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Brandenburg Mit jedem Kind steigt das Armutsrisiko
Brandenburg Mit jedem Kind steigt das Armutsrisiko
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08:23 08.02.2018
Beim Armutsrisiko gibt es in Brandenburg regionale Unterschiede. Quelle: dpa
Potsdam

Familienzuwachs ist nicht zuletzt eine finanzielle Frage, denn das Armutsrisiko von Familien steigt mit jedem weiteren Kind. Das stellt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung fest. Danach war bundesweit 2015 rund jedes achte Paar (13 Prozent) mit einem Kind armutsgefährdet, jedes sechste Paar mit zwei Kindern (16 Prozent) und fast jedes fünfte (18 Prozent) mit drei Kindern.

Dass besonders Alleinerziehende und kinderreiche Familien ein höheres Armutsrisiko haben, bestätigt das Sozialministerium in Brandenburg. „Armut und soziale Ausgrenzung sind für viele Tausende Menschen in Brandenburg keine statistische Größe, sondern Realität“, sagt Gabriel Hesse, Sprecher des Sozialministeriums.

Jedes vierte Kind gilt als armutsgefährdet

Die Armutsrisikoquote lag in Brandenburg 2016 bei 15,7 Prozent und mit Blick auf die Kinder und Jugendlichen unter 18  Jahren bei 21,1 Prozent. Als arm gelten die Haushalte, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte beträgt. Eltern- und Kinderarmut gehen dabei Hand in Hand – und jedes vierte Kind gilt als armutsgefährdet. Dabei gibt es regionale Unterschiede.

In der Prignitz, Uckermark und in den kreisfreien Städten – außer Potsdam – lebt beinahe jedes dritte Kind unter drei Jahren in Familien, die lediglich die Grundsicherung haben. Kann die Konsequenz also nur sein, dass einkommensschwache Menschen Familienplanung angesichts der alarmierenden Zahlen genauer überdenken sollten? Nein, heißt es vom Sozialministerium. „Der Staat steht in der Verantwortung, dass alle Kinder und Jugendliche unabhängig von der Einkommenssituation die gleichen Chancen auf Teilhabe und gesundes Aufwachsen haben“, sagt Hesse.

Land erarbeitet Konzept gegen die Armutsfalle

Brandenburg setze sich bereits länger für die Bekämpfung von Armut ein – etwa durch die Initiative„Runder Tisch gegen Kinderarmut“ oder das Fördern eines Programms für Langzeitarbeitslose und Erwerbslose mit minderjährigen Kindern. Bis zur Sozialministerkonferenz 2018 in Potsdam soll ein Konzept der Länder vorliegen, wie der Weg aus der Armutsfalle aussehen könnte.

„Kinder sind klar eine Armutsfalle, denn sie brauchen nicht nur etwas zum Anziehen und Essen“, sagt Linken-Bundestagsabgeordneter Norbert Müller. Bildung sei ein wichtiger und teurer Faktor. Denn die sei eine Chance, aufzusteigen und dem Kreislauf der vererbten Armut zu entkommen. Aber nirgends gäbe es in der Bildung so eine starke Selektion wie in Deutschland. Deshalb sieht er die Problembekämpfung nicht nur in einem größeren Anteil an Geld, das in die Familien kommt, sondern auch in der Anpassung des Bildungssystems.

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Von Christin Iffert und Kristin Kruthaup

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