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Brandenburg Märkische Stiftungen beklagen Zinsausfälle
Brandenburg Märkische Stiftungen beklagen Zinsausfälle
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20:18 10.12.2017
Lesepaten machen die Jüngsten mit Büchern vertraut. Quelle: dpa
Potsdam

Brandenburger Stiftungen leiden immer stärker unter dem niedrigen Zinsniveau. Der Grund: Stiftungskapital darf nicht angetastet werden. Nur die Erträge des Vermögens dürfen ausgeschüttet werden, was in der derzeitigen Niedrigzinsphase gerade für kleinere Stiftungen zum Problem wird. Sie müssen gerade in der Adventszeit umso intensiver Spenden werben, wenn sie die Folgen der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank abschwächen wollen.

„Allein von Erträgen aus dem Grundvermögen können wir unsere Projekte nicht mehr finanzieren“, sagt der Geschäftsführer der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark, Kai Jahns. Die zehn Jahre alte Stiftung, die unter anderem Träger der Kinderuni Eberswalde ist, verfügt über 130 000 Euro Grundkapital, ein Teil davon ist angelegt. Langfristige Verträge mit guten Zinssätzen sind laut Jahns ausgelaufen. Viele kleinere Projekte konnten 2017 nicht mehr finanziert werden.

Das bundesweite Stiftungsvermögen liegt bei 100 Milliarden Euro

In Brandenburg gibt es derzeit 217 Stiftungen, etwa zur Unterstützung von Familien oder Flüchtlingen in Not, für Kultur und Soziales oder Kinder- und Jugendarbeit. Bundesweit sind es knapp 22.000 mit einem Gesamtvermögen von rund 100 Milliarden Euro.

Die Stiftungen bemühen sich um Alternativen. So sammeln Bürger in Wandlitz (Barnim) Geld für den Kauf eines Waldgrundstücks – „als Anlage und Umweltschutz in einem“, so Geschäftsführer Jahns. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen rät seit Längerem, Geld in Immobilien, Unternehmen oder Sachgütern anzulegen und fordert dafür gesetzliche Lockerungen.

Viele Stiftungen greifen ärmeren Familien unter die Arme

„Mit Erträgen sind keine großen Sprünge möglich“, sagt Angela Pogoda von der Bürgerstiftung Oranienburg, die einen Kapitalstock von rund 100.000 Euro besitzt. Die ehrenamtlichen Mitglieder sammeln verstärkt Spenden, um lokale Projekte wie jüngst die Feuerwehr Germendorf zu unterstützen.

Um Spenden wirbt auch Ute Tenkhof, Vorstandschefin der in Potsdam ansässigen Stiftung „Hilfe für Familien in Not“. Die Stiftung war vor 25 Jahren auf Initiative der früheren Sozialministerin Regine Hildebrandt (SPD) gegründet worden. Sie hat heute ein Grundvermögen von 4,6 Millionen Euro. Sie hilft in Not geratenen Familien sowie werdenden Müttern und bietet finanzielle Unterstützung an, wenn gesetzliche Ansprüche nicht ausreichen. Bisher flossen für 4100 Fällen drei Millionen Euro. „Wir sparen vor allem an der Geschäftsstelle“, so Tenkhof. Das Land habe sich aber bereit erklärt, die Stiftung bei Verwaltungsaufgaben zu unterstützen, da die Einrichtung auch Bundesmittel ausreiche. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte vor wenigen Tagen die Arbeit der Stiftung, die sich für menschliche Schicksale einsetze. „Jedes für sich belegt, wie notwendig die Stiftung immer war und weiterhin sein wird“, sagte Woidke.

Auch die in Potsdam ansässige Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz leidet unter Zinsausfällen. „In guten Zeiten hatten wir sechs Prozent, jetzt ein bis zwei Prozent“, so Geschäftsführerin Susanne Krause-Hinrichs. Es werde immer schwieriger, den zahlreichen Initiativen, die sich gegen Extremismus und Gewalt wenden, zu helfen. „Das ist aber gerade jetzt dringend nötig.“ Dabei ist Krause-Hinrichs noch in der guten Lage, dass Stiftungsgründer Friedrich Christian Flick jährlich hohe Spenden zuschießt.

Von Volkmar Krause

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