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Land kannte Drogenproblem in Hennigsdorf

Drogendeals an Oberschule Land kannte Drogenproblem in Hennigsdorf

Diese Nachricht hat viele entsetzt: An einer Schule in Hennigsdorf (Oberhavel) gibt es offenbar ein großes Drogenproblem. Viele Schüler saßen zugedröhnt im Unterricht, einige sollen sogar gedealt haben. Jetzt kommt heraus, dass das Landesschulamt die Probleme der Schule kennt. Auch der Brandenburger Polizeipräsident äußert sich zu dem Fall.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam/Hennigsdorf. Der Hilferuf der Schulleiterin Yvonne Waltenberger von der Schweitzer-Oberschule hat Wellen geschlagen: 21 Teenager der Hennigsdorfer Schweitzer-Oberschule sollen Amphetamine oder Cannabis konsumiert, fünf von ihnen sogar gedealt haben.

Laut dem brandenburgischen Bildungsministerium kennt die zuständige Regionalstelle des Landesschulamtes in Neuruppin die Vorgänge in der Oberschule. „Die Schulaufsicht wurde bereits in der vergangenen Woche tätig und hat mit den Tatverdächtigen Kontakt aufgenommen“, sagt Sprecher Florian Engels. Ansonsten hält sich das Ministerium mit einem Urteil zurück. „Es gibt keine Anzeichen für eine neue Dimension des Drogenproblems an märkischen Schulen“, sagt Engels. Erste Rückmeldungen über Probleme an anderen Schulen hätten sich bislang nicht bestätigt. An der Schweitzer-Oberschule müssten jetzt Gespräche mit Schülern und Eltern geführt werden: „Es muss klar sein, das ist kein netter Spaß und Nebenverdienst.“

Andere Schulen bestreiten Drogenprobleme

Dass an einer Schule in diesem Ausmaß gedealt werde, sei „eher die Ausnahme“, sagt Andrea Hardeling, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtberatung. Prinzipiell sei es „gut, wenn Suchtmittelmissbrauch offen benannt wird“.

Schulleiterin Yvonne Waltenberger behauptet, das Problem gebe es an allen Hennigsdorfer Schulen. Bei anderen Schulleitern kommt diese Behauptung nicht gut an. „Das kann man so pauschal nicht stehenlassen“, so Marion Reuß, kommissarische Leiterin der Fontanegrundschule ebenfalls in Hennigsdorf. In ihren 18 Jahren an der Grundschule habe es noch nie Probleme mit Drogen gegeben. „Ich will aber nicht ausschließen, dass unsere älteren Schüler legale Drogen wie Nikotin oder Koffein probieren. Was außerhalb der Schule passiert, bleibt uns verborgen“, so Reuß. Ihr Kollege Jürgen Schulze, Direktor der Grundschule Nord, pflichtet ihr bei. „Wir haben noch keinen erwischt, der so aussah als hätte er Drogen genommen.“ Dass Schüler aber in der 5. und 6. Klasse schon mit Drogen in Kontakt gekommen sein könnten, könne der Direktor nicht ausschließen. „Aber von Schülern, Lehrern oder Eltern kam noch nie ein Hinweis“, so Schulze.

Polizeipräsident sieht Schulen in der Pflicht

Markus Kobler, Sprecher des Kreiselternrats in Potsdam, findet das Ausmaß des Hennigsdorfer Drogenproblems „sehr ungewöhnlich“. Es seien zwar auch in Potsdamer Schulen hin und wieder Joints geraucht worden, von harten Drogen wie Crystal Meth habe er aber bisher in Potsdam nichts gehört. Auch von dealenden Schülern wisse er nichts. „Wir haben hier aber auch relativ gute Präventionsmaßnahmen.“ Sowohl die Drogenberatung „Chillout“ wie auch die Polizei klärten regelmäßig über Drogen auf. In einem Fall wie Hennigsdorf müsse man die Polizei einschalten, meint Kobler. „Solange das geheim gehalten wird, passiert nichts.“ Die Polizei sei jedoch verpflichtet, dem Drogenproblem nachzugehen.

Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke sieht die Schulen in der Pflicht. „Die können jetzt nicht aufgeben“, sagt Mörke. Wo immer Drogen auf dem Schulhof als Problem erkannt würden, gehörte die Thematik in Elternversammlungen, so Mörke. Die Polizei unterstütze die Schulen in solchen Situationen. In Sachen Drogenkonsum sei Brandenburg „seit mindestens zehn Jahren auf Westniveau angekommen“, so der Polizeipräsident. Binnen eines Jahres habe die Brandenburger Polizei 15 Prozent mehr Drogendelikte festgestellt – das führt Mörke aber vor allem auf intensive Ermittlungen zurück.

Von MAZonline

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