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Lebenslang für Mord an Hanna (18) gefordert

Plädoyers im Prozess Lebenslang für Mord an Hanna (18) gefordert

Hanna war gerade von einer Party gekommen und schon fast vor dem Haus ihrer Eltern – doch dann näherte sich ihr ein Mann. Er verfolgte und attackierte sie. Hanna starb mit 18 Jahren. Nun hat die Staatsanwaltschaft lebenslang für ihren mutmaßlichen Mörder gefordert. Der Verteidiger sieht das anders und verweist auch auf die niedrige Intelligenz von David G.

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David G. ist der mutmaßliche Mörder der 18 Jahre alten Hanna aus Berlin Kaulsdorf.

Quelle: dpa

Berlin. Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der 18 Jahre alten Abiturientin Hanna, die in Berlin Kaulsdorf im Mai auf ihrem Heimweg nach einer Party verfolgt, attackiert und ganz in der Nähe ihres Elternhauses Opfer eines Verbrechens wurde, sind am Montag die Plädoyers gehalten worden.

Staatsanwaltschaft fordert lebenslang

Die Staatsanwaltschaft hat lebenslange Haft für den mutmaßlichen Täter David G. gefordert. Der angeklagte 31-Jährige sei des heimtückischen Mordes zur Verdeckung einer versuchten Vergewaltigung schuldig, sagte der Ankläger am Montag vor dem Landgericht.

Der Mann habe die ihm unbekannte 18-Jährige auf ihrem Heimweg nach einer Party aus sexuellen Motiven verfolgt und von hinten attackiert. Als sich die Schülerin heftig wehrte, habe der Angeklagte sein Opfer erwürgt. Drei bis acht Minuten lang habe der Angeklagte das Opfer gewürgt. „Ein besonders schlimmer und qualvoller Tod.“ Die Staatsanwaltschaft beantragte aus diesem Grund zudem die Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld.

Mutmaßlicher Mörder widerrief sein Geständnis

Der Tod der 18-Jährigen hatte viele Menschen bewegt. Sie hatte gerade ein sehr gutes Abitur abgelegt und wollte studieren. Als sie in der Nacht zum 16. Mai dieses Jahres nach einer Party auf dem Heimweg war, traf sie an einem U-Bahnhof „zufällig auf den Angeklagten - in dem Moment begann ihr Unglück“, sagte Staatsanwalt Reinhard Albers. Die Schülerin habe dem Bild einer Frau entsprochen, die der 31-Jährige, der seine Zeit zumeist am Computer mit Spielen und Pornografie verbracht habe, „als Sexualobjekt besitzen wollte“.

Der Angeklagte aus dem Stadtteil Lichtenberg hatte zugegeben, der ihm unbekannten Frau gefolgt zu sein.

Zu Verhandlungsbeginn hat David G. vor vier Wochen frühere geständige Angaben widerrufen und einen Unfall geschildert. Er habe die 18-Jährige nur kennenlernen wollen. Als sie am Bahnhof Wuhletal ausstieg, habe er sie an der Schulter angefasst. Dabei seien sie gestürzt. Er habe versehentlich auf ihren Hals gedrückt, schilderte er einen Unfall.

Verteidiger pocht auf geringe Intelligenz

Die Version des Angeklagten sei eindeutig widerlegt, sagte Albers. Völlig überraschend habe er das Opfer attackiert. Als sich die Abiturientin verzweifelt wehrte und schrie, „ist die versuchte Vergewaltigung ohne Zäsur in eine Tötungsabsicht umgeschlagen“. Für die Eltern der Getöteten sagte deren Anwalt, er halte den 31-Jährigen für „sehr gefährlich“.

Mit einer besonderen Schwere der Schuld verlängert sich eine Haft im Durchschnitt um fünf Jahre.

Der Verteidiger ging auf die in einem Gutachten attestierte geringe Intelligenz des Angeklagten ein. Eine verminderte Schuldfähigkeit sei nicht auszuschließen, sagte der Anwalt und sprach sich gegen die Verhängung einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe aus.

Von MAZonline

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