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Mädchen (15) stirbt nach Stromschlag

Sie kletterte auf einen Güterzug Mädchen (15) stirbt nach Stromschlag

Immer wieder wird vor vermeintlichen Mutproben gewarnt: Bahnanlagen sind keine Abenteuerspielplätze. Die Gefahr eines Stromschlages bei 15.000 Volt der Oberleitungen ist zu groß. Doch vor allem junge Menschen agieren oft zu leichtsinnig. Am Donnerstag geschah am Bahnhof Fürstenwalde erneut ein tragischer Unfall.

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Schrecklicher Unfall am Bahnhof Fürstenwalde.

Quelle: MAZ

Potsdam/ Fürstenwalde. Eine Jugendliche ist durch einen Stromschlag am Bahnhof Fürstenwalde (Oder-Spree) ums Leben gekommen. Laut Polizei war die 15-Jährige zuvor am Donnerstag zusammen mit zwei 16 und 17 Jahre alten Jungen auf einen Güterzug geklettert. Ihre Begleiter kamen mit dem Schrecken davon, wie ein Polizeisprecher am Abend in Potsdam sagte. Er korrigierte erste Angaben, wonach ein Jugendlicher getötet und die übrigen schwer verletzt worden seien.

Vor Ort hatten sich die Meldungen noch widersprochen. Zunächst hieß es, es handele sich um ein männliches Opfer, erst später war von einem 15-jährigen Mädchen die Rede. Inzwischen geht die Polizei von einem Unfall aus. Nachdem die 15-Jährige auf den Waggon des Güterzuges geklettert war, kam sie nach derzeitigem Erkenntnisstand mit einer Oberleitung in Berührung, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Es gebe keine Hinweise auf ein Fremdeinwirken. Die Jugendliche stammte aus dem Oder-Spree-Kreis.

Auf der Bahnstrecke kam es nach dem tragischen Unglück zu Verspätungen und Ausfällen in beide Richtungen im Regionalverkehr der Deutschen Bahn.

Schwere Unfälle durch Stromschläge

Ende März vergangenen Jahres kletterte ein 17-jähriger Jugendlicher aus Guben (Spree-Neiße) auf einen Kesselwagen und erlitt einen tödlichen Stromschlag. Ein Zeuge habe beobachtet, wie der Jugendliche nach dem Stromschlag vom Kesselwagen gefallen sei. Er starb noch an der Unfallstelle.

Nur zwei Monate zuvor hatte ein 15 Jahre Jugendlicher aus Blankenfelde (Teltow-Fläming) bei einem Stromschlag Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten. Er war am Bahnhof Rangsdorf auf eine Lokomotive eines Regionalexpresszuges geklettert. Mit brennender Kleidung konnte er noch ins Abteil zurückkehren. Dort löschten Mitreisende das Feuer. Anschließend wurde der 15-Jährige mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

Die Unfall-Liste ist lang

Oft trifft es junge Leute, die leichtsinnig auf Waggons klettern und dabei der Bahnoberleitung zu nahe kommen. Sie sterben nach einem Stromschlag oder werden schwer verletzt. Einige Beispiele aus Jahr 2013:

Weihnachten 2013 : Ein 15-Jähriger klettert am Berliner Güterbahnhof auf einen Kesselwagen und wird von einem Stromschlag aus der Oberleitung getötet.

24. November 2013 : Ein 13-Jähriger klettert am Bahnhof in Rathenow (Brandenburg) auf einen Güterwaggon und kommt einer Hochspannungsleitung mit rund 15 000 Volt zu nahe. Der Junge erleidet schwerste Verbrennungen und stirbt wenige Tage später im Krankenhaus.

23. Juni 2013 : Ein 14-Jähriger bekommt beim Spielen an einer Nebenstrecke der Pressnitztalbahn bei Lübbenau im Spreewald einen tödlichen Stromschlag. Der Junge hatte einen Kesselwagen erklommen und dort die Oberleitung berührt.

17. Mai 2013 : Ein neun Jahre alter Junge klettert auf dem Firmengelände im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg auf einen Kesselwagen und wird von einem Stromschlag schwer verletzt.

11. Mai 2013 : Eine 17 Jahre alte Stuttgarterin verliert ihr Leben, als sie sich mit zwei anderen Mädchen aus Jux an einem Bahnhof fotografieren lassen will. Die Jugendliche klettert auf einen abgestellten Kesselwagen und wird von einem Stromschlag getötet. Die Freundinnen erleiden schwere Verbrennungen.

2. Mai 2013 : Mit einer Angel gerät ein 55 Jahre alter Mann an eine Oberleitung, als er in Elsfleth (Niedersachsen) Bahngleise überquert. Der Hobbyfischer stirbt an einem Stromschlag, fällt auf die Gleise und wird dann von einem Zug überrollt.

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In ersten Meldungen war von einem Jugendlichen die Rede, dies hat sich aber nicht bestätigt.

Von MAZonline

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