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Notarzt aus Kamerun bespuckt – Blitz-Urteil gegen Ausländerfeind

Oranienburg Notarzt aus Kamerun bespuckt – Blitz-Urteil gegen Ausländerfeind

Er hat einen Arzt aus Kamerun rassistisch beleidigt und angespuckt – dafür ist ein 28-jähriger Mann aus Oranienburg nun zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Mann war verletzt in die Notaufnahme eines Krankenhauses eingeliefert worden. Als er sah, dass ihn der Arzt behandeln sollte, flippte der 28-Jährige aus.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Oranienburg. Zu fünf Monaten Haft auf Bewährung hat das Amtsgericht Oranienburg am heute einen 28 Jahre alten Mann verurteilt, der am 21, August in der Notaufnahme des Oranienburger Krankenhaus einen aus Kamerun stammenden Arzt (48) rassistisch beleidigt und angespuckt hatte. 150 Stunden sozialer Arbeit muss der zum Tatzeitpunkt angetrunkene Mann zudem leisten. Der arbeitslose Hartz-IV-Empfänger war bei einer Feier auf einen Glastisch gestürzt und hatte sich an mehreren Stellen Schnittwunden zugezogen. Als er in der Notaufnahme auf den seit 18 Jahren in Deutschland lebenden Mediziner traf, der ihn behandeln wollte, wurde der Oranienburger ausfällig. Er soll laut Aussagen von Klinikumsmitarbeitern gebrüllt haben: „Von dem Neger lasse ich mich nicht anfassen. Scheiß Ausländer, scheiß Neger, du sollst verrecken“. Die Behandlung habe er nicht zugelassen und das Krankenhaus mit ungenähten Wunden verlassen.

Wenig später verletzte sich der Pöbler erneut auf der Feier und wurde – eine Körperverletzung war im Spiel – diesmal von der Polizei in die Klinik gebracht. Behandelt wurde er dann von einem anderen Arzt, weil der beim ersten Besuch angefeindete Doktor zu einem Notfall ausgerückt war – so berichtet es die Klinikleitung.

Mann musste sich einem beschleunigte Verfahren stellen

Verurteilt wurde der Rassist in einem so genannten beschleunigten Verfahren. Beschleunigte Verfahren können von der Staatsanwaltschaft beantragt werden in Fällen, in denen Sachverhalt und Beweislage einfach und klar sind und eine Verhandlung sofort beginnen kann. Außerdem darf die Tat nicht lange zurückliegen. Gegenüber dem üblichen Strafprozess sind einige Regelungen von der Form her weniger streng. So muss die Staatsanwaltschaft ihre Anklage nicht schriftlich einreichen, sie kann im Prozess mündlich zu Protokoll gegeben werden. Außerdem ist die Ladungsfrist kürzer, der Strafrichter ist außerdem flexibler bei der Beweisaufnahme. Strafen von mehr als einem Jahr Haft dürfen im beschleunigten Verfahren nicht verhängt werden, Maßregelvollzug ebenso wenig.

Von Urich Wangemann

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