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Brandenburg MAZ-Leser würden mehr für Milch zahlen
Brandenburg MAZ-Leser würden mehr für Milch zahlen
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09:59 08.09.2015
Ein Liter Milch kostet derzeit etwa 55 Cent. Zu wenig für die Landwirte. Quelle: dpa
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Potsdam

Brandenburger Landwirte haben mit einem „Milch-Korso“ gegen sinkende Preise insbesondere für Milch und Schweinefleisch demonstriert. Mehr als 80 landwirtschaftliche Betriebe beteiligten sich nach Angaben des Landesbauernverbands (LBV) am Montag an der Treckerfahrt von Storkow (Oder-Spree) nach Lehnin (Potsdam-Mittelmark).

89 Prozent der Verbraucher würden für Milch mehr Geld bezahlen

Passend zur aktuellen Diskussion befragte die MAZ am Montag ihre Leser in einer Online-Umfrage, ob sie bereit wären, für den Liter Milch auch 10 Cent mehr zu bezahlen – wenn es den Bauern zugute käme. Und das Ergebnis war eindeutig: 89 Prozent aller Befragten (328 Personen) würden für ihre Milch auch einen Kostenzuschlag von 10 Cent bezahlen, lediglich 11 Prozent sprachen sich gegen eine Erhöhung des Milchpreises aus.

Auch in den Kommentaren auf der Facebookseite der MAZ zeigen sich viele Menschen mit den Bauern solidarisch. „Wenn es den Bauern zugute kommt, zahle ich gern mehr“, so ein User. Ein anderer Nutzer findet, es „...wird Zeit, dass wir was für unsere Bauern tun.“ Einer jungen Frau geht die Erhöhung um 10 Cent nicht weit genug: „Warum nicht 2 Euro? Wenn das den Bauern zugute kommen würde und nicht den Zwischenhändlern, wäre ich dazu bereit. Wie soll denn eine artgerechte Tierhaltung stattfinden, wenn Tiere und tierische Produkte zu Dumpingpreisen verschleudert werden?“, fragt sie.

Kritik an den Supermärkten, Direktkäufe beim Bauern

Viele MAZ-Facebook-Leser geben auch den Supermärkten die Schuld für das geringe Auskommen der Bauern. „Es wird beim Verbraucher abkassiert und der Milchbauer in den Ruin getrieben. Eine riesen große Sauerei wie der Handel sich auf Kosten der Erzeuger und Verbraucher die Taschen voll wirtschaftet“, macht ein Leser seinem Ärger Luft. Eine Frau fordert: „Ein fairer Marktpreis, und nicht durch Supermärkte diktiert!!!“. Eine andere Nutzerin empfiehlt gleich den Gang zum Bauern: „Das Abwaschwasser, was man in den Läden bekommt, ist nicht mal 0,55 € wert. Das, was es beim Bauern gibt, ist wenigstens noch reine Milch. Da ist mir der Liter Milch auch 1,50 € oder mehr wert.“

Ein Riesengaudi: Am Sonntag, 6. September 2015, kommen trotz Regens Tausende zum traditionellen Treckertreffen nach Trechwitz (Potsdam-Mittelmark) und feuern die 60 Teilnehmer beim Geschicklichkeitsparcours an. Quelle: Julian Stähle

Es gibt aber auch andere Stimmen – welche, die sich über den günstigen Milchpreis freuen. „Ich beklage mich ganz sicher nicht, das auch mal was bezahlbar ist! Und bei der Menge, die ich für meine 5-köpfige Familie brauche, ist auch das viel Geld!“. Eine andere Facebook-Nutzerin würde gänzlich auf Milch verzichten, wenn der Preis steigen würde: „Wenn die Milch über 1 Euro kosten würde, kaufe ich gar keine Milch mehr. Ich bin doch kein Dukatenscheißer.“

Trägt der Milchbauer eine Mitschuld an der Situation?

Doch es gibt auch kritische Stimmen, die sich gegen die Bauern richten. „Die Subventionswirte sind doch immer am Jammern“, so ein Kommentar unter dem Artikel auf MAZ-online.de. Ein anderer Leser schlägt in die selbe Kerbe: „Da wird protestiert und gefordert, was es nur zu fordern gibt. Die Milchleistung pro Kuh wird auf Kosten der Kreatur nach oben getrieben, der Milchberg hat keine obere Grenze.“ Und ein Facebook-User meint schließlich: „Die Quote wollten die Bauern nicht mehr, sie wollten exportieren. Jetzt ist der Weltmarktpreis gefallen und schon schreien sie nach Subventionen.“

Von Odin Tietsche

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