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Märker führen Flensburger Punkte-Statistik an

Verkehrssünderkartei Märker führen Flensburger Punkte-Statistik an

Raser-Reservat Brandenburg: Brandenburger gelten in der Flensburger Verkehrssünderkartei als besonders eifrige Punktesammler. Grund sei auch die hohe Kontrolldichte der Polizei, heißt es. Doch damit könnte es schon bald ein Ende haben.

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Zu hohe Geschwindigkeit ist das häufigste Vergehen im Straßenverkehr.

Quelle: dpa

Potsdam. Die Märker sind deutsche Meister beim Punktesammeln in Flensburg. Brandenburg verzeichnet im Verhältnis zur Bevölkerungszahl die mit Abstand meisten Einträge in der Verkehrssünderkartei des Kraftfahrtbundesamtes, wie ein Ländervergleich des Auto Club Europa (ACE) zeigt.

Punkte-Statistik: Brandenburg führt vor Mecklenburg-Vorpommern

Demnach wurden für Brandenburg 11.202 Delikte je 100.000 Einwohner ab 15 Jahren nach Flensburg gemeldet – drei Mal so viele wie in Berlin (3761) und immer noch deutlich mehr als im Bundesschnitt (6449). Mecklenburg-Vorpommern hat die zweithöchste Quote (8466), Sachsen-Anhalt kommt auf einen Platz im hinteren Mittelfeld (4720).

Verkehrsverstöße gehen bundesweit zurück

8,63 Millionen von geschätzten 54 Millionen deutschen Fahrerlaubnis-Inhabern haben Punkte in Flensburg. Basis ist eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung des Fahreignungsregisters (FAER) des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg mit Stand vom 1. Januar 2015 durch den Auto Club Europa (ACE).

Die jährlichen Eintragungen von Verkehrsverstößen sind seit 2006 von 5,1 Millionen auf 4,5 Millionen zurückgegangen.

Männer weisen fast dreieinhalb Mal so viele Eintragungen in Flensburg auf wie Frauen. Größte Problemgruppe sind die 25- bis 44-Jährigen.

Bundesweit hat geschätzt jeder sechste Fahrerlaubnis-Inhaber Punkte in Flensburg. Hauptgrund sind Tempoverstöße (64 Prozent), gefolgt von Alkohol- und Drogendelikten (23 Prozent). Klaus-Dieter Berndt, Vize-Präsident der Landesverkehrswacht Brandenburg, bezeichnete die hohe Punktequote hierzulande als „sehr erschreckend“. Er mahnte alle Verkehrsteilnehmer zu mehr gegenseitiger Rücksichtnahme. An das Verantwortungsbewusstsein müsse sowohl mit Prävention als auch intensiven Kontrollen appelliert werden, sagte Berndt.

Polizei muss Kontrollen zurückfahren

Auf die Frage nach den Gründen der hohen Punkte-Quote erklärte Polizei-Sprecherin Anja Resmer: „Der Befund könnte sowohl an der hohen Kontrollintensität der Polizei als auch an mangelndem regelkonformen Verhalten der Verkehrsteilnehmer liegen.“

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt davor, dass die Beamten aufgrund Personalmangels die gewohnte Kontrolldichte künftig nicht länger aufrechterhalten können. „Die Situation ist grenzwertig“, sagte GdP-Landeschef Andreas Schuster mit Blick auf sich häufende Großeinsätze, etwa bei fremdenfeindlichen Demonstrationen und zum Schutz von Asylunterkünften. „Die Verkehrsüberwachung muss in diesem Jahr deutlich zurückgefahren werden“, sagte Schuster.

Wieder mehr Verkehrstote in Brandenburg

Der ACE hält das für ein fatales Zeichen. „Verstöße, die nicht sanktioniert werden, betrachtet die Bevölkerung als Kavaliersdelikt“, warnte Sprecher Konstantin Hack. Brandenburg zählt traditionell zu den Bundesländern mit den meisten Verkehrstoten. Bereits vor Abschluss der Unfallbilanz für das vergangene Jahr steht fest, dass die Zahl der tödlich Verunglückten 2015 wieder gestiegen ist. Bis Ende November gab es laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 152 Tote auf märkischen Straßen. Im gesamten Jahr 2014 waren es noch 139 Verkehrstote.

Von Bastian Pauly

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