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Märkische Firmen klagen über Mängel am Standort

Studie der IHK Potsdam Märkische Firmen klagen über Mängel am Standort

Die kommunalen Steuern und Abgaben zu hoch, die Verwaltung zu schlecht, die innerörtlichen Straßen zu marode – die Mängelliste aus Sicht der regionalen Wirtschaft ist lang. Das geht aus einer neuen Studie der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) hervor. Befraqt wurden 1000 Unternehmen, die sich erstaunlich heimatverbunden zeigten.

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IHK-Präsidentin Beate Fernengel

Quelle: MAZ

Potsdam. Brandenburgs Unternehmen machen ihrem Ärger Luft: Nach einer Befragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam ist eine Mehrheit der regionalen Firmen in Westbrandenburg mit ihrem Standort nicht zufrieden und sieht Nachholebedarf. Besonders in der Kritik sind Bürgermeister und Kreisverwaltungen. Häufig seien Entscheidungen zu Infrastrukturprojekten oder Ansiedlungen nicht nachvollziehbar und transparent. Die kommunalen Steuern, Abgaben und Gebühren werden insgesamt als zu hoch angesehen. Sie sollten deutlich gesenkt werden, hieß es. Die Firmen wünschen sich eine schnellere Bearbeitung von Anliegen und Verfahren durch die Verwaltung und mehr Wirtschaftsfreundlichkeit. Besondere Unzufriedenheit herrscht seitens der Firmen mit der Stadtverwaltung in Potsdam (Note 3,6). Die besten Noten gibt es für die Verwaltungen in der Prignitz.

„Es herrscht bei den Unternehmen eine gewisse Unsicherheit. Da muss wohl mehr mit den Leuten geredet werden,“ sagte Torsten Stehr, Leiter des IHK-Fachbereichs Standortpolitik. Ein weiterer Kritikpunkt der Firmen: Der marode Zustand von innerörtlichen Straßen. Das führt dazu, dass der Wirtschaftsverkehr nicht wirklich fließe. Ein Dauerbrenner ist der Breitbandausbau. Hier gebe es „dringenden Handlungsbedarf“, hieß es. Sorgen bereitet vielen Unternehmen der Fachkräftemangel, der sich weiter verschärfen dürfte.

Insgesamt gaben die 1039 befragten Firmen im Kammerbezirk zwischen Prignitz und Fläming dem eigenen Standort nur die Schulnote „befriedigend“. Bemerkenswert ist, dass die Zahl der Betriebe, die sich überhaupt nicht wohl fühlen am Standort und die Schulnoten 4 bis 6 verteilten, doppelt so hoch ist wie die Zahl jener, die ein „sehr gut“ gaben. Etwa zwei Drittel der Firmen gaben die Noten 2 und 3.

Die Umfrage, die die Industrie- und Handelskammer zum ersten Mal erhob und die alle zwei Jahre durchgeführt werden soll, ergab bei aller Kritik auch Lichtblicke. Die größte Zufriedenheit in der regionalen Wirtschaft gibt es bei der Erreichbarkeit von Absatzmärkten und der Nähe zu Kunden. Auch die Anbindung an das Fernstraßen- und Schienengüternetz wird von einer deutlichen Mehrheit der Firmen als positiv angesehen.

Den Unternehmen in Westbrandenburg ist Heimatverbundenheit ein hohes Gut, wie die Befragung auch zeigte. Heimat hat für Unternehmen dabei eine immer größere Bedeutung, je weiter diese von Berlin entfernt sind. So herrscht die größte Verbundenheit in Ostprignitz-Ruppin (Note 1,66), die geringste in Potsdam (2,6).

Die Präsidentin der IHK Potsdam, Beate Fernengel, sieht aufgrund der Umfrageergebnisse enormen Handlungsbedarf. „Ein Dreierdurchschnitt genügt uns nicht“, sagte sie. Zusammen mit der Politik müsse die regionale Wirtschaft noch mehr unterstützt werden.

Die kritische Sicht der Unternehmen überraschten nicht, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, Dierk Homeyer. Brandenburg könnte schon viel weiter sein. In den letzten Jahren sei zu wenig für schnelles Internet und flächendeckenden Handyempfang getan worden. Es sei erfreulich, wie heimatverbunden Brandenburgs Unternehmer seien, „aber die Politik muss dazu beitragen, dass das auch so bleiben kann“.

Von Igor Göldner

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