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Die Brandenburger sagen Nein zu Berlin

MAZ-Umfrage Die Brandenburger sagen Nein zu Berlin

Brandenburg und Berlin: Die Nachbarländer begegnen sich oft mit einer großen Portion Skepsis. Vor einigen Jahren ist bereits eine Länderfusion gescheitert. Auch jetzt hätte sie keine Chance. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der MAZ. Die Brandenburger halten es lieber mit einem anderen Nachbarland.

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Die Brandenburger sagen Nein zu Berlin.
 

Quelle: Detelv Scheerbarth/ Forsa

Potsdam.  Was die Sympathien für ihre direkten Nachbarn angeht, haben die Brandenburger eine klare Präferenz: Sie können die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern besonders gut leiden, wie aus der aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der MAZ hervorgeht. 58 Prozent der Befragten gaben an, die Bürger in der beliebten Urlaubsregion zwischen Ostsee und Mecklenburger Seenplatte „besonders sympathisch“ zu finden. Ein besonderes Faible für die Berliner haben hingegen 41 Prozent der Befragten – das ist Platz zwei, gefolgt von den Sachsen mit 40 Prozent auf Platz drei. Die Polen liegen mit 32 Prozent vor den Sachsen-Anhaltinern mit 30 Prozent.

>>> Alle Umfrageergebnisse haben wir hier zusammengefasst.

Bemerkenswert ist, dass bei den jüngeren Brandenburgern, den bis 30-Jährigen, die Berliner besonders hoch im Kurs stehen. Mit 58 Prozent an Sympathien ist das klar Platz eins. Die Norddeutschen liegen mit einem deutlichen Abstand dahinter (46 Prozent). Die östlichen Nachbarn in Polen folgen in dieser Altersgruppe mit 39 Prozent auf Platz drei. Das ist der höchste Wert in allen Altersgruppen.

Weniger gut kommen die Berliner bei den 30- bis 60-jährigen Brandenburgern an. Auf deren Sympathieskala liegen sie noch hinter den Sachsen auf Platz drei. Die Bürger in „MV“ sind in dieser Altersgruppe klar auf Platz eins.

Brandenburger finden, dass eine Fusion mit Berlin nichts bringt

Viele Brandenburger zeigen eine generelle Berlin-Skepsis. Dies zeigt sich auch in ihrer ablehnenden Haltung zu einem neuen Anlauf für eine Länderfusion. Fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) sind gegen ein gemeinsames Bundesland. Sie vertreten die Meinung, es sei besser, wenn beide Länder getrennt blieben. Nur etwa ein Drittel der Befragten (32 Prozent) plädiert für einen erneuten Fusionsanlauf. Der bisher einzige war 1996 an den Stimmen der Brandenburger gescheitert. Seither werden in regelmäßigen Abständen Vorstöße unternommen, zuletzt 2013 von der Stiftung Zukunft Berlin, beide Länder auf den Fusionszug zu setzen. Berlin sollte seinen Länderstatus aufgeben und mit Brandenburg verschmelzen, lautete der Vorschlag, der allerdings in der Politik kaum Widerhall fand. Die Stimmung im Land Brandenburg konnte eine solche Debatte nie sonderlich beeinflussen. Seit Jahren ist in Umfragen stets eine klare Mehrheit der Brandenburger gegen eine Fusion.

Die Vorbehalte sind laut der aktuellen Forsa-Erhebung derzeit bei den 45- bis 59-jährigen Brandenburgern (69 Prozent) und bei den Anhängern der SPD (67 Prozent) besonders groß. Dagegen vertreten die über 60-Jährigen viel häufiger die Meinung (38 Prozent), beide Länder sollten es erneut gemeinsam versuchen. Unter den Anhängern der Parteien sitzen die größten Befürworter einer Länderfusion bei CDU (40 Prozent) und Grünen (44 Prozent), allerdings überwiegt auch dort die Auffassung, beide Länder sollten getrennt bleiben. In der CDU-Anhängerschaft sagen das 59 Prozent und bei den Grünen 53 Prozent.

Liebe zum Bundesland ist größer als zu Deutschland

Befragt wurden die Brandenburger auch nach ihrem „Heimatgefühl“ und was sie darunter verstehen. Es überwiegt in Brandenburg die Liebe zum eigenen lokalen Umfeld: Für ein gutes Drittel der Befragten ist „Heimat“ unmittelbar die eigene Gemeinde oder Stadt. Jeder Vierte bezeichnete hingegen „Brandenburg“ als seine Heimat. Etwas weniger gaben an (23 Prozent), Deutschland als ihre Heimat zu bezeichnen.

Das eigene Wohnumfeld als „Heimat“ zu sehen, ist besonders bei den Jüngeren ausgeprägt. Fast jeder zweite (49 Prozent) der bis 30-Jährigen verbindet „Heimatgefühl“ heute mit dem unmittelbaren aktuellen Lebensmittelpunkt.

Von Igor Göldner

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