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Brandenburg „Manager sind besonders gefährdet“
Brandenburg „Manager sind besonders gefährdet“
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06:02 12.03.2019
Freizeitsportler sollten die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einschätzen, im Zweifel unter Anleitung trainieren. Quelle: Giorgio Pulcini/stock.adobe.com
Potsdam

Sport ist gesund, aber nur in Maßen und unter Anleitung von Experten.

Frau Fürstenberg, wann wird Sport gefährlich fürs Herz?

Maria Fürstenberg: Grundsätzlich natürlich dann, wenn man krank ist, also bei einer Erkältung oder Grippe. Das kann unter anderem zu einer Herzmuskelentzündung führen. Auch nach einer Erkrankung muss man aufpassen, dass man nicht zu früh oder zu intensiv einsteigt. Und wenn man lange keinen Sport gemacht hat, muss man schauen, in welcher Frequenz und Intensität man trainieren kann und wo die Belastungsgrenze liegt.

Wie erkennt man die?

Erfahrene Sportler kennen ihren Körper gut. Wenn die Herzfrequenz hoch ist und man so weit außer Atem ist, dass das Sprechen schwer fällt, sollte man aufpassen. Auch wenn die Muskulatur zumacht oder man das Mund-Nasen-Dreieck im Gesicht erkennt.

Was ist das Mund-Nasen-Dreieck?

Wenn man zwischen Nase, Mundwinkeln und Kinn weiß ist, obwohl die Wangen rot sind, dann ist das ein Anzeichen für Überlastung.

Warum wird man gerade dort blass?

Die Sauerstoffversorgung ist nicht mehr optimal gegeben, da die Durchblutung da hingezogen wird, wo sie während des Sports notwendig ist. Deshalb kommt es zu einer Minderdurchblutung. Das ist natürlich schwierig zu sehen, wenn man alleine joggen geht. Aber ein erfahrener Trainer erkennt das und würde das Training stoppen.

Immer wieder liest man von Fällen des plötzlichen Herztodes, selbst bei gut trainierten Profisportlern. Wie kommt es dazu?

Der plötzliche Herztod trifft vor allem Männer ab einem Alter von 50 Jahren aufwärts. Das Problem ist, dass das Herz in diesem Moment nicht gut durchblutet ist und es zu einem Sauerstoffmangel lokal am Herzen kommt. Am Ende führt das dann zu einem Herzinfarkt, weil es zu einer Überlastung kommt. Er tritt plötzlich auf, aber eigentlich nicht ohne Grund.

zur Person

Maria Fürstenberg ist seit 2014 Referentin für Gesundheit und Frauen beim Landessportbund Brandenburg (LSB).

Die 36-Jährige ist Di-plom-Sportwissenschaftlerin.

Vor ihrer LSB-Tätigkeit arbeitete sie selbst lange Jahre in der Sportpraxis als Trainerin im Bereich Prävention und Rehabilitation.

Was ist der Grund dafür?

In 99,9 Prozent der Fälle gibt es eine Vorerkrankung. Bei älteren Menschen sind meist die Arterien verkalkt, so dass das Herz nicht mehr die volle Leistung bringen kann. Oder jüngere Betroffene haben einen angeborenen Herzfehler wie zum Beispiel ein Loch im Herzen, einen Herzklappenfehler oder eine Herzrhythmusstörung.

Wie kann man sich als Sportler davor schützen?

Man hat nie eine hundertprozentige Ausschlussrate. Aber für Breitensportler gilt es, die Risikofaktoren wie Rauchen und Alkohol zu minimieren, das ist ein Pluspunkt, um die Arterienverkalkung zu vermeiden. Außerdem sollte man sich regelmäßig untersuchen lassen, zum Beispiel mit einer Ultraschalluntersuchung am Herzen oder durch ein Belastungs-EKG. Dann können diese kardialen Auffälligkeiten hoffentlich aufgezeigt werden.

Was sind die größten Fehler, die man als Hobbysportler machen kann?

Wenn man nach langer Sportabstinenz zu früh zu große Belastungen fährt. Man sollte kontrolliert starten und regelmäßig Sport treiben und nicht in der ersten Woche dreimal und dann zwei Wochen pausieren. Viele Manager, die eine große berufliche Belastung haben, sind besonders gefährdet, weil sie nur am Wochenende Sport machen, dann aber umso mehr und intensiver. Da sollte man das Training besser steuern und lieber auf die Woche verteilt mehrere sanfte Trainingseinheiten einbauen. Und ein Fehler ist es auch, ohne professionelle Anleitung zu starten, sondern sich die Infos aus dem Internet zu holen. Das ist ungünstig, zumindest, wenn man nicht aus dem Sport kommt.

Es gibt viele Trainingsplan-Apps, mit denen man eigenständig trainieren kann. Dann würden Sie davon abraten?

Es ist ein großer Trend. Aber grundsätzlich würde ich sagen, die Apps sind nur eine Trainingsergänzung für fortgeschrittene Hobbysportler. Denn das Risiko ist groß, dass man sich auch falsche Bewegungsabläufe aneignet. Unbedingt empfehlen würde ich das Training in der Gruppe oder im Verein mit qualifizierter Übungsleitung – weil es erstens mehr Spaß macht und man zweitens ein direktes und professionelles Feedback vom Trainer erhält.

Gibt es Sportarten, die besonders anspruchsvoll sind für das Herz-Kreislauf-System?

Natürlich die Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren. Auch Tanzen kann eine intensive und freudbetonte Belastung sein. Im Fitnessstudio eignet sich das Ruderergometer für Ausdauertraining. Aber auch das Krafttraining, was viele vielleicht nicht denken, kann eine hohe Belastung für das Herz sein. Wenn man ein hohes Gewicht stemmt, erhöht sich in dem Moment der Blutdruck. Wichtig ist es, auch bei der Belastung auszuatmen und nicht in eine Pressatmung zu verfallen.

Ab welchem Alter steigt die Gefährdung für Sportler?

Das geht leider schon relativ früh los, schon ab einem Alter von 35 steigen die körperlichen Risiken, wie zum Beispiel Gefäßerkrankungen. In jungen Jahren ist man meist aktiver. Im Alter neigt man schon durch den beruflichen Alltag, oft sitzend im Büro, dazu, sich selbst durch geringere Belastung runterzufahren. Deshalb ist es wichtig, so viel Bewegung wie möglich in den Alltag einzubauen – und das schon so früh wie möglich, und nicht erst mit 50 Jahren.

Von Stephan Henke

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