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Innovative Idee für bessere Lehrer-Ausbildung

Schulen in Brandenburg Innovative Idee für bessere Lehrer-Ausbildung

In Brandenburg stehen zwei von drei Lehrern vor der Pensionierung, die Universität Potsdam bildet zu wenig Nachwuchs aus: Für das Land dürfte es in den kommenden Jahren noch schwerer werden, qualifizierte Junglehrer zu finden. Jetzt appelliert der Landeselternrat an die rot-rote Landesregierung.

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Junge Lehrer sind in der Minderheit: Brandenburgs Lehrerschaft steht vor einer Pensionierungswelle.

Quelle: dpa

Potsdam. Der Landeselternrat fordert die Gründung einer Pädagogischen Hochschule, um dem Lehrermangel in Brandenburg zu begegnen. „Pro Jahr werden 300 Lehrer ausgebildet, es müssten aber 1000 sein“, sagte Sprecher Wolfgang Seelbach im MAZ-Interview. „Wenn Lehrerausbildung für die Universität Potsdam nicht lukrativ ist, muss eben eine Konkurrenzhochschule gegründet werden.“ Diese könne sich ganz auf die Lehrerausbildung konzentrieren und mehr Plätze zur Verfügung stellen, argumentierte Seelbach.

Als derzeit einziges Bundesland setzt Baden-Württemberg auf eine derart spezialisierte Lehrerausbildung. Landesweit gibt es sechs Pädagogische Hochschulen. Dem eigenen Anspruch nach sind es bildungswissenschaftliche Einrichtungen mit universitärem Profil. Früher gab es auch in anderen Bundesländern Pädagogische Hochschulen, die allerdings schrittweise in Universitäten aufgegangen sind. Zu DDR-Zeiten war die Pädagogische Hochschule Potsdam das Zentrum der Lehrerausbildung.

Lehrerbildung

Sollte Brandenburg eine eigene Pädagogische Hochschule gründen, um dem Lehrermangel besser begegnen zu können?

Brandenburg versäumt seit Jahren angemessene Lehrerausbildung

Bildungsexperten sehen heute erhebliche Defizite in der Lehrerausbildung. Die Nachfrage nach Lehramtsstudienplätzen sei an der Universität Potsdam deutlich höher als das Angebot, beklagte Günther Fuchs, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). „Seit zehn Jahren versäumen es die Brandenburger Landesregierungen, genügend Lehrer auszubilden.“ Die Lehrerausbildung dauere außerdem viel zu lange. „Im Durchschnitt braucht ein Lehrer acht Jahre inklusive Referendariat.“

Die GEW sieht die Landesregierung in der Verantwortung, die Studierendenzahlen in Lehrerstudiengängen zu erhöhen. Vor allem in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) herrsche ein Mangel an Pädagogen, kritisierte Fuchs. Um Junglehrer an die Region zu binden und die Abwanderung von Lehramtsabsolventen in andere Bundesländer zu verhindern, regt der GEW-Chef Stipendienprogramme an. So konnte etwa der Landkreis Elbe-Elster in den vergangenen Jahren zahlreiche Mediziner dazu bewegen, sich in der strukturschwachen Region niederzulassen.

Lehrerschaft steht vor Pensionierungswelle

Wie die Lehrerausbildung verbessert werden könne, werde in der Landespolitik diskutiert, sagte Linken-Fraktionschef Ralf Christoffers. „Jeder weiß, dass hier etwas passieren muss.“ Allerdings sei Brandenburg nicht allein für die Lehrerausbildung zuständig. „Lehrer werden überall ausgebildet. Wir müssen auch aufpassen, dass wir keine Überkapazitäten produzieren.“ Die Kultusministerkonferenz der Länder sei in dieser Frage am Zug: „Wir brauchen Lehrer, aber wir brauchen auch ein von den Ländern abgestimmtes Konzept zur Lehrerausbildung“, sagte Christoffers.

Brandenburgs Lehrerschaft steht vor einer Pensionierungswelle. In den kommenden zehn Jahren gehen laut GEW 11.000 von 18.000 Lehrern im Land in den Ruhestand.

Von Bastian Pauly

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