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Brandenburg Landratswahlen: SPD bangt um ihre Hochburgen
Brandenburg Landratswahlen: SPD bangt um ihre Hochburgen
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13:53 22.02.2018
Sozialdemokratische Herrlichkeit anlässlich einer Grundsteinlegung in Neuruppin 2015 (v.l.n.r.): Holzbau-Chef Martin Opitz, Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin, mit Hammer), Landrat Ralf Reinhardt (SPD), und Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Quelle: Mischa Karth
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Potsdam

In Brandenburg gibt es Landkreisverwaltungen, die kennen seit 25 Jahren Landräte nur von einer Partei: der SPD. Eine dieser „Hochburgen“ ist der Barnim. Dort „regiert“ seit 1993, als die Kreise gebildet wurden, der SPD-Politiker Bodo Ihrke. Der 62-Jährige hatte schon vor einiger Zeit mitgeteilt, dass nun Schluss ist und er sich nicht noch einmal bewirbt. Doch ein für die Nachfolge auserkorener SPD-Kommunalpolitiker verstarb vor vier Wochen überraschend nach einem Herzinfarkt.

In der Not musste für die SPD der Unterbezirkschef Daniel Kurth (44) selbst ran. Er soll nun den Landkreis für seine Partei retten, auf den auch die CDU ein Auge geworfen hat und eine Chance wittert. Der Bernauer Schulleiter Othmar Nickel tritt gegen Kurth an. Dessen Bewerbung kommt für ihn unversehens: Als Chef-Innenpolitiker im Landtag und stellvertretender Fraktionschef ist er eigentlich gut ausgelastet.

Für die SPD-Spitze um Dietmar Woidke sind die sechs Landratswahlen am 22. April zugleich Schicksalswahlen. Gehen sie schief, ist die 28 Jahre währende landesweite Dominanz der SPD in den Landkreisen dahin. Derzeit stellt sie 8 der 14 Landräte. Neben Barnim gelten auch die Uckermark und Ostprignitz-Ruppin als wahlsicheres SPD-Terrain. Dort hoffen die Amtsinhaber Ralf Reinhardt (OPR) und Dietmar Schulze (UCK), weitermachen zu dürfen. Sicher ist das nicht.

Im Süden sind die Sozialdemokraten traditionell schwach

Bei den drei Landratswahlen im politisch „schwarzen“ Süden gilt die SPD indes als wenig chancenreich, einen Landratsposten zu erobern. In Elbe-Elster hat sie nicht einmal einen Kandidaten. In Oberspreewald-Lausitz unterstützt sie lediglich den parteilosen, CDU-nahen Landrat Siegurd Heinze. Noch ist unklar, ob der Ärger über das Berliner SPD-Chaos bei den Landratswahlen noch nachwirkt.

Durch die Bundesebene könnte eine gewisse Grundstimmung bei diesen Wahlen durchschlagen, heißt es bei der SPD mit Sorge. Auf der anderen Seite könnten die Wähler auch gut unterscheiden, dass Landratswahlen eigentlich Personenwahlen seien. Offen ist, wer von einer möglichen Schwäche der SPD bei den Landratsdirektwahlen profitieren könnte.

CDU will SPD Kreise im Norden streitig machen

Die CDU erhofft sich, mindestens eine der SPD-Hochburgen im Norden zu erobern. So setzt die Partei in der Uckermark auf eine erfahrene Kommunalpolitikerin, die derzeit im mecklenburgisch-vorpommerschen Strasburg Bürgermeisterin ist: die 53-jährige Karina Dörk. Sie war davor viele Jahre Beigeordnete von SPD-Landrat-Urgestein Schulze, den sie nun in den Ruhestand schicken will. In Ostprignitz-Ruppin setzt die CDU auf den Chef des Kreisbauernverbands Sven Deter.

„Diese Wahlen haben für uns höchste Priorität“, sagte CDU-Generalsekretär Steeven Bretz. Er erhofft sich die Bestätigung der eigenen Landräte Christian-Heinrich Jaschinski in Elbe-Elster und von Harald Altekrüger in Spree-Neiße. Siegurd Heinze in Oberspreewald-Lausitz wird neben der CDU auch von SPD und FDP unterstützt. Bretz will Rückenwind für 2019 haben, wenn im Mai Kommunal- und im September Landtagswahlen sind.

Die AfD will insbesondere im Süden des Landes angreifen

Unklar ist, ob die AfD im Süden mit ihren Kandidaten Chancen haben, den ersten Landratsposten überhaupt zu ergattern. In Elbe-Elster tritt der Agraringenieur Peter Drenske (57) aus Finsterwalde an. Bei den Bundestagswahlen lag die AfD zumindest in den Kreisen Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz vor der CDU auf Platz 1. In Oberspreewald-Lausitz rechnet sich der AfD-Landtagsabgeordnete Sven Schröder Chancen aus, der bereits 2016 im Havelland vergeblich versucht hatte, Landrat zu werden.

Von Igor Göldner

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