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Brandenburg Märkischer Student im Dauereinsatz für Erste Hilfe
Brandenburg Märkischer Student im Dauereinsatz für Erste Hilfe
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00:30 03.03.2018
„Die Leute gucken viel zu oft weg“ – und das wollte Philipp Humbsch ändern. Und das Wissen über Erste Hilfe schon früh vermitteln. Quelle: foto: privat
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Frankfurt (Oder)

Rund 40 Stunden für sein Medizinstudium an der Charité, 24 Stunden oder mehr in der Woche für seine Arbeit als Rettungssanitäter – und dann eben noch 20 bis 30 Stunden für den von ihm gegründeten Verein Pépinière für die Ausbildung junger Menschen in Erster Hilfe: Philipp Humbsch, der Urheber der Initiative „Jeder kann ein Held sein“, ist selber einer. „Ich schlafe sehr wenig“, räumt der 26-Jährige ein.

Fünf Stunden in der Nacht müssen im Schnitt ausreichen. Dann muss Humbsch schon den RE 1 kriegen, um von seiner Heimatstadt Frankfurt (Oder) an die Berliner Charité zu gelangen. Danach kommt die Arbeit als Sanitäter – ober eben das Engagement für den von ihm mitgegründeten Verein, der den Gedanken und die Technik der Ersten Hilfe an brandenburgische Grundschulen bringt.

Auszeichnung bei der „Gala der Wissenschaft“

Aber der Einsatz für die Lebensrettung bringt eben manchmal doch Anerkennung: Nicht nur, dass Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) 2017 die Anschaffung eines Transporters mit 45 000 Euro unterstützte oder der Landrat von Oder-Spree für Humbschs Arbeit im Januar 1500 Euro gab und eine Benefizgala des Kreises 1000 Euro einbrachte, Humbsch wurde jetzt auch vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft Student des Jahres erkoren. Die Auszeichnung erhält er am 3. April auf der „Gala der Deutschen Wissenschaft“ in Berlin.

„Die Leute gucken viel zu oft weg, wenn jemand Hilfe braucht oder sie können einfach nicht helfen“, weiß der junge Mann aus langer Erfahrung als Rettungssanitäter. Als er in Brandenburg vor Jahren einmal zu einem Einsatz gerufen wurde, wedelten die Angehörigen bei der Ankunft der Sanitäter dem Notfallpatienten mit einem Tuch Luft zu. An das, was man für den Führerschein im Erste-Hilfe-Kurs lernt, nämlich die sogenannte Thoraxkompression, bei der 30-mal fest und rhythmisch auf die Brust gedrückt und dann zweimal beatmet werden muss, hatte keiner gedacht. Der bewusstlose Mann verstarb.

Mit Unterstützung von der Unfallhilfe

„Gerade in einem Flächenland wie Brandenburg mit den großen Anfahrtswegen ist es ein großes Pro­blem, wenn die Leute nicht Erste Hilfe leisten können“, sagt Humbsch. Sein Gedanke: Eigentlich müssten schon Grundschüler mit den Prinzipien der Ersten Hilfe vertraut gemacht werden. Im September 2015 schrieb der junge Medizinstudent und Sanitäter die Deutsche Unfallhilfe an und berichtete von seinem Plan, kostenlose Erste-Hilfe-Kurse an Schulen zu geben.

Die Schulen waren zögerlich – erst in der Grundschule Briesen (Oder-Spree) in der Nähe Frankfurts klappte es. Humbsch rückte im Fe­bruar 2016 mit Kommilitonen aus dem Medizinstudium und dem Material der Deutschen Unfallhilfe vor 220 Schülern aller Klassenstufen an. Der dreitägige Kurs war ein Erfolg – und von da an waren auch andere Schulen aufgeschlossen. Inzwischen waren die „Heldenmacher“ – rund 50 ehrenamtlich tätige Medizinstudenten und Rettungssanitäter – an 20 Schulen Brandenburgs. Sie haben mehr als 3000 Kinder ausgebildet, hinzu kommen 300 Schüler weiterführender Schulen und etwa 100 Studierende. Organisiert werden die Kurse vom Verein Pépinière, dem zusammen mit Humbsch derzeit elf Leute angehören. Inzwischen erforscht sogar Charité-Professor Thomas Keil, Leiter des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, die Lernerfolge des Projekts.

Humbschs eigener Weg zum Helfer und Lebensretter war ein ziemlich direkter. Erst Rettungsschwimmer, dann Sanitäter, schließlich Sanitätssoldat bei der Bundeswehr und dann das Medizinstudium an der Charité. Humbsch denkt, in eineinhalb Jahren ein ausgebildeter Arzt zu sein. Und sein Ziel ist klar: „Ich möchte in den Rettungsdienst.“ Am liebsten auch in der Region. Denn Humbsch schätzt die Weiten und die Wälder seiner Heimat – und die Leute. „Ich denke, die Brandenburger sind direkt und ehrlich.“ Mit mehr Leuten wie Philipp Humbsch, dem „Studenten des Jahres 2018“, gäbe es wohl kaum Ärztemangel auf dem Lande.

Von Rüdiger Braun

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