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Lange verlässt die AfD – und teilt aus

AfD Brandenburg Lange verlässt die AfD – und teilt aus

Jens-Birger Lange hat die AfD verlassen. Er ist einer der prominentesten AfD-Politiker in Brandenburg, doch jetzt hat er genug. Er hat eine Erklärung veröffentlicht, die eine harte Abrechnung mit der Partei und dem Gebaren vieler AfD-Politiker ist.

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Jens-Birger Lange (AfD), Kraftfahrer, Jg. 1963, 963 Stimmen

Quelle: ARchiv

Königs Wusterhausen. Im politisch wohl gewichtigsten brandenburgischen Kreisverband der AfD, in Dahme-Spreewald, rumort es mächtig. Eines der prominentesten Parteimitglieder, der frühere Landratskandidat Jens-Birger Lange, hat die AfD verlassen und dazu eine öffentliche Erklärung abgegeben, die es in sich hat, und die kaum ein gutes Haar am Lands- und am Kreisverband lässt. „Voller Scham und Wut nehme ich zur Kenntnis, dass Klüngelei und Filz gerade im Landesverband Brandenburg und auch im Kreisverband LDS immer mehr zunehmen“, schreibt Lange in seinem Statement auf Facebook. Darin greift er auch mehrere führende AfD-Politiker persönlich an.

Lange war bei der Landratswahl 2015 einem breiteren Publikum bekannt geworden. Zum einen wegen seiner schillernde Biografie: Als einstiger FDJ-Funktionär, SED-Mitglied und bekennender Stasi-IM hatte er sich nach der Wende zum Top-Verdiener bei einem Versicherungskonzern hochgearbeitet, später arbeitete er unter anderem als Fäkalienfahrer. Zum anderen erregte sein Ergebnis Aufsehen: Mit knapp 23 Prozent fuhr er das damals landesweit beste Wahlergebnis für die AfD ein.

Der SPD-Politiker Stefan Loge bleibt Landrat im Dahme-Spreewald-Kreis

Der SPD-Politiker Stefan Loge bleibt Landrat im Dahme-Spreewald-Kreis. Der 56-Jährige erreichte bei der Wahl am Sonntag 52,6 Prozent der Stimmen. Er setzte sich deutlich gegen den AfD-Kandidaten Jens-Birger Lange durch, der mit 22,9 Prozent das zweitbeste Resultat einfuhr.

Quelle: MAZ-Grafik

Jetzt kritisiert er unter anderem die fehlende Trennung von Amt und Mandat in der Partei, die zur Anhäufung von Macht auf einzelne Personen führe. Etwa beim Landesvorsitzenden Andreas Kalbitz, der auch Fraktionsvorsitzender im Landtag ist. „Eine Transparenz ist immer mehr zu vermissen“, so Lange.

Dem AfD-Kreisvorsitzenden von LDS, Steffen Kotré, wirft er zudem Klüngelei vor, weil dieser beim Einzug in den Bundestag seinen eigenen Stellvertreter zum persönlichen Mitarbeiter machte. Anderen Mitgliedern im Kreisvorstand attestiert Lange, dass sie „einen geistig unbewaffneten Eindruck machen.“

AfD-Landeschef Andreas Kalbitz wollte die Erklärung Langes gestern nicht kommentieren. Steffen Kotré weist den Vorwurf der Klüngelei von sich. Er interpretiert die Aussagen Langes als „kleinen Racheakt“. Lange hatte kurz nach der für ihn erfolgreichen Landratswahl auch den Kreisvorsitz in Dahme-Spreewald übernommen. Er musste ihn aber nach wenigen Monaten wieder abgeben – an den heutigen Vorsitzenden Kotré.

Von Oliver Fischer

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