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Brandenburg Lehrer, Polizisten, Forstarbeiter in Frust geeint
Brandenburg Lehrer, Polizisten, Forstarbeiter in Frust geeint
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19:51 09.11.2016
Plakate, Fanfaren und jede Menge Frust begleiteten den Protest auf dem Luisenplatz in Potsdam. Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

Der Frust unter den Lehrern, Polizisten und Forstarbeitern im Land Brandenburg ist groß. Dabei, das beteuern die Demonstranten auf dem Luisenplatz in Potsdam, machen sie ihren Beruf eigentlich gern. Die MAZ hat sich unter den au dem ganzen Land angereisten Protestlern umgehört und gefragt, weshalb sie auf die Straße gehen.

„Wir Lehrer werden verheizt“

Sylvia Feller (56) ist seit 36 Jahren Lehrerin. Sie ist mit ihren Kollegen aus Templin (Uckermark) angereist: „Weil wir mit den Arbeitsbedingungen nicht einverstanden sind“, wie sie sagt. „Wir sind zu wenig Lehrer, haben zu große Klassen und zu wenig Zeit, um die Kinder zu fördern und zu fordern. Wir werden seit Jahren verheizt – nicht nur von der Politik, sondern auch von der Bevölkerung, die das, was wir leisten, weder akzeptiert noch wertschätzt.“ Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern werde immer schwieriger, sagt Sylvia Feller. „Wir stehen allein da – auch vom Schulamt und von den Jugendämtern gibt es keinen Rückhalt.“ Sie beklagt zudem, dass den steigenden Altersdurchschnitt im Team und dass keine jungen Kollegen nachkommen. Ob sie noch einmal Lehrer werden würde? „Nicht in Brandenburg!“

Sylvia Feller ist mit ihren Lehrer-Kollegen extra aus Templin zur Demonstration nach Potsdam gekommen. Quelle: Julian Stähle

„Man muss auch etwas zu bieten haben“

Polizist Mathias Ziolkowski (38) versieht seinen Dienst an der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg in Oranienburg (Oberhavel) und gehört der Gewerkschaft der Polizei an. Er protestiert auf der Straße, „weil sich die Sicherheitslage in Brandenburg in den letzten Jahren massiv verschlechtert hat, gleichzeitig aber Personalstellen verringert wurden. Die Polizei schrumpft durch hohe Altersabgänge in den nächsten Jahren weiter – und weil wir nicht genug ausgebildet haben.“ Es müsse sich nur einmal jeder fragen, wie oft er noch einen Funkstreifenwagen sieht. „Wir müssen die Wahrnehmbarkeit der Polizei wieder erhöhen“, sagt Ziolkowski. Auch für die Attraktivität des Berufes sei in Brandenburg einiges zu tun, man stehe schließlich in bundesweitem Wettbewerb. „Da muss man auch etwas bieten können. Das ist als Träger der roten Laterne aber schwer. Bei der Besoldung stehen wir bundesweit auf Platz 16. Die Polizei braucht mehr Akzeptanz in der Politik. Wir sind nicht zum Selbstzweck da, sondern für die Bürger.“

Polizist Mathias Ziolkowski von der FH der Polizei in Oranienburg ist auch Mitglied der Polizeigewerkschaft. Quelle: Julian Stähle

„Die Forst blutet aus“

Der Potsdamer Forstangestellte Jörg Müller (53) ist seit 30 Jahren dabei und meint, dass die Arbeitsbelastung in der Forst mittlerweile so hoch ist, dass sie die Kollegen krank macht. „Die Arbeit müssen dann andere Kollegen erledigen – da beißt sich die Katze in den Schwanz.“ In Brandenburg sei die Forst im öffentlichen Dienst der Sektor, der in den vergangenen 20 Jahren das meiste Personal verloren hat. „Im Jahr 1995 waren wir 4050 Beschäftigte, heute sind wir 2000, bis 2018 soll’s auf 1050 runtergehen“, so Müller. „Die Forst ist total überaltert ist. Es gibt aber keinen Nachwuchs, denn junge Kollegen werden gar nicht oder nur befristet eingestellt. Was Einstufung und Bezahlung betrifft, bewegen wir uns im Bundesvergleich an der unteren Grenze.“ Die Perspektive: „Die Forst blutet aus und mit ihr der ländliche Bereich.“

Seit 30 Jahren ist Jörg Müller aus Potsdam bei der Forst angestellt – er macht sich große Sorgen um deren Zukunft. Quelle: Julian Stähle

Von Nadine Fabian

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