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Landeskirche sagt Ja zur Ehe für alle

Gleichstellung mit großer Mehrheit entschieden Landeskirche sagt Ja zur Ehe für alle

Die evangelische Landeskirsche Berlin-Brandenburg nimmt eine Vorreiterrolle in Sachen Homo-Ehe ein. Ab Juli will sie gleichgeschlechtliche Paare trauen. Sie ist damit die dritte Landeskirche, die sich für eine Gleichstellung entschieden hat.

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Quelle: imago

Berlin.  Homosexuelle Paare können in der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) künftig genauso heiraten wie Mann und Frau. Das beschloss die Synode am Samstag in Berlin mit großer Mehrheit. Bisher war für gleichgeschlechtliche Paare nur eine Segnung vorgesehen, etwa ohne Eintragung ins Kirchenbuch oder Ringwechsel.

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg nannte die Entscheidung einen großen Schritt: „Als Religionsgemeinschaft ist die Evangelische Kirche weiter als der deutsche Staat. Auch Katholische Kirche und Moscheegemeinden sind nun gefordert“, teilte der Verband mit.

Homo-Ehe

Es gibt deutschlandweit erst zwei evangelische Landeskirchen, in denen homosexuelle Paare kirchlich genauso heiraten dürfen wie Hetero-Paare. Nun könnte dies auch in Brandenburg und Berlin möglich werden. Richtig so?

Die EKBO ist nach Hessen-Nassau und dem Rheinland die dritte evangelische Landeskirche in Deutschland, die sich nun für die Gleichstellung entscheidet. Der Beschluss sieht aber Ausnahmen vor: Pfarrer und Gemeindekirchenräte können sich in konkreten, begründeten Einzelfällen weigern. Das sorgte vorab für Kritik. Die Änderung tritt zum 1. Juli in Kraft.

Voraussetzung für eine kirchliche Trauung ist, dass das Paar auf staatlicher Seite schon eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen ist. Die Synode hatte bereits vor einem Jahr beschlossen, dass die Kirchenleitung eine Gleichstellung vorbereiten soll. Seitdem hatte es auch Gespräche in den evangelischen Gemeinde gegeben, bei denen auch Vorbehalte geäußert worden waren.

Die Evangelische Landessynode

114 Kirchenparlamentarier vertreten rund eine Million Protestanten in 27 Kirchenkreisen und 1289 Kirchengemeinden in Berlin, Brandenburg und Ostsachsen.

Die Entscheidung wird viele Paare in Brandenburg freuen. Vor allem aber Ellen Radtke und ihre Frau Stefanie Radtke. Beide arbeiten für die Kirche, Ellen als Pfarrerin, Stefanie als Vikarin. Das Paar hat sich bereits beim Standesamt als Lebenspartnerschaft eintragen lassen. Auch in der Kirche haben die beiden geheiratet, aber eben nur in der abgespeckten Version. Den Segen haben sie empfangen, aber sie wünschten sich eine vollwertige Hochzeit.

Ellen Radtke (oben) und ihre Frau Stefanie Radtke

Ellen Radtke (oben) und ihre Frau Stefanie Radtke.

Quelle: dpa/Zentralbild

Pfarrer können Trauungen weiter ablehnen

Ob sie tatsächlich demnächst kirchlich heiraten ist unklar. Grund: Pfarrer können eine Trauung in begründeten Einzelfällen weiter ablehnen. Für Ellen und Stefanie Radtke bedeuten solche Ausnahmen, dass ihre Beziehung in der Kirche immer noch nicht gleichgestellt wird. Solange es einem Gemeindekirchenrat möglich wäre, die Kirche für homosexuelle Traugottesdienste zu sperren, wollten sie nicht vor den Altar treten.

Bischoff Dröge spricht von gleichwertigen Partnerschaften

Landesbischof Markus Dröge hatte sich bereits vor der Synode für die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare eingesetzt. Es gebe zwar Bibelstellen, die Homosexualität kritisch sehen. Manche Pfarrer hätten deswegen theologische Bedenken und argumentieren mit der Bibel. „Es gibt bei uns natürlich unterschiedliche Arten, die Bibel auszulegen“, sagt Bischof Markus Dröge. „Ich bin überzeugt, dass wir unsere Auslegung in einen historischen Kontext einordnen müssen.“ Früher sei es um die Frage der sexuellen Ausbeutung gegangen, Stichwort Tempelprostitution oder Lustknabe. Das könne man nicht vergleichen mit der gleichwertigen Partnerschaft von heute.

Von MAZonline, dpa

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