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Brandenburg Löhne in Brandenburg steigen deutlich an
Brandenburg Löhne in Brandenburg steigen deutlich an
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20:55 24.01.2016
Vom Gehalt bleibt dank der niedrigen Inflation mehr übrig. Quelle: dpa
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Potsdam

Die Brandenburger dürfen sich über dickere Lohntüten freuen. Im vergangenen Jahr sind die Reallöhne deutlich gestiegen. Hintergrund sind Tarifsteigerungen, die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns und die geringe Inflation. Auch für 2016 werden steigende Reallöhne erwartet.

Durchschnittseinkommen steigt um 1,1 Prozent

Nach Daten des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst im dritten Quartal 2015 bei 2522 Euro und damit um 1,1 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Die Verbraucherpreise blieben im gleichen Zeitraum unverändert. Im ersten Quartal (plus 3,7 Prozent) und im zweiten Quartal (plus 3,3 Prozent) waren die Lohnzuwächse noch deutlicher – bei ebenfalls kaum spürbarer Inflation.

Je nach Branche fällt das Plus unterschiedlich aus. So strichen Beschäftigte in der Industrie erheblich höhere Gehaltssteigerungen ein als in der Dienstleistungsbranche.

Gewerkschaften fordern fünf Prozent Lohnplus

12 Millionen Beschäftigte können in Deutschland 2016 mit Gehaltsaufschlägen rechnen – denn auch in diesem Jahr laufen Einkommenstarifverträge für zahlreiche Branchen aus.

Als Gradmesser gelten die bevorstehenden Verhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Es wird erwartet, dass die Gewerkschaften Lohnerhöhungen von fünf Prozent fordern.

Weitere Verhandlungen stehen etwa im öffentlichen Dienst der Gemeinden, im Bauhauptgewerbe, in der chemischen Industrie und bei der Deutschen Bahn an.

Ungelernte können sich über deutliche Erhöhung freuen

„Gerade im unteren Lohnsegment, vor allem bei Ungelernten, hat der Mindestlohn in Brandenburg wie in anderen ostdeutschen Ländern sichtbare Verbesserungen gebracht“, sagt Nina Lepsius vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Berlin-Brandenburg. So stiegen die Löhne Ungelernter im dritten Quartal 2015 erheblich, nämlich um 8,4 Prozent.

Nina Lepsius vom DGB. Quelle: MAZ

Infolge der guten Konjunktur – weiter angekurbelt durch den fallenden Ölpreis und die anhaltende Niedrigzinsphase – erwartet der DGB eine weitere Verschiebung des Kräfteverhältnisses auf dem Arbeitsmarkt. Lepsius ist überzeugt, „dass Arbeitgeber nicht mehr zu jeder Bedingung Arbeitskräfte bekommen“.

Experte befürchtet, dass steigende Löhne zu weniger Investitionen führen

„Die Lohnerhöhungen müssen auch durch Produktivitätssteigerungen erwirtschaftet werden“, mahnt dagegen Carsten Brönstrup von den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg (UVB). Er sieht die Gefahr, dass die kräftigen Gehaltssteigerungen mittelfristig teuer bezahlt werden müssen, etwa weil Unternehmern das Geld für erforderliche Investitionen ausgeht. Der UVB hält zudem an der Kritik am Mindestlohn fest.

Der Einzelhandel hofft für 2016 auf ein sattes Umsatzplus. „Wir werden profitieren“, sagt Günter Päts, Vize-Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg (HBB). Laut Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute soll der Verdienst 2016 im Jahresdurchschnitt um 2,5 Prozent steigen, während eine Inflation von 1,1 Prozent erwartet wird.

Von Bastian Pauly

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