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Lehrerin gesteht Zeugnisfälschung

Schummel-Pädagogin unterrichtete auch in Brandenburg Lehrerin gesteht Zeugnisfälschung

Gut zwei Jahrzehnte lang unterrichtete eine Krankenschwester in mehreren Bundesländern mit gefälschten Papieren, davon auch fünf Jahre in Neuruppin. Dort fiel die mangelnde Qualifikation der Hochstaplerin nie auf.

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Das Amtsgericht Kiel verhandelt den Fall

Quelle: dpa

Potsdam/Kiel. Mehr als zwei Jahrzehnte verteilte sie Zensuren und Zeugnisse. Ihre eigenen waren gefälscht, wie eine Lehrerin am Mittwoch vor dem Amtsgericht Kiel einräumte. Fünf Jahre lang unterrichtete die Frau auch unbehelligt in Brandenburg ohne die erforderliche Qualifikation. Erst 2010 flog die Schummel-Beamtin auf: Ein Gymnasialrektor in Mölln (Schleswig-Holstein) war wegen mangelnder Leistung der Lehrerin misstrauisch geworden und forschte nach. Der 50-jährigen alleinstehenden Mutter droht nun eine Haftstrafe wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Ein Urteil soll im Juni fallen. Mehrere Bundesländer, in denen die gelernte Krankenschwester an der Tafel stand, fordern zudem die Rückzahlung unrechtmäßig erhaltener Bezüge in sechsstelliger Höhe.

Brandenburg habe keine Forderungen gestellt, so der Sprecher des Potsdamer Bildungsministeriums, Florian Engels. Die Hochstaplerin unterrichtete von 1995 bis 2000 am Oberstufenzentrum Ostprignitz-Ruppin in Neuruppin unter anderem die Fächer Recht, Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde – ohne dafür ausgebildet worden zu sein. In früheren Berichten hieß es, die Frau habe vor der Wende die Pädagogische Hochschule in Potsdam besucht. Den Unterlagen zufolge habe sie aber an der Hochschule Zwickau Deutsch und Staatsbürgerkunde studiert, so Engels. Das Problem: Die als Propagandafach geltende DDR-Staatsbürgerkunde war ihr offenbar peinlich. Um nach der Wiedervereinigung Karrierechancen zu haben, machte sie daraus auf dem Papier Sozialkunde. „Es war eine Zeit, in der Vergangenheiten gelöscht wurden“, sagte sie im Gerichtssaal unter Tränen. Sie habe schon immer Lehrerin werden wollen. Zudem gab die Frau zu, ihre Staatsexamina gefälscht zu haben. Sie stellte sich selbst zwei brillante Zeugnisse einer Universität in Nordrhein-Westfalen aus, die sie nie besucht hatte.

Vor ihrem Wechsel nach Brandenburg unterrichtete die aus Wismar stammende Frau in Mecklenburg-Vorpommern. Im Jahr 2000 verließ sie Brandenburg auf eigenen Wunsch und ging nach Berlin, wo sie verbeamtet wurde. 2008 bewarb sie sich in Schleswig-Holstein. Ende 2012 wurde sie vom Bildungsministerium in Kiel suspendiert. Ihr Beamtenstatus wurde aberkannt. In Brandenburg sei die Frau nicht negativ aufgefallen, so Engels. „Vor krimineller Energie und gut erstellten Fälschungen ist man nicht gefeit“, sagt er. Gerade bei Masseneinstellungen sei es nicht möglich, bei jedem Zeugnis Nachfragen an die ausstellende Behörde zu richten.

Von Marion Kaufmann

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