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Brandenburg Lkw-Chaos: Mehr Parkplätze sollen her
Brandenburg Lkw-Chaos: Mehr Parkplätze sollen her
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19:53 08.07.2018
Lkw stehen auf einem Autobahnparkplatz. Quelle: dpa
Potsdam

An den Brandenburger Autobahnen A10 sowie A24 sollen in den nächsten Jahren bis Ende 2022 an vier Standorten 330 zusätzliche Lkw-Stellplätze entstehen. Darüber hinaus seien ein Neubau sowie sechs Erweiterungen von Tank- und Rastanlagen mit Plätzen für den Lastverkehr entlang der Autobahnen A2, A10, A13 und A24 geplant, teilte das Brandenburger Verkehrsministerium der Grünen-Landtagsfraktion mit. Darüber hinaus seien ein Neubau sowie sechs Erweiterungen von Tank- und Rastanlagen mit Plätzen für den Lastverkehr geplant. Wie die Planungsgesellschaft Deges auf Anfrage mitteilte, sollen dabei 700 Lkw-Parkplätze geschaffen werden. Baubeginn sei nicht vor 2022/2023.

1500 Stellplätze fordert das Verkehrsgewerbe

Derzeit gebe es mit den privaten Autohöfen rund 3800 Lkw-Parkmöglichkeiten im Land. Nach Angaben des Landesverbands des Berliner und Brandenburger Verkehrsgewerbes (LBBV) sind das 1000 bis 1500 zu wenig. Schon jetzt seien viele Rastplätze abends überfüllt.

Nachts herrscht Chaos auf den Parkplätzen

Dass Lastwagenfahrer in ihrer Not Zufahrten zuparkten, „passiert nicht tagsüber, aber nach 22 Uhr sieht man so etwas häufiger“, sagt Eberhard Tief, Geschäftsführer des Landesverbands des Berliner und Brandenburger Verkehrsgewerbes (LBBV). Für Fernfahrer werde es immer schwieriger, die Ruhezeiten einzuhalten. Bei ihnen stehe die Parkplatznot einer Umfrage zufolge „ganz, ganz weit oben, noch vor dem Gehalt“.

Wer keinen Parkplatz findet, überschreitet oft die Lenkzeit-Limits

Fernfahrer machen sich strafbar, wenn sie länger hinterm Steuer sitzen als erlaubt. Die Polizei in Brandenburg hat im ersten Halbjahr 2018 sieben Prozent mehr Verstöße gegen diese Lenk- und Ruhezeitregeln festgestellt als im Vergleichszeitraum 2017 – insgesamt 6175 allein in Brandenburg. So hat der Gesetzgeber etwa eine lange Pause zum Schlafen vorgesehen – mindestens neun Stunden. Oft aber sehen sich die Berufskraftfahrer schlicht zum Weiterfahren gezwungen, weil sie schon in den Abfahrten die Fahrzeuge ihrer Kollegen parken sehen.

Vollbesetzte Lkw-Stellplätze an der Autobahn. Quelle: dpa

Der Ausbau von Abstellplätzen für Lastwagen ist in den vergangenen zehn Jahren nur sehr schleppend erfolgt – ein Defizit räumt auch das Verkehrsministerium ein. Nur etwa 450 Stellplätze kamen in Brandenburg seit 2008 hinzu, wie die Landesregierung als Reaktion auf die Grünen-Anfrage mitteilt.

Der Fernverkehr wächst viel schneller als das Parkplatzangebot

Gleichzeitig aber wuchs der Fernverkehr auf den durch Brandenburg führenden europäischen Transitrouten erheblich. Die Bundesregierung etwa geht von einer Zunahme des Lkw-Verkehrs bis zum Jahr 2030 um gut ein Drittel zu.

Mehr noch: „Wir müssen im Transitland Brandenburg in den kommenden Jahren mindestens mit einer Verdoppelung des Lkw-Verkehrs rechnen“, prognostiziert der Abteilungsleiter Verkehr beim ADAC Berlin-Brandenburg, Jörg Becker. Durch die auch auf Bundesstraßen erhobene Lkw-Maut werde sich das Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen weiter erhöhen.

Das größte Kontingent neuer Lastwagen-Abstellplätze entsteht dem Land zufolge am südlichen Berliner Ring – konkret sollen in den kommenden zwei Jahren an der Tank- und Rastanlage Michendorf Süd (Neubau) 160 Einheiten entstehen. 45 Stellplätze sind an der Tankstelle Linumer Bruch an der A24 geplant, jeweils 20 Plätze an den Parkplätzen Krämer Forst/Linumer Bruch (A10), nördlicher Ring) sowie Kappgraben Nord und Süd (ebenfalls Nordring).

Von Manfred Rey und Ulrich Wangemann

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