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Lehrer unterrichten weiter an Gedenkstätten

Baaskes Rückzug vom Abzug Lehrer unterrichten weiter an Gedenkstätten

Brandenburgs Bildungsminister macht den Rückzug vom Abzug: Um den massiven Unterrichtsausfall zu stoppen, wollte Günter Baaske Lehrer von den Gedenkstätten abziehen und an den Schulen einsetzen. Das aber stieß auf breite öffentliche Kritik. Experten sahen das vorbildliche Gedenkstättenkonzept des Landes in Gefahr.

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Bildungsminister Günter Baaske (SPD)

Quelle: dpa

Potsdam. Nach breiter öffentlicher Kritik und auf Druck der schwarz-grünen Opposition im Landtag ist Bildungsminister Günter Baaske (SPD) von seinen Plänen abgerückt, die vielen Löcher in den Stundenplänen an Brandenburgs Schulen mit Gedenkstättenlehrern zu stopfen. 14 Lehrer sind landesweit für einen Teil ihrer Arbeitszeit abgeordnet, um an Gedenkstätten und Museen politische Bildung unterrichten – was sie auch künftig tun sollen. Das beschloss die rot-rote Regierung mit Zustimmung von CDU und Grünen am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags. Die AfD enthielt sich.

Zuvor hatte sich eine kontroverse Debatte um Baaskes Vorstoß entwickelt, die Spezialkräfte ausschließlich im Schuldienst einzusetzen. Gordon Hoffmann, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, verurteilte die Idee als „von vornherein aberwitzig“. Es passe nicht zusammen, einerseits Gedenktage einzuführen und andererseits die Gedenkstätten zu schröpfen. „Erinnerungskultur und Geschichtsbewusstsein lassen sich nicht zum Nulltarif entwickeln.“ Grünen-Kollegin Marie Luise von Halem meinte: ,,Der Druck der Opposition hat Wirkung gezeigt.“ Der „unsägliche“ Vorschlage habe im Gegensatz zu den Empfehlungen der Enquete-Kommission „Aufarbeitung“ gestanden.

In einer Anhörung vor den Abgeordneten hatten am Donnerstag Brandenburgs Beauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Ulrike Poppe, und der Leiter der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Sachsenhausen, Günter Morsch, ihre Kritik an Baaskes Plänen erneuert.

Von einer Kehrtwende seines Ministers wollte Florian Engels, Sprecher im Bildungsministerium, am Donnerstag trotzdem nicht sprechen. Im Ausschuss hatte Baaske Berichte als „schlicht falsch“ zurückgewiesen, wonach ein kurzfristiger Abzug der Gedenkstättenlehrer geplant gewesen sei. Der Minister betonte allerdings auch, dass die Lehrer den Schulen durch deren zeitweise Abordnung an die Gedenkstätten fehlen würden. Deshalb kündigte er an, sich in der Koalition für mehr Geld für mehr Lehrer stark zu machen.

Von Bastian Pauly

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