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Brandenburg Kursleiter verkauft Erste-Hilfe-Urkunden
Brandenburg Kursleiter verkauft Erste-Hilfe-Urkunden
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17:34 03.08.2016
Retter des ASB bei der Arbeit. Quelle: dpa-Zentralbild
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Frankfurt (Oder)

Im Fall eines ehemaligen Mitarbeiters des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Frankfurt (Oder), der Blanko-Urkunden für Erste-Hilfe-Kurse gestohlen und als falsche Belege weiterverkauft haben soll, ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft. Das bestätigte Sprecher Ingo Kechichian, wollte aber wegen des eben erst angelaufenen Verfahrens keine Details nennen.

Zehn Euro sollte eine gestempelte Urkunde kosten

Der ehemalige hauptamtlichen Erste-Hilfe-Kurs-Leiter Christian B. soll, wie der Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) berichtet, bei seinem Ausscheiden aus dem ASB 2014 mindestens 100 Bescheinigungen mitgenommen haben. Solche Nachweise der Kenntnis grundlegender Rettungshandgriffe sind Voraussetzung für den Erwerb des Führerscheins. Wie viele der Urkunden tatsächlich verkauft und von Führerscheinanwärtern bei den Behörden abgegeben wurden, untersuchen jetzt die Ermittler. Rund 10 Euro soll Christian B. pro Formular erhalten haben.

Auf Urkundenfälschung stehen bis zu zehn Jahre Haft

Auf Urkundenfälschung stehen bis zu fünf Jahre Haft. Das bewusste Verwenden eines gefälschten Zertifikats könnte für die Käufer noch weitgehendere Folgen haben. Sie könnten unter Umständen sogar ihren Führerschein zurückgeben müssen. Der RBB hatte über einen Strohmann 15 Kursbelege angeboten bekommen.

ASB-Chef Klaus-Dieter Schepler sagte, er sei persönlich schwer enttäuscht, denn der mutmaßliche Dokumentendieb sei ein hervorragender Kursleiter gewesen, „informativ und unterhaltsam“, so Schepler. „Wir haben große Hoffnungen in ihn gesetzt.“ Der ASB habe dem hauptberuflichen Mitarbeiter alle denkbaren Fortbildungen ermöglicht bis hin zur Tierrettung. Christian B. sei aus eigenem Antrieb 2014 gegangen, weil er anderswo eine Lehre begonnen habe, so Schepler.

Behörden prüfen jetzt Gültigkeit von Führerscheinen

Laut Schepler gehen die Behörden in der Stadt Frankfurt und Umland jetzt alle Kursbelege durch, die vom ASB in den vergangenen Jahren Führerscheinanwärtern ausgestellt wurden. Die würden dann mit den Teilnehmerlisten der Organisation abgeglichen. So könne man feststellen, wer tatsächlich einen Kurs besucht hat – und wer nicht. Den Fall hatte nach RBB-Angaben eine Einsatzsanitäterin ins Rollen gebracht. Sie arbeitet nicht beim ASB in der Stadt.

Es mache ihn „betroffen, dass jetzt vielleicht Autofahrer an einen Unfallort kommen und nicht fachgerecht helfen können, weil sie die Kurse nicht besucht haben", sagte Schepler. Eine Sicherheitslücke sehe er nicht, derartiger krimineller Energie könne man kaum vorbeugend begegnen. Der Dienststempel, den Christian B. benutzt haben soll, stamme nicht aus der Frankfurter Zentrale. Schepler betonte, ein neuer Kursleiter sei eingestellt worden und leiste gute Arbeit. Die Qualität der Rettungskurse sei hoch beim ASB.

Von Ulrich Wangemann

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