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Shoppen am Sonntag? Märker sagen Nein!

Ladenöffnungszeiten Shoppen am Sonntag? Märker sagen Nein!

Brandenburgs rot-rote Landesregierung setzt sich für eine flexiblere Regelung verkaufsoffener Sonntage ein. In der Bevölkerung kommt das nicht gut an. Die Mehrheit der Brandenburger ist gegen eine generelle Freigabe der Ladenöffnungszeiten.

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Bislang gibt es sechs verkaufsoffene Sonntage pro Jahr in Brandenburg – großzügiger ist die Regelung in Touristenorten.

Quelle: dpa

Potsdam. Die Mehrheit der Brandenburger lehnt eine generelle Freigabe von Ladenöffnungszeiten ab. Fast zwei Drittel der Märker (62 Prozent) stehen der Forderung, dass der Einzelhandel selbst entscheiden könne, ob und wann an Sonntagen Geschäfte geöffnet haben, ablehnend gegenüber. 37 Prozent unterstützen dagegen die Ziele des Handels. Das geht aus dem Brandenburg-Barometer des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der MAZ hervor.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte sich kürzlich für eine teilweise Flexibilisierung der Öffnungszeiten ausgesprochen. Die rot-rote Regierung will künftig stadtteilbezogene Sonntagsöffnungen ermöglichen.

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„Das regelt der Markt“

In Brandenburg dürfen Ladengeschäfte sonntags höchstens sechs Mal pro Jahr öffnen. Unabhängig von Alter, Bildungsabschluss und Parteienpräferenz plädieren die meisten Brandenburger für die Beibehaltung des Status quo. Am größten ist die Skepsis gegenüber einer Freigabe der Öffnungszeiten bei Grünen-Wählern mit lediglich 24 Prozent Zustimmung. Die meiste Unterstützung gibt es bei den SPD-Anhängern mit 39 Prozent.

Sonntagsshopping in Brandenburg

Sollten die Ladenöffnungszeiten in Brandenburg gelockert werden?

Für den Handel kommt das Umfrageergebnis nicht überraschend. „Es geht nicht darum, sonntags generell zu öffnen. Händler müssen flexibler auf Kunden- und Touristenströme reagieren können“, sagte Günter Päts, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg (HBB). Im Falle einer Freigabe würden nur jene Händler öffnen, für die sich das auch rentiere – etwa in den Touristenhochburgen Potsdam, Rheinsberg und dem Spreewald. „Das regelt der Markt.“ Die derzeitige Regelung mit landesweit sechs verkaufsoffenen Sonntagen ist laut Päts nicht für jede Branche ein Umsatzbringer. Der HBB-Vize erhofft sich besonders für Touristenorte Lockerungen. In touristischen Gebieten können Geschäfte zwar an 40 Sonntagen im Jahr öffnen, dürfen aber lediglich ein stark beschränktes Sortiment führen. Diese Begrenzung müsse abgeschafft werden, forderte Päts.

Gewerkschaften sehen bestehendes Gesetz bereits kritisch

Aus Sicht der Gewerkschaften ist bereits das bestehende Ladenöffnungsgesetz viel zu großzügig. Für die Beschäftigten sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht zu leisten, wenn etwa Kinder und Partner am Sonntag Freizeit haben und ein Elternteil arbeiten müsse, heißt es bei Verdi. Unregelmäßige Arbeits- und Erholungszeiten führten zu Druck und Stress. Dadurch steige die Gefahr krankheitsbedingter Ausfälle. Für den Händler bedeute das Einbußen, argumentiert die Dienstleistungsgewerkschaft. Auch die Kirchen sind gegen eine Ausweitung der Sonntagsöffnung.

Landesregierung will mehr Freiheit für Kommunen

Verkaufsoffene Sonntage sollen nach Plänen von Rot-Rot künftig je Stadtteil unterschiedlich geregelt werden.

Ministerpräsident Woidke
(SPD) begründete die Flexibilisierungspläne: „Wir wollen, dass die Läden in einem Viertel einer Kommune zum Beispiel wegen eines Straßenfestes öffnen dürfen, die im anderen Viertel aber nicht.“

Statt bislang sechs wird es künftig in einer Stadt wie Potsdam also mehr verkaufsoffene Sonntage geben.

Von Bastian Pauly

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