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Brandenburg 70 Filialen von „Lila Bäcker“ vor Schließung
Brandenburg 70 Filialen von „Lila Bäcker“ vor Schließung
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21:19 17.04.2019
Lkw am Hauptsitz des Unternehmens in Pasewalk. Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/DPA
Dahlewitz/Rostock

Neue Hiobsbotschaft von der insolventen Bäckereikette „Lila Bäcker“: Das Unternehmen plant, 70 bis 75 seiner insgesamt 400 Filialen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin mit rund 2700 Mitarbeitern dicht zu machen. Das bestätigt Matthias Glötzner, Sprecher des Unternehmens, am Mittwoch gegenüber der Ostsee-Zeitung. Er versichert: „Ziel ist es, alle Verkaufsmitarbeiter zu übernehmen.“ Offen bleibt dagegen, ob die Filialen verkauft oder geschlossen werden sollen. Auch über den Zeitpunkt der Aktion macht Glötzner keine Angaben.

Mitarbeiter sprechen von 76 Filialen

Konkreter werden dagegen Mitarbeiter: Insgesamt seien 76 Filialen betroffen, heißt es. 36 im Norden, 40 in Brandenburg und Berlin. Seit der Vorwoche würden entsprechende Gespräche mit Kollegen geführt. Und: Auch der Produktionsstandort Dahlewitz (Teltow-Fläming) stehe vor dem Aus, heißt es. Hier sind derzeit rund 120 Mitarbeiter beschäftigt. Außerdem in der Kritik der Mitarbeiter: die Abschaffung des bisherigen Prämiensystems.

Unternehmen meldete im Januar Insolvenz an

Der „Lila Bäcker“ hatte im Januar wegen Finanzproblemen Insolvenz angemeldet. Danach gab es drei Monate Insolvenzausfallgeld von den Arbeitsagenturen. Am 1. April hatte das Amtsgericht Neubrandenburg das Insolvenzverfahren für die Kette mit Sitz in Pasewalk und Dahlewitz offiziell eröffnet. Die Firma sei zahlungsunfähig, es sei aber genug Masse vorhanden, um alle Kosten des Insolvenzverfahrens zu begleichen, hieß es. Der Betrieb lief seither weiter. Die Insolvenz wird „in Eigenregie“ geführt, also mit der bisherigen Geschäftsführung und einem Berliner Anwalt als „Sachwalter“. Mitarbeiter kritisieren dies als „Hinhaltetaktik“.

Gläubigerversammlung soll im Mai Klarheit schaffen

Bis zu einer Gläubigerversammlung am 13. Mai soll ein Modell zum Fortbestand der Kette mit Produktionsstätten in Pasewalk, Neubrandenburg und Dahlewitz vorliegen. Dies könne mit Hilfe von Investoren geschehen. Drei Bieter seien im Gespräch.

Fakt ist: Durch die Insolvenz sind bestehende Mietverträge nicht mehr bindend. Somit könnten unwirtschaftliche Filialen geschlossen oder verkauft werden. Der „Lila Bäcker“ gilt als eine der größten deutschen Bäckereiketten. Der Umsatz war zwischen 2016 und 2018 von 142 auf 129 Millionen Euro gesunken.

Von MAZonline

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