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Brandenburg Trotz Urteils: Die Fragen bleiben
Brandenburg Trotz Urteils: Die Fragen bleiben
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20:39 12.06.2015
MAZ-redakteurin Marion Kaufmann Quelle: MAZ
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So funktioniert der Rechtsstaat: Die Frankfurter Richter sind davon überzeugt, dass Mario K. der brutale Maskenmann ist, der Brandenburg in Atem gehalten hat und dafür lebenslang hinter Gitter gehört. Dieses Urteil hat man erst einmal zu akzeptieren. Spannend wird, ob der Bundesgerichtshof der Frankfurter Rechtsauffassungs folgt. Der Vorsitzende Richter ließ in seiner Urteilsbegründung jedenfalls nicht den geringsten Raum für den Rechtsgrundsatz: In dubio pro reo – im Zweifel für den Angeklagten.

Doch Zweifel gab es in diesem aufsehenerregenden Verfahren genug: Stimmt die Version des Entführten? Wurde gründlich aufgeklärt? Dass das Urteil dennoch so ausfällt, hat viele Prozessbeobachter nicht überrascht. Wohl aber die Urteilsbegründung, die sich komplett an der Argumentation der Staatsanwaltschaft entlang hangelt. Was der Richter mit keinem Wort erwähnte: Monatelang stand die Polizei im Mittelpunkt des Interesses.  Ermittler fanden den Mut, ihre Zweifel an der Polizeiarbeit zu äußern. Wohl gemerkt: Sie haben sich nie zu der Behauptung hinreißen lassen, es sitze der Falsche auf der Anklagebank. Sie haben  bekundet, dass das kriminalistische Einmaleins nicht eingehalten worden sei, nämlich offen in alle Richtungen zu ermitteln. Hinterher wurden sie dafür gegängelt. Dass dieser  Umstand für das Gericht keine Erwähnung wert ist, spricht Bände. Das Urteil ist gefällt. Die  Fragen bleiben trotzdem. 

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Kritische Ermittler werden gemobbt, schlüssige Spuren nicht verfolgt, der Polizeipräsident hat sich in die Ermittlungen eingemischt und gegen den Angeklagten liegen nur Indizien vor, keine Beweise. Wir haben die Chronologie in einer Bildstrecke.

Von Marion Kaufmann

Hier lesen Sie eine Zusammenfassung zum Maskenmann-Prozess.

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