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Brandenburg Lückenhaftes Wissen: Brustkrebs beim Mann
Brandenburg Lückenhaftes Wissen: Brustkrebs beim Mann
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12:32 26.03.2018
Dr. Mattea Reinisch ist Oberärztin im Klinikum Essen-Mitte Quelle: Udo Geisler
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Essen

Mattea Reinisch ist Oberärztin im Klinikum Essen-Mitte und leitet die Male-Studie, die den Effekt der Antihormontherapie auf den Spiegel der weiblichen und männlichen Hormone bei von Brustkrebs betroffenen Männern misst.

Brustkrebs beim Mann wird oft erst spät erkannt. Warum kommt es zu dieser Verzögerung?

Der Mann ist nicht im vergleichbaren Maß wie die Frau wachsam gegenüber Veränderungen an der Brust und geht später zum Arzt. Aber auch bei Ärzten kommt es zum Teil zu einer Verzögerung der Diagnosestellung. Zum Beispiel werden schuppige Hautveränderungen an der Brustwarze erst mit Salben therapiert, anstatt eine Gewebeprobe zu entnehmen.

Die Sterberate ist bei Männern höher, die unter der Krankheit leiden. Liegt das an der späten Diagnose?

Die erhöhte Sterberate liegt vor allem daran, dass die Erkrankung bei Männern in einem späteren Tumorstadium erfolgt. Dieses liegt an der anderen Anatomie der männlichen Brustdrüse. Sie ist viel kleiner als die der Frau und ein Durchwachsen des Tumors mit der Haut oder dem Brustmuskel erfolgt leichter und schneller durch das geringe Volumen. Daher erfolgt die Diagnose in einem fortgeschrittenen Tumorstadium, die dann natürlich einen Anteil daran trägt.

In mehr als 40 Prozent der Fälle ist bereits das Stadium III oder IV erreicht. Gibt es dann noch Heilungschancen?

Beim Stadium III handelt sich um ein Mammakarzinom, welches größer als fünf Zentimeter, aber noch lokal auf die Brust beschränkt ist. Hier ist eine Heilung möglich. Beim Stadium IV hat sich der Burstkrebs im Körper verbreitet, es sind Metastasen nachgewiesen worden. Sie verteilen sich vor allem in der Lunge, Leber und den Knochen. Eine Heilung ist dann nicht mehr möglich.

Wird trotzdem therapiert, wenn es eigentlich schon zu spät ist?

Ja, das Therapieziel im metastasierten Stadium ist es, den Krebs im Wachstum aufzuhalten, am besten zurück zu drängen, also zu verkleinern und die Lebensqualität zu erhalten.

Die Behandlung von erkrankten Männern erfolgt analog zu Frauen. Woran liegt das?

Brustkrebs bei Frauen ist deutlich häufiger als bei Männern. Das bedeutet, dass die Studien, aus denen wir unsere Erkenntnisse über die Erkrankung und Therapie gewonnen haben, aus Untersuchungen von Frauen stammen. Die geringe Erkrankungshäufigkeit der Männer macht es nahezu unmöglich, Studien im vergleichbaren Maß zu konzipieren. Daher ist das Wissen um das Brustkrebserkrankung des Mannes sehr lückenhaft. Uns Ärzten bleibt also nichts anderes übrig, als die Therapieempfehlungen der Frauen weitestgehend auf Männer zu extrapolieren.

Erzielen die Therapien trotzdem die gewünschte Wirkung?

Aus Erfahrung heraus wissen wir, dass es zu vergleichbaren Therapieeffekten bei erkrankten Männern kommt.

Es wird während der Behandlung auch auf eine Antihormonbehandlung gesetzt. Können Sie die stärksten Nebenwirkungen erläutern?

Männer können ähnlich wie Frauen unter „Wechseljahresbeschwerden“ wie Hitzewallungen, Gelenkschmerzen oder Schlafstörungen leiden. Zusätzlich können unter anderem Libidobeschwerden auftreten. Die Intensität der Nebenwirkungen ist abhängig von der Art der Therapie.

Von Christin Iffert

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