Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Lange verlässt die AfD – und teilt aus
Brandenburg Lange verlässt die AfD – und teilt aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 13.01.2018
Jens-Birger Lange (AfD), Kraftfahrer, Jg. 1963, 963 Stimmen Quelle: ARchiv
Anzeige
Königs Wusterhausen

Im politisch wohl gewichtigsten brandenburgischen Kreisverband der AfD, in Dahme-Spreewald, rumort es mächtig. Eines der prominentesten Parteimitglieder, der frühere Landratskandidat Jens-Birger Lange, hat die AfD verlassen und dazu eine öffentliche Erklärung abgegeben, die es in sich hat, und die kaum ein gutes Haar am Lands- und am Kreisverband lässt. „Voller Scham und Wut nehme ich zur Kenntnis, dass Klüngelei und Filz gerade im Landesverband Brandenburg und auch im Kreisverband LDS immer mehr zunehmen“, schreibt Lange in seinem Statement auf Facebook. Darin greift er auch mehrere führende AfD-Politiker persönlich an.

Lange war bei der Landratswahl 2015 einem breiteren Publikum bekannt geworden. Zum einen wegen seiner schillernde Biografie: Als einstiger FDJ-Funktionär, SED-Mitglied und bekennender Stasi-IM hatte er sich nach der Wende zum Top-Verdiener bei einem Versicherungskonzern hochgearbeitet, später arbeitete er unter anderem als Fäkalienfahrer. Zum anderen erregte sein Ergebnis Aufsehen: Mit knapp 23 Prozent fuhr er das damals landesweit beste Wahlergebnis für die AfD ein.

Der SPD-Politiker Stefan Loge bleibt Landrat im Dahme-Spreewald-Kreis. Der 56-Jährige erreichte bei der Wahl am Sonntag 52,6 Prozent der Stimmen. Er setzte sich deutlich gegen den AfD-Kandidaten Jens-Birger Lange durch, der mit 22,9 Prozent das zweitbeste Resultat einfuhr. Quelle: MAZ-Grafik

Jetzt kritisiert er unter anderem die fehlende Trennung von Amt und Mandat in der Partei, die zur Anhäufung von Macht auf einzelne Personen führe. Etwa beim Landesvorsitzenden Andreas Kalbitz, der auch Fraktionsvorsitzender im Landtag ist. „Eine Transparenz ist immer mehr zu vermissen“, so Lange.

Dem AfD-Kreisvorsitzenden von LDS, Steffen Kotré, wirft er zudem Klüngelei vor, weil dieser beim Einzug in den Bundestag seinen eigenen Stellvertreter zum persönlichen Mitarbeiter machte. Anderen Mitgliedern im Kreisvorstand attestiert Lange, dass sie „einen geistig unbewaffneten Eindruck machen.“

AfD-Landeschef Andreas Kalbitz wollte die Erklärung Langes gestern nicht kommentieren. Steffen Kotré weist den Vorwurf der Klüngelei von sich. Er interpretiert die Aussagen Langes als „kleinen Racheakt“. Lange hatte kurz nach der für ihn erfolgreichen Landratswahl auch den Kreisvorsitz in Dahme-Spreewald übernommen. Er musste ihn aber nach wenigen Monaten wieder abgeben – an den heutigen Vorsitzenden Kotré.

Von Oliver Fischer

Brandenburg Erhebung in Berlin und Brandenburg - Befragung für Mikrozensus 2018 hat begonnen

In Berlin und Brandenburg werden insgesamt 30.000 Haushalte befragt, die zu Alter, Geschlecht, Beschäftigungsverhältnis sowie zur Wohnsituation Auskunft geben müssen. Die stichprobenartig ausgewählten Haushalte sind verpflichtet, die Fragen zu beantworten.

10.01.2018

Es gibt moderne Toiletten, die kosten so viel wie ein Kleinwagen. Und es gibt Porzellanschüsseln. Der Andrang bei der großen Toilettenausstellung in Storkow ist groß. Großen Anteil am Erfolg der Schau hat «Toiletten-Fred», der Besucher herumführt.

10.01.2018
Potsdam Oberbürgermeister-Wahl 2018 - Offenes Rennen ums Rathaus in Potsdam

Langsam lichtet sich der Nebel vor der OB-Wahl in Potsdam. Für die CDU wird wohl der Stadtverordnete Götz Thorsten Friederich ins Rennen gehen, bei der SPD läuft es auf einen Beigeordneten hinaus. Was heißt das für die Stadt? Könnte es erstmals nach der Wende ein bürgerliches Stadtoberhaupt geben? Das Rennen ist offen, meint MAZ-Lokalredakteur Volker Oelschläger.

13.01.2018
Anzeige