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MAZ-Leser kommen ins Schlingern

ADAC-Fahrsicherheitstraining in Linthe MAZ-Leser kommen ins Schlingern

Elf ausgeloste Abonnenten konnten beim Intensivfahrtraining im ADAC-Sicherheitszentrum in Linthe (Potsdam-Mittelmark) mit ihrem eigenen Auto die Tücken von nassen und glatten Straßen kennenlernen. Besonders schwierig war die Abschlussübung: eine bewegliche Platte, die das Heck ausbrechen lässt.

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Quelle: Julian Stähle

Linthe. Andrea Neher-Schmidt (62) schaltet in den zweiten und den dritten Gang, hat den Blick weit nach vorn gerichtet. Dann fährt sie auf die glatte Teststrecke. Plötzlich gibt es einen Ruck und das Heck ihres Wagens bricht aus. Die Hände der Königs Wusterhauserin fliegen über das Lenkrad, sie zieht das Auto wieder in die Spur und bringt es zum Stehen. „Puh, hat doch ganz gut geklappt“, sagt sie erleichtert. Die Dynamikplatte ist die Königsdisziplin auf dem Fahrübungsplatz.

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Elf MAZ-Leser konnten beim Intensivfahrtraining im ADAC-Sicherheitszentrum in Linthe (Potsdam-Mittelmark) mit ihrem eigenen Auto die Tücken von nassen und glatten Straßen kennenlernen.

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Das Intensivtraining findet im Fahrsicherheitzentrum des ADAC in Linthe (Potsdam-Mittelmark) statt. Immer an der Seite der elf Leser: Frank Burdach, seit 15 Jahren Fahrtrainer beim ADAC. Per Funk leitet er die Fahrer an.

Breites Altersspektrum

Andrea Neher-Schmidt gehört an diesem Tag zu den eingeladenen Lesern, die in einem Fahrsicherheitstraining von der MAZ und dem ADAC ihr Fahrkönnen austesten und das eigene Auto besser kennen wollen. Die jüngste Teilnehmerin ist 19 Jahre alt, der Älteste 78 Jahre.

Es ist trocken, aber kalt. Auf dem Testgelände steigen die Teilnehmer in ihre Autos. Klaus-Peter Schubert (78) zieht vorher noch seine Jacke aus. Los geht es mit einer Lenk-und Bremsübung. Die Teilnehmer fahren im Parcours – erst mit 30, dann mit 40 Stundenkilometern. Hier und da fällt ein Hütchen um. „Überlegt mal: Wie halte ich das Lenkrad? Werde ich in den Sitz gedrückt?“, schallt es aus dem Funkgerät. Die Gefahrenbremsung steht als nächstes an: bei 50 Stundenkilometern in die Eisen. „Das war gut“, lobt Trainer Frank Burdach den Rentner, „aber du hast zwischendurch das Bremspedal gelassen.“ Die dritte Station vereint beide Übungen. Noch dazu geht es rauf und runter. „Meine schlimmste Fahrt war in der Schweiz“, erzählt Schubert. Im Sommer schneite es noch mal. „Da waren alle Pässe zu.“ Jetzt auf dem Übungsplatz fährt der Brandenburger zügig in die Kurve, bremst kurz ab und gibt erneut Gas. Hier macht sich die Erfahrung bemerkbar. Aber vor der „Rüttelmaschine“ graut es ihm ein wenig, gibt der agile 78-Jährige zu. Andrea Neher-Schmidt ist sogar ein wenig ängstlich: „Da will ich nicht dran denken.“ Ihr Ehemann, meist der Fahrer, unterstützt sie beim Training. „Es ist gut, dass es eine dritte, unbeteiligte Person gibt, die alles erklärt“, sagt er. Dann, glaubt er, werde das Gesagte eher angenommen.

Begleitungen verschafft Sicherheit

Fahranfängerin Laura Stage (19) hat ihren Freund Hannes mitgebracht. „Es beruhigt mich, dass er daneben sitzt“, sagt sie. Auch die Schülerin hat ein wenig Respekt vor der Dynamikplatte. Bei dem Training am ungewöhnlichsten fand sie bisher die Vollbremsung. „Die macht man nicht so häufig – glücklicherweise.“ Das Fahrtraining hat eigentlich ihr Vater Michael gewonnen. Da er aber fahrerprobt ist, sollte seine Tochter, die seit einem Jahr den Führerschein hat, dieses in Anspruch nehmen. „Es ist gut, wenn man die Reaktion testet“, sagt der Vater. Bedenken, dass seine Tochter das Auto kaputt fährt, habe er keine.

Trainer Frank Burdach erklärte zwischendurch neue Dinge

Trainer Frank Burdach erklärte zwischendurch neue Dinge.

Quelle: Julian Stähle

Mittlerweile ist es 17 Uhr, es dämmert und ein feiner Nieselregen hat eingesetzt. „Da kann man noch schlechter sehen“, sagt Kevin Steller. Der 25-Jährige aus Kloster Lehnin möchte mal wissen, wie sein Auto, ein Mazda 3, reagiert, wenn alle Sicherheitssysteme ausgeschaltet sind. Die erste Gelegenheit bietet sich bei der Endloskurve. Die Fahrer sollen testen, ob es besser ist, in der Kurve zu bremsen oder die Kupplung zu treten. Nach und nach gehen die ersten Warnblinker an, das Zeichen für das Abschalten der Hilfssysteme. Auch Neher-Schmidt traut sich, die Systeme abzuschalten. „Aber doch unnötig. Es ist gut, wenn die helfen.“

Andrea Neher-Schmidt aus Königs Wusterhausen

Andrea Neher-Schmidt aus Königs Wusterhausen.

Quelle: Julian Stähle

Wieso, weshalb warum

Zwischen den Stationen ruft Trainer Frank Burdach die Teilnehmer immer wieder zusammen, um zu erklären, warum das Auto wegrutscht und was man dagegen machen kann. „Das Training hat echt geholfen“, sagt Andrea Neher-Schmidt. „Ich weiß, dass ich nicht mehr so hilflos sein muss“, sagt sie. Auf dem Heimweg ist aber dennoch ihr Mann Christian gefahren. „Der Tag war doch anstrengend.“

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Im Rahmen der „Sicher leben“-Wochen konnten elf Leser, die aus über 400 Einsendungen ausgelost wurden, ein Fahrtraining absolvieren.

Die Gewinner: Dirk Isensee (Zehdenick), Wolfgang Knispel (Luckenwalde), Andrea Neher-Schmidt (Königs Wusterhausen), Heinz Schmude (Michendorf), Jürgen Schnabl (Rangsdorf), Jörg Schönfeld (Oranienburg), Klaus-Peter Schubert (Brandenburg/Havel), Ilka Seppelt (Zeuthen), Laura Stage (Premnitz), Kevin Steller (Kloster Lehnin) und Sandra Braune (Bad Belzig)

Von Lisa Neumann

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