen ein Mensch schwer verletzt oder getötet, drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Bei einer Verurteilung könnten künftig auch die Autos für eine längere Zeit eingezogen werden.

Politik streitet über härtere Strafen >

Das geschah in der Nacht zum 1. Februar 2016

Die beiden Raser überfuhren in der Nacht zum 1. Februar mehrere rote Ampeln. Auf einer Kreuzung der Tauentzienstraße rammte der 27-Jährige den Jeep. Für den standen die Ampeln auf Grün - der Wagen wurde durch den Aufprall 70 Meter weit über die Straße geschleudert. Der 69 Jahre alte Jeep-Fahrer starb. Das Auto des zweiten Fahrers knallte gegen einige Straßenbegrenzungen. Beim Zusammenstoß fuhren sie etwa 160 Stundenkilometer schnell. Der Unfallort glich einem Trümmerfeld. Die beiden Raser wurden kaum verletzt. Sie waren bereits zuvor polizeilich in Erscheinung getreten.

Der Unfallort glich einem Trümmerfeld. Quelle: dpa

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Von dpa

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