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Lebenslange Haft für versuchten Mord

Eifersuchtsdrama in Schönewalde Lebenslange Haft für versuchten Mord

Es war versuchter Mord: Ein 37 Jahre alter Brandenburger ist vom Landgericht Cottbus zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hat aus Eifersucht den neuen Freund seiner Noch-Ehefrau angezündet. Die Verteidigung ist mit dem harten Urteil nicht einverstanden.

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Der Angeklagte (r.).

Quelle: dpa

Cottbus. Die Frau ist mit ihrem neuen Partner im Schlafzimmer, als spätabends die Glasscheibe der Wohnungstür eingeschlagen wird. Es ist ihr Ehemann, von dem sie sich Monate davor getrennt hatte. Er hat eine Flasche Benzin dabei und ein Feuerzeug. Wenig später steht der Freund der Frau in Flammen.

Fast die Hälfte seines Körpers brennt - er kann sich in die Küche retten und das Feuer löschen. Der Angegriffene überlebt mit lebensgefährlichen Verletzungen. Das Landgericht Cottbus ist davon überzeugt, dass der Ehemann ihn aus Eifersucht umbringen wollte und verhängte am Mittwoch eine lebenslange Haftstrafe gegen den 37 Jahre alten Angeklagten wegen versuchten Mordes.

Es grenze nahezu an Glück, dass der attackierte Mann im März in Schönewalde (Elbe-Elster) überlebte, betonte der Vorsitzende Richter Frank Schollbach. «Vor 20 Jahren wäre er sicher verstorben», sagte er mit Blick auf die damaligen medizinischen Möglichkeiten. Der Mann musste mehrmals operiert werden.

Der Angeklagte nahm die Urteilsbegründung regungslos auf und blickte stets nach unten. Zum Prozessauftakt Mitte November hatte er zwar zugegeben, mit dem Benzin und dem Feuerzeug in die Wohnung des Mehrfamilienhauses eingebrochen zu sein, hatte sich aber zum weiteren Geschehen auf Erinnerungslücken berufen. Er sprach von einer Schubserei. Das Benzin habe er mitgenommen, um das Paar zu erschrecken. Das Gericht geht von einer Schutzbehauptung aus.

Am Tattag feierte die Frau ihren Geburtstag. Ihr Ex rief sie aus Bayern an; er hielt sich in einer Art Reha-Einrichtung auf, wie der Richter ausführte. Als er mitbekommen habe, dass sie auf dem Weg zu ihrem neuen Partner in Südbrandenburg sei, habe er sich ins Auto gesetzt und sei ihr nachgefahren.

Das Urteil liegt über der Forderung der Staatsanwaltschaft, die auf zwölfeinhalb Jahre Gefängnis wegen versuchten Mordes plädiert hatte. Zudem muss der Angeklagte 50 000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer zahlen.

Der Staatsanwalt hatte sich für eine Verschiebung des Strafrahmens ausgesprochen, weil die Gesamtsituation des 37-Jährigen schwierig gewesen sei. Der im Kaukasus aufgewachsene Mann sei mit seiner Frau vor mehr als zehn Jahren nach Deutschland gekommen. Während sie sich gut zurechtgefunden habe, habe er Anpassungsstörungen gehabt, hatte der Staatsanwalt beim Plädoyer vor einer Woche gesagt. Er sei mehrmals krank und dadurch arbeitsunfähig gewesen. Ein Arzt hatte dem Mann im Prozess eine Persönlichkeitsstörung attestiert.

Das Gericht betonte hingegen, dass es keinen Raum gebe, um von lebenslanger Haft abzurücken. Das Opfer habe heftige Verletzungsfolgen und sei in seinem Leben stark eingeschränkt. Kleinste Freuden seien dem Mann verwehrt. Zudem geht das Gericht davon aus, dass der Angeklagte damals von seinem Mordversuch nicht abrückte.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung, die von versuchtem Totschlag ausgeht und eine Maximalstrafe von rund sieben Jahren gefordert hatte, will jetzt prüfen, ob sie Revision einlegen wird. Die Frist beträgt eine Woche.

Von Anna Ringle

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