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Licht aus in Brandenburg

Gemeinden müssen sparen Licht aus in Brandenburg

In manchen Gemeinden Brandenburgs tappt man nachts im Dunkeln: Um Geld zu sparen, schalten viele Kommunen die Straßenbeleuchtung ab, selbst Ampel-Anlagen stehen auf dem Prüfstand. Verkehrsplaner warnen vor solchen Überlegungen. Mancher möchte das Licht auch wieder anknipsen, darf aber nicht.

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Energiesparende Lampen, gedimmtes Licht oder ganz abgeschaltete Straßenlampen liegen im Trend.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam.  Licht aus, Strom sparen, Schulden abbauen: Viele Kommunen in Brandenburg schalten nachts ihre Beleuchtung ganz oder teilweise aus, um den angespannten Haushalt zu entlasten. Selbst Ampelanlagen werden nachts bisweilen vom Netz genommen, wie Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, sagte. „Dieses Thema wird uns noch eine Weile beschäftigen“, sagte er mit Blick auf die teils hohe Verschuldung der märkischen Kommunen.

Cottbus stellt die Ampeln auf den Prüfstand

Beispiel Cottbus: Die Kreisstadt steht tief in der Kreide und prüft derzeit, wie viel man durch das nächtliche Abschalten der Straßenbeleuchtung und den Einsatz von stromsparenden LED-Leuchten sparen kann. „Das ist Teil des Haushaltssicherungskonzeptes der nächsten Jahre“, sagte Stadtsprecher Jan Gloßmann. 72 000 Euro könnten es in diesem Jahr sein, bis 2019 könnten sich die Einspareffekte auf eine halbe Million Euro summieren. Entschieden ist aber noch nichts, insbesondere was die Abschaltung von Ampeln angeht, betonte Gloßmann: „Das muss genau abgewogen werden. Mancher ärgert sich, wenn er nachts an der roten Ampel steht und nichts bewegt sich. Gleichzeitig muss die Verkehrssicherheit beachtet werden.“

Verkehrsplaner warnen vor Unfällen

Verkehrsplaner warnen vor solchen Überlegungen. Auch in verkehrsarmen Zeiten provozieren abgeschaltete Ampeln Unfälle, heißt es in einer Untersuchung, die das Institut für Verkehrsplanung und Straßenverkehr an der TU Dresden im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV) durchgeführt hat.

In Schulzendorf (Dahme-Spreewald) sind abgeschaltete Ampeln kein Thema. Dafür investiert die Gemeinde in Energiespartechnik. Neu erschlossene Straßen wurden mit LED-Lampen ausgestattet und alte Leuchten umgerüstet. „Das kann sich auf mittlere Frist rechnen“, sagte Bürgermeister Markus Mücke. In acht Jahren werden sich die Investitionen amortisiert haben, hofft er. In Seddiner See (Potsdam-Mittelmark) setzt man neuerdings auf eine nächtliche Dimm-Beleuchtung. Rund 86 000 Euro kostet die Umrüstung, die sich nach etwa dreieinhalb Jahren gerechnet haben soll.

Mancher will wieder Licht machen, darf aber nicht

In Jüterbog (Teltow-Fläming) wollte Bürgermeister Arne Raue (parteilos) derweil den umgekehrten Weg einschlagen und das Licht wieder anknipsen. Seit einigen Jahren war die Beleuchtung in manchen Teilen der Stadt nachts ausgeschaltet, um den Haushalt zu entlasten. Raue verwies nun auf die „gefühlte allgemeine Sicherheitslage in der Stadt“ und wollte die Lampen wieder anschalten. Doch das rief die Kommunalaufsicht auf den Plan. Das nächtliche Ausknipsen ist Teil des Haushaltssicherungskonzeptes, und im Alleingang könne Raue dies nicht rückgängig machen, hieß es. Nur mit den Stadtverordneten im Boot könnten die Lampen wieder angeschaltet werden – allerdings nur, wenn die Mehrkosten kompensiert werden.

Von Torsten Gellner

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