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Landtag will Lust aufs Land machen

Enquete-Kommission nimmt Arbeit auf Landtag will Lust aufs Land machen

Der demografische Wandel ist nicht aufzuhalten: Nach einer aktuellen Prognose verliert Brandenburg bis 2060 rund 600000 Einwohner. Eine neue Enquete-Kommission des Landtags will Wege finden, um die ländlichen Regionen trotzdem attraktiv zu halten. Am Montag hat sie ihre Arbeit aufgenommen.

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Brandenburgs Bevölkerung altert.

Quelle: dpa

Potsdam. Die aktuelle Bevölkerungsprognose kam pünktlich zum Start des neuen Landtagsgremiums: Bis 2060 schrumpft Brandenburg um ein Viertel seiner Einwohner, gab das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag bekannt. Mit der „Zukunft der ländlichen Regionen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels“ befasst sich nun auch eine Enquete-Kommission gleichnamigen Titels.

Die Initiative kam von den Grünen

Dem Gremium gehören zehn Abgeordnete und fünf Sachverständige an. Den Vorsitz hat Wolfgang Roick von der SPD-Fraktion. Die Kommission solle Antworten auf die Fragen erarbeiten, wie die Entwicklung in den dünn besiedelten Regionen Brandenburgs in den nächsten Jahren „möglichst positiv verlaufen kann“, sagt das bündnisgrüne Mitglied Benjamin Raschke. Die Menschen sollen wieder Lust bekommen auf die ländlichen Räume. Die Enquete-Kommission war von den Grünen angestoßen und schließlich von SPD, CDU, Linke sowie BVB/Freie Wähler mit beantragt und im Juni vom Landtag beschlossen worden.

Von der Arztpraxis über Dorfläden bis zu Schulen soll das Gremium alle Bereiche des Lebens analysieren, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten in den ländlichen Regionen immer schwieriger zu organisieren und finanzieren sein werden. Denn vor allem die Zahl der erwerbsfähigen Märker zwischen 20 und 64 Jahren wird laut der aktuellen Prognose deutlich sinken. Deren Anteil geht von derzeit 60,2 Prozent bis 2060 um knapp 7 Punkte auf 53,7 Prozent zurück. Während derzeit nicht einmal jeder vierte Brandenburger im Rentenalter ist, trifft das im Jahr 2030 voraussichtlich auf jeden Dritten zu. Bis 2060 rechnen die Statistiker mit einem weiteren Anstieg des Rentneranteils auf gut 36 Prozent.

In der vergangenen Legislatur hatte sich bereits eine andere Enquete-Kommission mit der Problematik befasst. Die Runde erarbeitete eine Vorlage für die geplante Kreisgebietsreform und die Umstrukturierung der Verwaltung angesichts der sinkenden Bevölkerungszahlen. Derzeit reist Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) durchs Land, um vor Ort mit den Betroffenen über die Reformpläne zu diskutieren.

Jede Fraktion benennt einen Experten

Jede Fraktion hat einen Sachverständigen für die neue Enquete benannt. Für die SPD wird Professor Klaus Müller vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg (Märkisch-Oderland) in dem Gremium sitzen. Weitere Experten sind Professor Klaus Friedrich, der an der Universität Halle zum demografischen Wandel forscht (von der CDU benannt), Martina Schäfer, Biologie-Professorin am Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin (für die Grünen) sowie Philosoph Michael Thomas vom Berliner Innovationsverbund Ostdeutschlandforschung (für die Linke). Der Städte- und Gemeindebund sowie der Landkreistag sind mit Mitgliedern ohne Stimmrecht vertreten.

Von Marion Kaufmann

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