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Brandenburg Land untersucht Vorwürfe zum Mathe-Abi
Brandenburg Land untersucht Vorwürfe zum Mathe-Abi
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12:37 10.05.2017
Waren die Prüfungen für einige Schüler zu schwer? Quelle: dpa
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Potsdam

Zu kompliziert und missverständlich formuliert: Mit einer derart schweren Mathematik-Prüfung haben die Abiturienten aus Brandenburg nicht gerechnet. „Die breite Masse der Schüler war in diesem Jahr mit den Aufgaben überfordert“, sagt Landesschülersprecher Johannes Sven Hänig. So habe eine Fragestellung der Prüfung am vergangenen Mittwoch zu einer Logarithmusfunktion von den meisten Prüflingen nicht gelöst werden können, weil sie nicht Bestandteil des Unterrichts gewesen sei. Außerdem sehen sich Brandenburger Schüler wegen des märkischen Leistungskurssystems im Nachteil gegenüber Abiturienten aus anderen Bundesländern. Bestätigen sich die Vorwürfe, müssen die Prüfungen notfalls nachgeschrieben werden.

Auch Schulleiter zeigten sich vom Prüfungsstoff überrascht. „Unsere Mathematiklehrer fanden die Aufgaben sehr schwer“, sagt Winfried Overbeck, Schulleiter des Evangelischen Domgymnasiums in Brandenburg an der Havel. Ähnlich sieht man es am Potsdamer Hermann-von-Helmholtz-Gymnasium, wo 81 Prüflinge ihr Mathe-Abitur geschrieben haben. Das Niveau beim diesjährigen Mathe-Abitur habe „deutlich angezogen“, so Schulleiterin Grit Steinbuch. „Wir lassen das so nicht durchgehen.“ Mehrere Schulen fordern nun, dass die Landesregierung einschreitet.

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Bereits mehr als 50 Beschwerden

Im Bildungsministerium nimmt man die Vorwürfe „sehr ernst“. Mehr als 50 Rückmeldungen zum Mathe-Abitur habe man von Schülern, Schulen und Verbänden bisher erhalten. „Die Prüfung enthielt Aufgaben zu natürlichen Logarithmusfunktionen, die im Unterricht einiger Schulen offenbar nicht behandelt wurden“, sagt Ministeriumssprecher Ralph Kotsch. Dies sei verwunderlich, weil der für alle verbindliche Rahmenlehrplan diesen Stoff enthalte. An den Schulen weist man die Schuld von sich. „Wir haben unsere Schüler exakt mit dem vorgegebenen Stoff unterricht“, sagt die Potsdamer Schulleiterin Grit Steinbuch.

Das Bildungsministerium will nun bis Donnerstag flächendeckend abfragen, ob der Stoff nun unterrichtet wurde oder nicht. „Wenn das Ergebnis vorliegt, entscheidet der Bildungsminister über das weitere Verfahren“, so Kotsch. Was theoretisch bedeuten kann: Entweder wird milder benotet oder notfalls muss das Abitur sogar nachgeschrieben werden.

Auf heftige Kritik stößt in der Schüler- und Lehrerschaft das neue System der Abiturprüfungen. Erstmals kamen in diesem Jahr auch Abituraufgaben aus dem gemeinsamen Pool aller Bundesländer zum Einsatz. Ein Problem sieht Schülersprecher Sven Hänig darin, dass trotz unterschiedlicher Voraussetzungen die gleichen Aufgaben geschrieben werden. In Berlin etwa sei mit weniger Leistungskursen und dafür einer Wochenstunde Unterricht mehr eine bessere Ausgangslage gegeben, sagt er. In Brandenburg gibt es fünf Leistungskurse mit je vier Wochenstunden, in Berlin zwei Leistungskurse à fünf Stunden. Die Folge: Im Abifach Mathematik haben die Berliner aufs Schuljahr gerechnet deutlich mehr Unterricht.

Dies sei in den Prüfungen berücksichtigt worden, heißt aus dem Ministerium von Günter Baaske (SPD). „Die Aufgaben waren auf die unterschiedlichen Voraussetzungen zugeschnitten“, sagt sein Sprecher. In der Abiturprüfung der beiden Länder habe es daher unterschiedliche Aufgabensets gegeben.

Von Diana Bade

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