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25 Jahre „Hilfe für Familien in Not“ Märker helfen Märkern auf die Beine

Oft erwischt es die viele Brandenburger Familien eiskalt: Mütter und Väter, die schwer krank sind, einen nahen Angehörigen verloren haben oder stark verschuldet sind. Sie können auf die Unterstützung der Stiftung „Hilfe für Familien in Not“ hoffen, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert und am Dienstag auf Spenden beim Benefiz-Spargelessen hofft.

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Klaistow: Am Dienstagabend gibt es ein Spargelessen zugunsten der Stiftung, an dem prominente Unterstützer teilnehmen.

Quelle: Foto: privat

Potsdam. Es sind Fälle, die ans Herz gehen: Eine Mutter aus Brandenburg, die in einem Berliner Krankenhaus auf ihre Organtransplantation wartet, aber keinen Besuch ihrer Kinder empfangen kann, weil diese sich die Bahnfahrkarte nicht leisten können. Ein erwachsener Bruder, der in seine alte Heimat Brandenburg zurückkehrt, damit er sich nach dem Tod der Mutter um die jüngeren Geschwister kümmern kann – für die Wohnungseinrichtung fehlt ihm jedoch das Geld. Oder die Brandenburgerin, die von einem auf den anderen Tag mit zwei Kindern auf sich allein gestellt ist und ein drittes Kind erwartet, das behindert zur Welt kommt. Ihr Neugeborenes aber kann sie nach ihrer Entlassung nicht in der Klinik besuchen, weil das Geld fehlt, um wenige Tage nach der Geburt täglich von ihrem Zuhause in die Klinik zu pendeln.

All diese Familien hatten Unterstützung von der brandenburgischen Stiftung „Hilfe für Familien in Not“, die vor 25 Jahren gegründet wurde. Zweieinhalb Jahrzehnte nach ihrer Gründung hat auch Brandenburgs Jugendminister Günter Baaske (SPD) die Arbeit der Stiftung „Hilfe für Familien in Not“ gewürdigt. „Menschen können aus den unterschiedlichsten Gründen in Not geraten. Es ist wichtig, dass ihnen dann geholfen wird und sie das Gefühl vermittelt bekommen, mit ihren Schwierigkeiten nicht allein zu sein“, sagte er am Montag. Ihm sei es „eine Herzensangelegenheit“, die Stiftung zu unterstützen.

Plötzlicher Einschnitt im Leben vieler Familien

Nach Stiftungsangaben erhielten bislang mehr als 4100 märkische Familien Zuwendungen in Höhe von über 3 Millionen Euro. Allein im Jahr 2016 half die Stiftung 191 Familien mit 114 000 Euro. Das Geld stammt zu hundert Prozent aus Spenden von privaten Leuten und Unternehmen. Die Einrichtung geht auf die frühere märkische Sozialministerin Regine Hildebrandt (SPD) zurück und soll Familien sowie werdende Mütter finanziell unterstützen, die in Not geraten sind.

„Oft erwischt es die Familien eiskalt“, erklärt die ehrenamtliche Stiftungsratsvorsitzende Ute Tenkhof. Etwa, wenn Mütter und Väter, die mit ihrem Einkommen „gerade so über die Runden kommen“, einen plötzlichen Einschnitt in ihrem Leben erfahren, mit dem sie nicht gerechnet haben. Dabei handelt es sich um Mütter und Väter, die plötzlich arbeitslos wurden, lange und schwer krank sind, in Trennung leben, einen nahen Angehörigen verloren haben oder stark verschuldet sind.

Wenn staatliche Unterstützung nicht greift, hilft die Stiftung

„Viele Familien hatten zuvor noch keinen Kontakt zu Behörden und wissen nicht, an wen sie sich in ihrer Not wenden können.“ Einiges sei in Deutschland gesetzlich geregelt, aber eben nicht alles. Wenn staatliche Unterstützung aus unterschiedlichen Gründen nicht greift oder ausreicht, kann die Stiftung diesen Menschen helfen und zwar ganz direkt und schnell – mit Geld.

Familien und werdende Mütter, die in Not sind, können zum Beispiel bei Sozialstationen, Jugend- und Sozialämtern oder Erziehungs- und Schuldnerberatungsstellen einen Antrag auf Unterstützung stellen. Auch freie gemeinnützige Träger wie die Caritas, Diakonie oder Profamilie sind eine Anlaufstelle. Einmal im Monat tagt der Vergabeausschuss, der darüber entscheidet, wer welche Hilfe bekommt.

Spargelessen für den guten Zweck

So habe die Stiftung etwa einer älteren Dame aus Brandenburg helfen können, die plötzlich ihren Enkel bei sich zu Hause aufnehmen musste. „Die Frau bekam eine kleine Rente, hatte aber kein Geld, um ein Kinderbett zu kaufen“, erzählt Tenkhof. Die Empfänger seien dankbar, nicht nur für die bis zu 600 Euro, die sie einmalig erhalten. „Für die Menschen ist es wichtig zu sehen, dass es jemanden gibt, der ihnen in ihrer Situation zur Seite steht“, sagt Tenkhof.

Umgekehrt gibt es den Spendern ein gutes Gefühl, jemand anderem wieder auf die Beine geholfen zu haben. „Wir sind intensiv auf Spenden angewiesen und danken jedem Brandenburger, der sein Herz und Portemonnaie öffnet“, so Tenkhof. Auch am Dienstagabend gibt es eine Spendenveranstaltung zugunsten der Stiftung. Bereits zum vierten Mal hat Antje Winkelmann, Stitungsbotschafterin und Geschäftsführerin des Spargel- und Erlebnishofes Klaistow zum Benefiz-Spargelessen eingeladen. Mit am Tisch sitzen der Schirmherr der Stiftung und frühere Ministerpräsident des Landes Matthias Platzeck (SPD), Familienministerin Diana Golze (Linke) sowie Jugendminister Günter Baaske.

Von Diana Bade

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